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Mi, 30. November 2022, 22:11 Uhr

Deutsche Bank

WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008

Deutsche Bank: Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik verbessert die Ertragsaussichten erheblich - Aktienanalyse


14.09.22 10:19
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Deutsche Bank-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie des Bankenkonzerns Deutsche Bank AG (ISIN: DE0005140008, WKN: 514000, Ticker-Symbol: DBK, NYSE-Symbol: DB) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Die Erträge seien im zweiten Quartal 2022 gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr um satte 7% auf EUR 6,6 Mrd. gestiegen, wobei alle Geschäftsfelder Wachstum verzeichnet hätten. Die Kosten hätten sich dagegen um 3% auf EUR 4,9 Mrd. verringert. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben seien um 2% auf EUR 4,7 Mrd. gesunken. Die Nettozinsmarge habe sich im Jahresvergleich von 1,15% auf 1,39% verbessert. Für das Gesamtjahr 2022 habe Deutsche Bank sein Ertragsziel von EUR 26 bis 27 Mrd. bestätigt, trotz des sich eintrübenden konjunkturellen Umfelds. In den Jahren bis 2025 peile man ein durchschnittliches jährliches Ertragswachstum von 3,5% bis 4,5% an.

Der Vorsteuergewinn sei im Jahresvergleich um 33% auf formidable EUR 1,55 Mrd. geklettert und habe damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2011 erreicht. Der Nachsteuergewinn habe um 46% auf EUR 1,21 Mrd. zugelegt. Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis habe sich im Berichtsquartal um die Hälfte auf EUR 1,05 Mrd. erhöht und damit die Markterwartungen von im Schnitt EUR 929 Mio. übertroffen.

Die Aufwands-/Ertragsquote habe sich im Jahresvergleich von 80% auf 73% verbessert. Für das Gesamtjahr 2022 strebe Deutsche Bank hier eine Quote von 70% an, bis zum Jahr 2025 solle diese auf unter 62,5% sinken. Damit schließe Deutsche Bank allmählich zu den Mitbewerbern auf. Diese hätten hier im Berichtsquartal im Median (34 europäische Institute) einen Wert von 57,8% ausgewiesen. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE) habe im Berichtsquartal bei 7,9% gelegen (Q2 2021: 5,5%). Bezogen auf das erste Halbjahr habe diese mit 8,0% exakt auf dem Zielwert für das Jahr 2022 gelegen. Mittelfristig wolle man hier mehr als 10% erreichen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sei im Jahresvergleich von äußerst niedrigen EUR 75 Mio. auf EUR 233 Mio. bzw. von 7 auf 19 Basispunkte (BP) des durchschnittlichen ausstehenden Kreditvolumens gestiegen. Im Jahr 2022 sollten sich die Kreditrisikovorsorgen bei 25 BP des Kreditvolumens einpendeln (2021: 12 BP). Bislang habe man mit 20 BP gerechnet.

Die Kernkapitalquote (CET1) habe per Quartalsende mit 13,0% (Q2 2021: 13,2%) weiterhin im soliden Bereich gelegen. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) habe bei 4,3% gelegen (Q2 2021: 4,7%). Damit habe das Institut einen ausreichenden Puffer zur Abfederung konjunktureller Restrisiken oder im Falle regulatorischer Verschärfungen in der Anrechenbarkeit von Eigenmitteln. Für das Geschäftsjahr 2022 peile man weiterhin eine CET1-Quote von zumindest 12,5% und eine Verschuldungsquote von mehr als 4,5% an.

Nach der Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen beabsichtige das Institut in den Jahren 2021 bis 2025 in Summe EUR 8 Mrd. an die Aktionäre auszuschütten.

Das Risiko gegenüber Russland habe Deutsche Bank im Quartalsverlauf weiter verringert. Die sogenannten weiteren verbleibenden Risiken (Additional Contingent Risk) wie etwa nicht gezogene Kreditzusagen seien gegenüber dem Vorquartal um 42% auf EUR 0,6 Mrd. reduziert worden. Das Netto-Kreditengagement habe unverändert bei EUR 0,5 Mrd. gelegen. Seit Jahresbeginn seien die weiteren verbleibenden Risiken um 63% und das Netto-Kreditengagement um 19% gesunken.

