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Berkshire Hathaway B

WKN: A0YJQ2 / ISIN: US0846707026

Berkshire Hathaway: Orakel in der Krise? Aktienanalyse


25.03.19 11:38
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Berkshire Hathaway: Orakel in der Krise? Aktienanalyse

Wim Weimer von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die B-Aktie von Berkshire Hathaway (ISIN: US0846707026, WKN: A0YJQ2, Ticker-Symbol: BRYN, NYSE-Symbol: BRK.B) unter die Lupe.

"Wild und unvorhersehbar." Mit diesen Worten beschreibe der eigentlich als Orakel von Omaha bekannte Starinvestor Warren Buffett die Bilanzentwicklungen seines Unternehmens Berkshire Hathaway. Und tatsächlich mute das jüngste Quartalsergebnis - das Schlussquartal des vergangenen Jahres - etwas eigenartig an: Das Minus von 25,4 Milliarden Dollar sei gleichbedeutend mit einem der höchsten Verluste der gesamten Holding-Geschichte. Wie habe es dazu bloß kommen können?

Hauptverantwortlich für das schlechte Ergebnis seien massive Kurseinbrüche an den US-Börsen gewesen, von denen auch Buffetts Investmentgesellschaft, die Anteile an Dutzenden Unternehmen halte, logischerweise nicht unverschont geblieben sei. Insbesondere der 40%-ige Kurssturz von Apple, wo Berkshire Hathaway mit beinahe 250 Millionen Aktien an 5,3 Prozent des Unternehmens beteiligt sei, sei ein heftiger Schlag ins Aktien-Kontor gewesen. Auch die Abschreibungen in Höhe von drei Milliarden Dollar, von denen ein Großteil auf die rund 27%-ige Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz entfallen sei, hätten erheblich zu den schwachen Zahlen beigetragen.

Zudem habe eine neue Bilanzierungsregel, nach der Aktienportfolios bewertet zu aktuellen Kursen in den Quartalsergebnissen berücksichtigt werden müssten, der Holding zu schaffen gemacht. Da Berkshire Hathaway nach Verlusten im ersten Quartal für das zweite und dritte Quartal zweistellige Milliardenerlöse habe verbuchen können, sei unterm Strich fürs Gesamtjahr ein Bilanzgewinn in Höhe von vier Milliarden Dollar herausgesprungen. Dieser sei verglichen mit dem Vorjahresplus von fast 45 Milliarden Dollar allerdings weitaus bescheidener ausgefallen. Jedoch sollte an dieser Stelle bedacht werden, dass davon 29 Milliarden Dollar der Steuerreform von US-Präsident Trump einmalig hätten zugerechnet werden müssen.

Wenngleich die jüngsten Zahlen den Eindruck einer Krise der Holdinggesellschaft, zu deren Konglomerat über 80 Unternehmen gehören würden, zu erwecken scheine, laufe das operative Geschäft der Mehrheitsbeteiligungen und Tochterunternehmen aktuell sehr erfolgreich. Berkshire Hathaway habe in den Bereichen Energie, Industrie und Versicherungen sowie mit der Eisenbahngesellschaft BNSF seinen operativen Gewinn im vierten Quartal um über 70 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar steigern können. Auf Jahressicht sei sogar ein operativer Erlös in Höhe von 24,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet worden. Laut Buffett sei dies der höchste Gewinn der Unternehmensgeschichte gewesen.

