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Mo, 3. Oktober 2022, 8:13 Uhr

Deutliche Kursabschläge an Aktienmärkten


21.09.21 12:35
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Aktualitäten: Nach Wochen der relativen Ruhe zeigten sich die Aktienmärkte zu Beginn dieser Handelswoche mit deutlichen Kursabschlägen, so die Analysten der National-Bank AG.

Ursächlich dafür sei ein Konglomerat von Gründen. Zunächst die Sorgen, dass die Liquiditätskrise des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande in eine Zahlungsunfähigkeit münde, die Schockwellen durch die globalen Kapitalmärkte senden könnte. Zum anderen die in dieser Woche anstehende turnusmäßige FED-Sitzung, von der viele Marktteilnehmer klare Indikationen des FED-Chefs erwarten würden, wann denn nun mit dem "Tapering" begonnen werde. Zum dritten sicherlich auch eine gewisse Unsicherheit, die mit der deutschen Bundestagswahl verbunden werde. Wenige Tage vor der Wahl seien eine Fülle an Koalitionskonstellationen denkbar. Ein klares Linksbündnis würde sicherlich zu deutlichen Kursreaktionen führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, sei aber nicht besonders hoch. Ausschließen könne man es aber auch nicht. Die zu erwartenden schwierigen Koalitionsgespräche könnten noch die ein oder andere Volte hervorbringen. Ein weiterer Grund für die aufgekommene Unsicherheit an den Aktienmärkten sei auch die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA, wo wahrscheinlich im Laufe des Oktobers eine Anhebung der Schuldenobergrenze notwendig werde.

Aktien

Wenn man sich die Belastungsfaktoren für die gegenwärtige Unsicherheit an den Aktienmärkten genauer anschaue, dann seien die Analysten der National-Bank AG der Meinung, dass diese keine mittel- bis langfristigen Folgen für die Fortsetzung des Aktienaufschwungs hätten. Das Evergrande-Problem werde durch die chinesische Regierung geregelt werden, zu stark seien deren Durchgriffsmöglichkeiten und zu stark sei die Bereitschaft - falls notwendig - sowohl die Kapitalmärkte in China als auch die betroffenen Unternehmen bei denen die Gefahr eines "Spillovers" bestehe, mit Liquidität zu fluten. Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA werde wie immer - zwar mit lautem Getöse - geregelt werden. Man lebe gerade in den USA in polarisierenden Zeiten, da passiere in der Politik wenig bis gar nichts ohne lautes Parteiengezänk. Die FED werde hinsichtlich ihrer "Tapering"-Bestrebungen sehr behutsam und vorsichtig umgehen. Gerade der Arbeitsmarkt in den USA sei noch nicht auf dem von der US-Notenbank erhofften Niveau. Dies lasse eine deutliche Umkehr in der Geldpolitik als sehr unwahrscheinlich erscheinen.

Eines sollte man bezüglich der momentanen Unsicherheit an den Aktienmärkten auch nicht vergessen. Dieses Aktienjahr sei bislang hervorragend gewesen und habe sich vor allem dadurch ausgezeichnet, dass es nahezu keine Rückschläge von etwas größerem Ausmaß gegeben habe. Wenn die Aktienmärkte nunmehr etwas durchatmen würden, sei dies eher positiv zu sehen. Die Aktienmärkte seien nunmehr keine Einbahnstraße. Was zudem hoffen lasse sei die Saisonalität. Immerhin stelle das letzte Quartal eines Jahres im Regelfall das beste Quartal im Aktienjahr dar. Warum sollte dies in diesem Jahr anders ein? (21.09.2021/ac/a/m)