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Mo, 5. Dezember 2022, 6:04 Uhr

Die Berichtssaison war eine der besten der letzten Jahre


12.05.21 16:48
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - Nachdem weltweit nahezu alle Unternehmen ihre Bilanzzahlen vorgelegt haben, lässt sich sagen: Die Berichtssaison des 1. Quartals war über fast alle Regionen und Sektoren hinweg eine der besten der letzten Jahre, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank.

In Europa konnten 71 der Unternehmen aus dem STOXX 600-Aktienindex (ISIN: EU0009658202, WKN: 965820) die Gewinnerwartungen übertreffen.

62 Prozent seien in der Lage gewesen, ihren Absatz besser als angenommen zu steigern. Die Wirtschaft sei offensichtlich mit mehr Dynamik aus dem vergangenen Krisenjahr gestartet als angenommen. Die Erholung sollte sich weiter fortsetzen. Davon würden kurz- bis mittelfristig vor allem zyklische Titel stark profitieren, die bisher eher zu den Corona-Verlierern gezählt haätten und nun wieder Boden gut machen dürften.

Temporär sei damit zu rechnen, dass die Erholung durch die aktuellen Lieferengpässe in der Wirtschaft leicht gebremst werden könnte. Laut einer Befragung des ifo-Instituts unter deutschen Industrieunternehmen hake es vor allem bei Vorprodukten: Besonders davon betroffen seien die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren, aber auch Autobauer und ihre Zulieferer sowie Computer-Hersteller.

Im Halbleiter-Bereich gehe es dabei weniger um Rohstoffknappheit als vielmehr um Kapazitätsengpässe infolge hoher Nachfrage. Diese sei zum Teil von Verbrauchern angetrieben worden, die aufgrund von Covid zu Hause vermehrt ihren Computer insbesondere für Gaming nutzen würden. Gleichzeitig habe der unglaubliche Aufstieg von Kryptowährungen die Nachfrage nach leistungsstarken Chips ansteigen lassen. Sogenannte "Miner" würdem sich um die neuesten und besten Chips von NVIDIA (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Ticker-Symbol: NVD, NASDAQ-Symbol: NVDA) und AMD (ISIN: US0079031078, WKN: 863186, Ticker-Symbol: AMD, NASDAQ-Symbol: AMD) reißen und seien bereit, mehr als das Doppelte des empfohlenen Verkaufspreises zu zahlen. Sowohl private Gamer als auch Krypto-Miner würden um das sehr begrenzte Angebot an Chips konkurrieren.

Die Lieferverzögerungen bei Halbleiter-Produkten würden vor allem die Automobilhersteller betreffen. Hier sei es bereits zu Produktionsstillständen gekommen. Andere Sektoren seien demgegenüber deutlich weniger betroffen. Alle jedoch dürften die höheren Preise an ihre Kunden weitergeben. Ein signifikanter Inflationsschub sei dadurch allerdings nicht zu erwarten. Gleiches gelte für Unternehmen aus dem Fertigungsbereich, deren Produktionskosten sich durch höhere Rohstoffpreise etwa bei Kupfer erhöhen würden. Anleger könnten von dieser Situation profitieren. Denn ein knappes Angebot im Rohstoffsektor sei gut für die Rohstoffpreise und letztlich für Rohstoffaktien. (12.05.2021/ac/a/m)




 
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