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Fr, 27. Januar 2023, 10:22 Uhr

Bedrohen steigende Zinsen die FAAMG-Aktien?


22.10.21 13:05
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Eine aktuelle Studie, die von Wissenschaftlern der Princeton Universität und der Universität von Chicago durchgeführt wurde, zeigt, dass besonders die größten Unternehmen der USA von niedrigen Zinsen profitieren, so Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX.

Für die Untersuchung seien zwei Musterportfolios gebildet worden: Bei den "Leaders" seien nur die größten fünf Prozent der Unternehmen einer Branche enthalten gewesen, der Rest sei bei den "Followers" zusammengefasst worden. Anschließend sei die Performance der beiden Portfolios im Zeitraum 1962 bis 2019 mit der Entwicklung des Ertrags der zehnjährigen US-Staatsanleihe korreliert worden. Dabei sei herausgekommen, dass die "Leaders" sich besser entwickelt hätten als die "Followers", wenn die Staatsanleihe geringere Erträge eingefahren habe.

Besonders deutlich sei die Diskrepanz geworden, wenn auch noch niedrige Zinsen in den USA hinzugekommen seien. In den vergangenen Jahren habe man dieses Phänomen besonders deutlich an den sogenannten FAAMG-Aktien, also an Facebook (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX), Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985), Amazon (ISIN US0231351067/ WKN 906866), Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) und Google (ISIN US02079K3059/ WKN A14Y6F), sehen können. Sie würden mittlerweile ein gutes Viertel des Wertes des S&P 500 ausmachen. Für Sascha Sadowski stelle sich angesichts dieser Ergebnisse die Frage, was steigende Zinsen für diese Aktien bedeuten könnten.

"Normalerweise sollte man annehmen, dass niedrige Zinsen besonders kleineren Unternehmen zugutekommen und höhere Zinsen ihnen eher schaden, doch das ist offenbar nicht der Fall - sondern das genaue Gegenteil. Seit der Jahrtausendwende ist die Verzinsung der US-Staatsanleihe von 6,5 Prozent auf 0,5 Prozent im vergangenen Jahr gefallen, hinzu kam ein historisch niedriger Leitzins. So konnten die großen Unternehmen ihre Marktmacht in den vergangenen Jahren immer weiter ausbauen", fasse der Experte zusammen.

Die Gründe für diese Entwicklung sehe er zum einen in den niedrigen Kreditkosten und zum anderen im verschärften Wettbewerb: "Die Kosten für Fremdkapital sinken natürlich, je niedriger die Zinsen sind. Allerdings sinken sie für die großen Unternehmen noch stärker als für kleine Betriebe, denn sie erhalten bessere Konditionen und können sich daher mehr Geld leihen. Dieses fließt dann wieder in Investitionen, die den Wert des Unternehmens steigern, wie Immobilien oder neue Produktionsstätten. Hinzu kommt, dass die "Leaders" den Wettbewerb in solchen Zeiten verschärfen und die Chance sehen, kleinere Konkurrenten auszuschalten, was dann ebenfalls wieder ihre Marktmacht und damit ihren Wert erhöht."

Wie lange diese Phase der niedrigen Zinsen noch weitergehe, sei allerdings fraglich. Weltweit würden sich die Zeichen mehren, dass das Ende der ultralockeren Geldpolitik nur noch eine Frage der Zeit sei. Das könnte sich zu einem Problem für die FAAMG-Aktien entwickeln, befürchte Sadowski: "Jetzt haben sich die Vorzeichen gedreht. Die Verzinsung der US-Staatsanleihen ist vom Tiefpunkt wieder ein gutes Stück auf 1,6 Prozent gestiegen, das Anleihekaufprogramm der USA wird voraussichtlich bald beendet und sollte sich die Inflation weiter auf hohem Niveau bewegen, dürften auch die niedrigen Zinsen in absehbarer Zeit der Geschichte angehören - und damit auch das gewaltige Wachstum der "Leaders"." (22.10.2021/ac/a/m)





 
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