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Fr, 7. Oktober 2022, 9:20 Uhr

Cannabis-Aktien: Die Chancen sind high, das Risiko ebenso


11.03.19 12:10
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Cannabis, einst als träge Kiffer-Droge dämonisiert, durchläuft gerade einen erstaunlichen Imagewandel, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag" in einer aktuellen Ausgabe.

Marihuana blühe auf, gelte als hip wie nie zuvor, sei in Kanada sowie einigen US-Bundestaaten seit vorherigem Jahr legal und gewinne auch andernorts an gesellschaftlicher Akzeptanz. Der Siegeszug der grünen Wolke erfreue nicht nur Kiffer und Patienten, sondern besonders Anleger, die ein neues großes Geschäft wittern würden. Cannabis entfalte auch an der Börse seine berauschende Wirkung.

Cannabis-Markt würden für dieses Jahr Umsätze von bis zu sieben Milliarden US-Dollar vom Wirtschaftsberatungsunternehmen Deloitte prognostiziert, wobei der Löwenanteil mit rund 4,3 Milliarden US-Dollar auf den legalen Freizeitmarkt - also nicht auf die medizinischen Nutzung - anfallen solle. In den USA könnte eine nationale Legalisierung von Marihuana laut einer Analyse der Bank of Montreal zu einem Umsatzvolumen von jährlich 19 Milliarden US-Dollar von medizinischem Konsum und weiteren 49 Milliarden US-Dollar von sonstigem, privatem Konsum führen. Sollten die 28 EU-Länder grünes Licht für Cannabis geben, könnte die Branche jedes Jahr 30 Milliarden US-Dollar im medizinischen Bereich und 68 Milliarden US-Dollar im privaten Bereich einfahren. Bruce Linton, CEO des weltweit größten Cannabis-Anbieters Canopy Growth (ISIN: CA1380351009, WKN: A140QA, Ticker Symbol: 11L1, NYSE-Symbol: CGC), glaube, das Potenzial des globalen Marihuana-Marktes liege in wenigen Jahren bei 500 Milliarden US-Dollar. Bis dahin sei es allerdings ein weiter Weg, der nur beschritten werden könne, wenn sich in zahlreichen Ländern die Gesetzeslage zugunsten des grünen Gewächses ändere. Aktuell beziffere sich der Wert des weltweiten Cannabis-Marktes laut des Marktforschungsunternehmens Arcview auf rund 9,5 Milliarden US-Dollar.

Der Glaube an phänomenale Wachstumssprünge sei durchaus ausgeprägt in einer Branche, in der aktuell Goldgräberstimmung herrsche. Viele neue Unternehmen würden wie kleine Cannabis-Samen aus der Erde sprießen und sich erhoffen, einen Teil vom großen Hanf-Keks abzubekommen. Aktueller Branchenprimus sei Canopy Growth mit einer Marktkapitalisierung von neun Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Sommer habe das von Bruce Linton geführte Unternehmen für Aufsehen gesorgt, als es die Vier-Milliarden-US-Dollar-Investition von Constellation Brands, (ISIN: US21036P1084, WKN: 871918, Ticker-Symbol: CB1A) dem Bierhersteller von Corona und Modelo, bekannt gegeben habe. Canopy Growth, das es im Mai 2018 als erstes cannabisproduzierendes Unternehmen an die New York Stock Exchange geschafft habe, betreibe zehn lizensierte Produktionsstätten für Marihuana und sei neben Kanada bereits in elf weiteren Ländern aktiv - unter anderem auch in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2016/17 hätten die Umsätze um 214 Prozent auf knapp 40 Millionen kanadische Dollar (CAD) zugelegt, im darauffolgenden Geschäftsjahr 2017/18 hätten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr auf 78 Millionen CAD nahezu verdoppelt werden können. Im ersten Halbjahr 2018/19 seien die Umsätze um 47 Prozent auf 49,2 Millionen CAD gestiegen, sodass das Unternehmen aus Smiths Falls in Ontario die 100-Millionen-CAD-Grenze für dieses Jahr ins Visier nehme. Zudem werde damit gerechnet, ab dem laufenden Geschäftsjahr operativ profitabel zu werden. Investitionsbereinigt sei zuletzt ein Verlust von 0,40 CAD je Aktie verbucht worden. Das Papier von Canopy Growth habe sich seit Sommer 2017 - damals habe sich der Kurs bei unter sieben kanadischen Dollar befunden - fast verzehnfacht.

Die Euphorie bei Canopy Growth und anderen Cannabis-Unternehmen wie etwa Aurora Cannabis, das international präsent in 18 Märkten auf fünf Kontinenten sogar noch breiter aufgestellt sei als der Branchenprimus, sei angesichts der jüngsten Entwicklung natürlich groß. Allerdings stecke die Branche noch in den Kinderschuhen und es sei schwer voraussehbar, ob die Marktführer von heute auch zu den Gewinnern von morgen zählen würden. Zudem bedürfe es großer Investitionen in Marketing, Logistik aber allen voran in Produktionskapazitäten. Trotz aller Hoffnung sei außerdem unklar, ob Cannabis tatsächlich auch in Europa und den USA demnächst komplett legalisiert werden werde, wenngleich die Chancen insbesondere in den USA, in denen laut Meinungsforschungsinstitut Gallup 66 Prozent der Bevölkerung für eine Legalisierung seien, recht gut stünden. Kurzum: Die Cannabis-Aktien hätten das Pozential, die Anleger in Europa und den USA in einen regelrechten Rausch zu versetzen, sie würden allerdings auch das Risiko beinhalten, dass sich der Traum von atemberaubenden Kursgewinnen schnell in Luft auflösen könnte. Die Chancen seien high, das Risiko ebenso, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag" in einer aktuellen Ausgabe. (Ausgabe 10 vom 10.03.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (11.03.2019/ac/a/m)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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