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Fr, 27. Januar 2023, 21:59 Uhr

China bunkert Kobalt-Reserven


27.04.18 11:07
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Kobalt ist für Batterien nahezu unverzichtbar - jedes Mobiltelefon, jeder Laptop, jedes e-mobile Auto läuft dank dieses seltenen Metalls, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag".

Mit einer Milliardenübernahme in Afrika sichere sich ein chinesischer Zulieferer nun große Teile der Weltproduktion.

Mit dem Elektroauto werde die Mobilität vom Öl unabhängig. Doch andere Rohstoffe wie Kobalt würden zwingend für die Produktion der Lithium-Ionen-Batterien gebraucht, die in den Elektrofahrzeugen stecken würden. In der Anode dieser Speicher stecke unter anderem Kobalt. Deshalb steige die Nachfrage nach diesem Metall stark an. "Der globale Rohstoffbedarf an Kobalt könnte allein durch die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkumulatoren bis zum Jahr 2030 gegenüber 2006 um das 3,4-fache steigen", heiße es in einem Positionspapier des BDI zu innovativen Antriebstechniken.

65 Prozent des weltweit angebotenen Kobalts kämen aus dem Kongo. Nun habe sich der chinesische GEM-Konzern, der Chemikalien für Batteriezellen herstelle, einen großen Teil der diesjährigen Weltproduktion gesichert. Man habe mit dem Rohstoffkonzern Glencore, der im Kongo Kobalt schürfe, ein Abkommen geschlossen, das GEM ein Drittel der dortigen Kobaltproduktion sichere, habe das Unternehmen erklärt. Damit wären die 13.800 Tonnen Kobalt, die sich GEM mit diesem Liefervertrag bereits für dieses Jahr gesichert habe, rund 20 Prozent der weltweiten Produktion. Bis 2020 sollten die Lieferungen von Glencore an GEM auf 21.000 Tonnen anwachsen. Zu ihren Kunden von GEM zähle der chinesische Batterieriese CATL, der seine Batteriezellen auch an Volkswagen liefere.

Und so überrasche es nicht, dass Volkswagen (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) jüngst mit den drei größten chinesischen und koreanischen Batterieproduzenten einen gewaltigen Liefervertrag unterschrieben habe: Das Volumen betrage rund 25 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur Volkswagen, sondern auch Tesla (ISIN US88160R1014/ WKN A1CX3T) und Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985) sollten mit Glencore bereits über Lieferverträge verhandeln, und auch die großen Batteriehersteller seien interessiert. Für den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore (ISIN JE00B4T3BW64/ WKN A1JAGV) sei der Deal mit den Chinesen doppelt lukrativ: In den kommenden zwei Jahren wolle der Minenbetreiber die Kobalt-Förderung verdoppeln.

Wegen der hohen Nachfrage nach Kobalt habe sich der Preis innerhalb von zwei Jahren vervierfacht. Doch der BDI warne bereits: "Aufgrund der hohen Konzentration der Kobaltvorkommen auf die politisch instabileren Staaten Kongo und Sambia wird eine verstärkte Forschung in Mangan- und Eisenphosphat-Elektroden und auch in Nickel-Elektroden, die keine beziehungsweise nur geringe Mengen Kobalt enthalten, grundsätzlich empfohlen." (Ausgabe II 2018) (27.04.2018/ac/a/m)





 
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