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Do, 18. August 2022, 16:27 Uhr

Dr. Hönle

WKN: 515710 / ISIN: DE0005157101

Dr. Hönle: Beste Bedingungen für wieder steigende Kurse - Aktienanalyse


04.11.21 08:10
Nebenwerte Journal

Sauerlach (www.aktiencheck.de) - Dr. Hönle-Aktienanalyse von Klaus Hellwig, Herausgeber des Fachmagazins "Nebenwerte Journal":

Klaus Hellwig, Herausgeber des Fachmagazins "Nebenwerte Journal", nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Dr. Hönle AG (ISIN: DE0005157101, WKN: 515710, Ticker-Symbol: HNL) unter die Lupe.

Neun Jahre nach der ersten Titelgeschichte über die Dr. Hönle AG im NJ 10/12 bei einem Kurs von EUR 9,89 und fünfeinhalb Jahre nach der zweiten im NJ 4/16 bei einem Kurs von EUR 23,02 hätten sich die Experten auf Grund der trotz guter Aussichten zuletzt schwachen Kursentwicklung für eine dritte entschieden. Der aktuelle Kurs von EUR 40,50 liege unter dem einjährigen Trendkanal von EUR 45 bis 55 und auch unter der bei EUR 48,11 verlaufenden 200-Tage-Linie.

Der Kursrückgang habe bereits Ende August 2021 mit dem zügigen Durchbrechen der Marke von EUR 50 begonnen. Als am 06.10.2021 der Ausblick auf das soeben abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21 (30.09.) nach unten angepasst und eine neue Prognose für 2021/22 veröffentlicht worden sei, habe die Aktie bei EUR 40,25 nur kurz mit einem Taucher auf EUR 38,90 in der Spitze reagiert, bevor wieder Käufe eingesetzt hätten und den Kurs seitdem etwas höher stabilisiert hätten. Das aktuelle Niveau entspricht allerdings weniger als der Hälfte des 2018 erreichten Allzeithochs von EUR 88, die gegenüber den EUR 23,02 in unserem Titel zwei Jahre zuvor einem Plus von 282% entsprachen, so Klaus Hellwig. Auch 2016 seien die Kurse gedrückt worden, da die Wachstumsraten nicht ausreichend erschienen seien. Die damit eintretende günstige Bewertung habe auf Sicht höhere Kurse erwarten lassen, und so sei es auch gekommen.

Das soeben von Gräfelfing nach Gilching umgezogene Unternehmen sei in die drei Geschäftsfelder Klebstoffe, Geräte und Anlagen sowie Glas und Strahler gegliedert, in denen innovative Lösungen für unterschiedlichste industrielle Fertigungsprozesse entwickelt würden. Einen Schwerpunkt bilde die Entwicklung und der Vertrieb industrieller Klebestoffe und Vergussmassen. Darüber hinaus würden Geräte für die Farb- und Lacktrocknung, die Kleb- und Kunststoffhärtung sowie für die Luft-, Wasser- und Oberflächenentkeimung und die Sonnenlichtsimulation hergestellt. Zudem würden UV-Strahler, u. a. für Entkeimungs- und Trocknungsprozesse, sowie Rohre und Halbfabrikate aus Quarzglas produziert, die in unterschiedlichen Industriezweigen zum Einsatz kommen würden. Die Gruppe beliefere weltweit Technologie- und Weltmarktführer und sei in über 20 Ländern mit eigenen Gesellschaften oder Partnerunternehmen vertreten.

Gegenwärtig befinde sich nicht nur die Wirtschaft in einem tiefgreifenden Wandel, der sich durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt habe, sondern auch jedes einzelne Unternehmen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Licht und Schatten, Vorteile und Nachteile, Gewinne und Verluste seien überall auszumachen. Da an der Börse jedoch die Zukunft gehandelt werde, könne die historische Entwicklung der Kurse zwar genutzt werden, um Muster zu erkennen, doch wenn es heiße, an der Börse wiederhole sich alles, dann heiße das auch, dass alles anders kommen könne. Es gelte daher, den vorliegenden Neunmonatsbericht zu kommentieren und die darin enthaltenen Prognosen sowie die jüngsten Aussagen zu bewerten. Doch zunächst ein kurzer Blick zurück auf das ereignisreiche Geschäftsjahr 2019/20, das auch im Zeichen von fünf Akquisitionen und dem Einstieg der Peter Möhrle Holding als strategischem Investor gestanden habe. Der Umsatz habe sich auf EUR 93,9 (107,7) Mio. abgeschwächt, das EBIT sei auf EUR 8 (17) Mio. zurückgefallen. Das Jahresergebnis von EUR 5,6 (12,4) Mio. habe EUR 1,02 (2,24) je Aktie entsprochen. Die Dividende sei auf EUR 0,50 (0,80) je Aktie zurückgenommen worden.