Und auch in puncto Bargeldbestand habe es Erfreuliches zu vermelden gegeben. Dank eines Anstiegs im Schlussquartal habe dieser bei 112 Milliarden Dollar gelegen. Trotz der hohen Summe an liquiden Mitteln scheine eine großangelegte Unternehmensübernahme derzeit nicht in Sicht. Buffett, dessen jüngster Megadeal mit dem Kauf des Luftfahrtzulieferers Precision inzwischen schon drei Jahre zurück liege, empfinde es als "enttäuschend", dass sich aktuell kein neues, großes Investitionsobjekt finden lasse. "In den kommenden Jahren hoffen wir, viel von der überschüssigen Liquidität für Unternehmen auszugeben, die Berkshire dauerhaft besitzen wird", schreibe Buffett in seinem traditionellen Brief an die Aktionäre. "Die unmittelbaren Aussichten dafür sind allerdings nicht gut: Die Preise für Unternehmen mit guten langfristigen Aussichten sind schwindelerregend hoch." Demzufolge investiere Berkshire Hathaway das überschüssige Bargeld in Aktienrückkäufe. Das erfreue die Anleger, denn der Wert der auf dem Markt verbleibenden Aktien steige durch dieses Manöver.

Weniger begeistert dürften Buffett und seine Gefolgsleute hingegen von der aktuellen Analyse des Hauses Lynx-Broker sein, dessen Experten beim Blick in die Zukunft eher auf einen Abwärtstrend tippen würden: "Derzeit sieht es ganz danach aus, als ob die Bären einen Test nach unten versuchen. Darum geben wir unsere Aussichten auf die Aktie vorläufig auf die bärische Seite. […] Noch aber haben die Bullen die Chance dieses Szenario zu verhindern. Hierzu müssten die Kurse idealerweise in den kommenden Wochen die Marke bei 210 USD nach oben durchbrechen. Dies wären wiederum deutliche Kaufsignale."

Aktuell rangiere die Aktie knapp unter dieser Bewertung. Von Krise möchte Buffett dennoch nicht sprechen, wenngleich er sich in Hinblick auf die ein oder andere Entscheidung in jüngerer Vergangenheit eingestehen müsse: "Ich lag in mehrfacher Hinsicht falsch." Dennoch habe sein Image als Börsenguru allenfalls leichte Kratzer abbekommen, insbesondere wenn man bedenke, dass Buffetts Aktien zwischen 1976 und 2007 - dem letzten Jahr, in dem alle Käufe veröffentlicht worden seien - eine durchschnittliche Rendite von 24,58% hätten erzielen können. Und durch die jüngsten Entwicklungen an den Aktienmärkten seien einige Titel aus Buffetts Portfolio wie etwa die der Fluggesellschaft American Airlines, der Bank Goldman Sachs oder des Pharmaunternehmens Teva, die allesamt mit einem KGV unter 10 bewertet seien, durchaus zum Schnäppchenpreis zu haben.

Möglicherweise ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt zum Einstieg in die eine oder andere Aktie aus Buffetts Investmentgesellschaft: Schließlich hat sich das Orakel von Omaha bislang höchst selten geirrt und erst recht nicht in zwei Quartalen hintereinander danebengelegen, so Wim Weimer. (Analyse vom 21.03.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Berkshire Hathaway-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Berkshire Hathaway-Aktie:
176,98 EUR -0,50% (25.03.2019, 11:13)

NYSE-Aktienkurs Berkshire Hathaway-Aktie:
200,55 USD -1,90% (22.03.2019)

ISIN Berkshire Hathaway-Aktie:
US0846707026

WKN Berkshire Hathaway-Aktie:
A0YJQ2

Ticker-Symbol Berkshire Hathaway-Aktie Deutschland:
BRYN

NYSE Ticker-Symbol Berkshire Hathaway-Aktie:
BRK.B

Kurzprofil Berkshire Hathaway Inc.:

Berkshire Hathaway Inc. (ISIN: US0846707026, WKN: A0YJQ2, Ticker-Symbol: BRYN, NYSE-Symbol: BRK.B) ist eine US-amerikanische Holdinggesellschaft. Eine Vielzahl von Geschäftsfeldern wird von dem Portfolio abgedeckt, darunter vor allem Erst- und Rückversicherer sowie Schienengüterverkehr, Energieversorgung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe sowie Groß- und Einzelhandel. Chairman der Holding ist der bekannte US-amerikanische Großinvestor und Multimilliardär Warren Buffet. Der Unternehmenssitz befindet sich in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. (25.03.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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