Bis 2025 wolle die Deutsche Bank alle Engagements im Bereich Kohleabbau beenden. Dies umfasse sowohl Finanzierungen als auch Kapitalmarkt-Transaktionen. Damit wolle man den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft weiter vorantreiben. Die nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen (ohne Fondstochter DWS) seien im Verlauf des zweiten Quartals um EUR 14 Mrd. gestiegen und hätten damit ein seit Anfang 2020 kumuliertes Volumen von EUR 191 Mrd. erreicht. Trotz der zuletzt eher geringeren Emissionstätigkeit an den Kapitalmärkten und der Zurückhaltung bei ESG-Anlagen halte Deutsche Bank weiter am Ziel fest, bis Ende 2022 ein kumuliertes Volumen von mehr als EUR 200 Mrd. erreichen zu wollen.

Die in der Eurozone lang andauernde Phase der ultra-expansiven Geldpolitik mit Null- bzw. Negativzinsen sei vorüber. Eine Parallelverschiebung der Zinskurve um 25 Basispunkte spüle bei Deutsche Bank im Jahr 2022 potenziell EUR 90 Mio. zusätzlich in die Kassen. Im Jahr 2023 wären es dann gemäß dem Ergebnis aus der Sensitivitätsrechnung etwa EUR 180 Mio. und 2024 dann etwa EUR 210 Mio., im Jahr 2025 dann etwa EUR 330 Mio.

Deutsche Bank habe im ersten Halbjahr 2022 von den kräftig gestiegenen Zinsen profitiert. Wegen der rekordhohen Inflation sähen sich die Währungshüter nun auch in der Eurozone genötigt, schneller und kräftiger als bislang kommuniziert an der Zinsschraube zu drehen. Die Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik verbessere die Ertragsaussichten für das größte deutsche Geldhaus erheblich, zumal Gelder aus abreifenden Krediten zu nunmehr höheren Zinsen verborgt werden könnten.

Bei den Risikokosten scheine ein Anstieg infolge der konjunkturellen Eintrübung unausweichlich. Sofern sich die Versorgungslage Deutschlands - etwa durch eine drastische Gasmangellage im Winter - nicht weiter verschlechtere, sollte dieser jedoch verkraftbar sein. Des Weiteren sei die Deutsche Bank, so wie auch ihre Mitbewerber, aktuell deutlich besser kapitalisiert als etwa zuzeiten der großen Finanzkrise 2007/08. Gegen das Szenario eines massiven ökonomischen Einbruchs spreche eine mittlerweile akzeptierte und etablierte interventionistische Geld- und Fiskalpolitik, die - wenn nötig - unerwünschte Marktverwerfungen mit allen Mitteln zu unterbinden versuche.

Bei den geopolitischen Spannungen würden die Analysten der RBI von keiner baldigen Entspannung ausgehen und nicht nur mit einer deutlichen konjunkturellen Eintrübung, sondern auch einem schwieriger werdenden Umfeld für das Investmentbanking rechnen, zumal die Emissionsaktivität zurückgehe oder Transaktionen auf Eis gelegt würden. Dies könnte zusammen mit den steigenden Risikokosten die Mehrerträge auf der Zinsseite zum Teil wieder kompensieren.

Alles in allem bestätigt Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, daher trotz der verbesserten Aussichten für die Zinserträge seine "Halten"-Empfehlung für die Deutsche Bank-Aktie. Das Kursziel von EUR 9,80 (zuvor: EUR 10,00) basiere auf einem Dividend-Discount-Modell und die Zahlen auf Konsensschätzungen. (Analyse vom 14.09.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Deutsche Bank-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
9,097 EUR +1,31% (14.09.2022, 10:17)

XETRA-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
9,122 EUR +1,09% (14.09.2022, 10:03)

NYSE-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
8,98 USD -3,54% (13.09.2022, 22:00)

ISIN Deutsche Bank-Aktie:
DE0005140008

WKN Deutsche Bank-Aktie:
514000

Ticker-Symbol Deutsche Bank-Aktie:
DBK

NYSE-Symbol Deutsche Bank-Aktie:
DB

Kurzprofil Deutsche Bank AG:

Die Deutsche Bank AG (ISIN: DE0005140008, WKN: 514000, Ticker-Symbol: DBK, NYSE-Symbol: DB) bietet vielfältige Finanzdienstleistungen an - vom Zahlungsverkehr und dem Kreditgeschäft über die Anlageberatung und Vermögensverwaltung bis hin zu allen Formen des Kapitalmarktgeschäfts. Zu ihren Kunden gehören Privatkunden, mittelständische Unternehmen, Konzerne, die Öffentliche Hand und institutionelle Anleger. Die Deutsche Bank ist Deutschlands führende Bank. Sie hat in Europa eine starke Marktposition und ist in Amerika und der Region Asien-Pazifik maßgeblich vertreten. (14.09.2022/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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