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Mi, 5. Oktober 2022, 16:53 Uhr

Boeing

WKN: 850471 / ISIN: US0970231058

Boeing: Die Software des Todes? Aktienanalyse


18.03.19 08:39
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Boeing: Die Software des Todes? Aktienanalyse

Reinhard Schlieker von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des US-Flugzeugbauers Boeing Co. (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) unter die Lupe.

Dieser Tage würden die Herrscher der Lüfte Airbus und eben Boeing heißen. Vom Sohn eines deutschen Auswanderers Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet, habe sich Boeing zunächst an Booten versucht, erst später habe man abgehoben - vor allem im Zweiten Weltkrieg mit der Lieferung gefürchteter Bomber wie etwa der B-52. Aus einem Militärflugzeug sei danach der Erfolgsjet 707 hervogegangen. In den sechziger Jahren sei die 737 gekommen, die als Kurz- und Mittelstreckenflugzeug das Arbeitspferd des Welt-Luftverkehrs geworden sei. Mit immer wieder fälligen Modernisierungen habe das Flugzeug durch bis zur heutigen Version 737-Max 8 gehalten.

10.000 Verkäufe der 737 habe Boeing in den Büchern, weitere 5.000 habe man sich erhofft - bis zum vergangenen Sonntag. Schien der Absturz der Lion-Air-Maschine über Indonesien noch als tragischer Einzelfall (189 Tote), so habe nun der Crash des äthiopischen modellgleichen Fliegers die Alarmglocken schrillen gelassen- weltweit fast sei der Luftraum inzwischen für diese Flugzeuge gesperrt. Die größten Abnehmer würden in Nordamerika sitzen, und als erste habe Air Canada jüngst angekündigt, seine Geschäftsprognosen kassieren zu müssen, denn die Stilllegung der ihrer 20 Exemplare der 737-Max koste. In Deutschland warte nur TUI auf 15 solcher Flugzeuge, in Europa fliege Ryanair und die Norwegian jenes Modell.

Das Ganze sei natürlich am Börsenkurs von Boeing nicht spurlos vorübergegangen. Knapp 20% habe der Konzern verloren; sollte die Untersuchung der Flugschreiber tatsächlich Mängel des Jets offenbaren, sei nach unten noch Platz. Vermutungen von Experten wie auch Luftfahrtbehörden gehen dahin, dass Boeing es mit der Modernisierung zu weit getrieben habe. Im Gegensatz zur europäischen Konkurrenz Airbus habe der Konzern aus Chicago nämlich auf Anpassung des Bestehenden gesetzt. Die 737 sei inzwischen jedenfalls mit sparsamen Triebwerken ausgerüstet - die allerdings nur mühsam an die Konstruktion der 737 anzupassen gewesen seien. Den Rest erledige Software - die das Flugzeug in der passenden Fluglage halten solle, wenn ein zu steiler Winkel einen Strömungsabriss an den Tragflächen zu verursachen drohe.

Der Computer greife ein, und daran hätten sich Piloten längst gewöhnt. Funktionieren müsse er aber, und mögliche Korrekturen durch den Menschen müssten bekannt sein und trainiert werden - in dieser Hinsicht sei Boeing derzeit einigen Verdächtigungen ausgesetzt, von Schlamperei bis Täuschung würden die Vorwürfe reichen. Noch immer allerdings entstünden auch im alltäglichen Regelbetrieb Probleme genau an der Schnittstelle zwischen der steuernden Software und dem Menschen im Cockpit. Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Pilot bei ungewohntem Verhalten des Autopiloten etwa fünf Sekunden brauche, um akut die Lage zu erfassen und eigene Maßnahmen zu ergreifen - das könnten für den Ernstfall fünf Sekunden zu viel sein.

Boeing jedenfalls habe, wie jeder Hersteller, versucht, den Piloten so umfassend wie möglich computergesteuert zu unterstützen. Unerwünschtes Verhalten einer Software allerdings sei jedem vertraut, der einen simplen Computer nutze. Nur dass eben der Absturz eines PC etwas anderes sei als ein Flugzeugabsturz. Alles, was schwerer als Luft sei und dennoch oben bleiben solle, dulde keine Toleranzen. Die Verunsicherung bei fliegendem Personal und Passagieren, was die B-737 Max 8 und damit auch deren Hersteller betreffe, sei also gut nachvollziehbar. (Analyse vom 16.03.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Boeing-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Boeing-Aktie:
329,00 Euro -1,72% (18.03.2019, 08:38)

XETRA-Aktienkurs Boeing-Aktie:
336,96 Euro +1,28% (15.03.2019)

NYSE-Euronext-Aktienkurs Boeing-Aktie:
378,99 USD +1,52% (15.03.2019)

ISIN Boeing-Aktie:
US0970231058

WKN Boeing-Aktie:
850471

Ticker-Symbol Boeing-Aktie Deutschland:
BCO

NYSE-Symbol Boeing-Aktie-Aktie:
BA

Kurzprofil Boeing Co.:

Boeing Co. (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) ist eines der weltweit führenden Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen. Zur Produktpalette von Boeing gehören neben zivilen und militärischen Luftfahrzeugen auch Raketen, Satelliten und integrierte Verteidigungssysteme. (18.03.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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