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So, 2. Oktober 2022, 18:12 Uhr

Blei: Unerwartet starke Monatsbilanz


15.08.22 13:00
BNP Paribas

Paris (www.aktiencheck.de) - Trendwende oder nur eine Bärenmarkt-Rally? In den vergangenen vier Wochen legte der Blei-Preis um rund 20 Prozent auf knapp 2.200 Dollar je Tonne zu, nachdem er zwischen Mitte April und Mitte Juli um mehr als ein Viertel nachgegeben hatte, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Gegen einen weiteren Anstieg spreche die Angst der Anleger vor einer Rezession. Gemessen am Industriemetallpreis-Index des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln seien die Notierungen der wichtigsten Metalle im Juli um knapp zehn Prozent gesunken. Das Preisbarometer, das die Metallpreise für deutsche Weiterverarbeiter abbilde, habe um 51,9 auf 490 Punkte nachgegeben. Im April sei es noch auf über 600 Zähler gestiegen. Einen derart starken Preisverfall habe es in der Finanzgeschichte selten gegeben. Ein Blick zurück offenbare lediglich drei Phasen mit vergleichbaren Verlusten: der Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich im Jahr 1940, die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 und der Ausbruch der Corona-Pandemie 2020.

Umso erstaunlicher, dass Blei im Juli sogar teurer geworden sei. Und: Ein Blick auf die Verfügbarkeit spreche gegen weitere Verluste. Der Markt sei Angaben der International Lead and Zinc Study Group zufolge zwischen Januar und Mai fast ausgeglichen gewesen. Sollte sich die Wirtschaft nicht schlechter entwickeln als derzeit erwartet, könnte das Tal der Tränen trotz mancher Unsicherheitsfaktoren durchschritten sein. Denn: Blei sei aus der Energiewende nicht wegzudenken. 80 Prozent des weltweiten Bleiverbrauchs würden heute direkt in die Fertigung von Akkumulatoren und Speicher-Elementen gehen. (15.08.2022/ac/a/m)