In den neun Monaten vom 01.10.2020 bis zum 30.06.2021 seien die Umsätze um 18,4% auf EUR 84,9 (71,7) Mio. geklettert. Im Segment Klebstoffe hätten Corona-bedingte Einschränkungen sowohl die Vertriebsaktivitäten als auch die Produktentwicklungen behindert, so dass sich der Umsatz leicht auf EUR 20,4 (21,6) Mio. ermäßigt habe. Gleichzeitig sei die Personalstärke für den geplanten Mehrumsatz weiter ausgebaut worden. Im Segment Geräte und Anlagen hätten sich die Akquisitionen ausgewirkt. Der Umsatz sei um 20,7% auf EUR 44 (36,5) Mio. gewachsen. Zum Verbund würden nunmehr Unternehmen für die UVC-Entkeimung von Luft- und Oberflächen im Bereich der Lebensmittelindustrie, für den Bereich Wasserentkeimung und für Förderbänder mit UV-Bestrahlungsmodulen gehören. Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Bereich der Luftentkeimung verlaufen. Der Vertrieb der neu entwickelten, leistungsstarken Geräte sei von umfangreichen Marketingmaßnahmen begleitet worden. Dagegen habe sich die Investitionszurückhaltung in der Druckmaschinenindustrie als bremsend erwiesen.

Den größten Umsatzzuwachs mit +49,7% auf EUR 20,5 (13,7) Mio. habe das Segment Glas und Strahler erzielt, da deutlich mehr UV-Strahler in den Bereichen Luftentkeimung und Wasseraufbereitung habe verkauft werden können. Auch die Raesch Quarz (Germany) habe ihren Umsatz, insbesondere mit der Halbleiterindustrie gesteigert.

Das Rohergebnis habe um 14,6% auf EUR 54,8 (47,8) Mio. zugelegt. Während die Quote für den Materialaufwand auf Grund eines veränderten Produktionsmixes 38,3 (35,2)% betragen habe, sei die Personalaufwandsquote, u.a. durch den Bezug von Fremdleistungen, auf 33,4 (36,7)% gesunken. Das EBIT habe sich um 13,9% auf EUR 7,2 (6,3) Mio. verbessert, die EBIT-Marge sei leicht auf 8,2 (8,8)% zurückgegangen. Das Segment Klebstoffe habe mit EUR 4,1 (5,6) Mio. zwar weniger zum EBIT beigesteuert, sei aber das ertragsstärkste geblieben. Neben dem Umsatzrückgang bei Druckmaschinen hätten im Segment Geräte und Anlagen die Marketingaufwendungen für die Geräte zur Luftentkeimung belastet, so dass sich das EBIT auf EUR 1,9 (2) Mio. reduziert habe. Im Segment Glas und Strahler sei mit einem EBIT von EUR 1,2 (-1,2) Mio. der Wechsel in den positiven Bereich gelungen. Das Periodenergebnis im Konzern sei leicht auf EUR 4,85 (4,74) Mio. vorangekommen und habe unveränderten EUR 0,79 je Aktie entsprochen.

Auf Grund höherer Vorräte, u.a. für den Aufbau des Geschäftsfelds Luftentkeimung, habe sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf EUR 6,3 (9,1) Mio. zurückgebildet. Die Abflüsse für Investitionen, vor allem für den Erwerb von Unternehmen und neue Firmengebäude, seien auf EUR 18 (23,4) Mio. gesunken. Die Bilanzsumme habe sich seit dem 30.09.2020 nochmals auf EUR 212 (196,2) Mio. ausgeweitet. Das Eigenkapital habe sich nach der vorjährigen Erhöhung des Aktienkapitals um 0,55 Mio. Aktien zum Bezugskurs von EUR 48,20 für die Möhrle Holding auf EUR 116,7 Mio. erhöht und am 30.06.2021 bei EUR 117,8 Mio. gestanden. Mit 55,6 (59,5)% sei die EK-Quote auf komfortablem Niveau geblieben. Die durch Erstkonsolidierungen auf EUR 123,8 (107,2) Mio. gewachsenen langfristigen Vermögenswerte seien somit zu 95,2 (108,9)% durch Eigenmittel gedeckt; EUR 24,7 (18,8) Mio. würden auf Geschäfts- und Firmenwerte entfallen. Den ganz überwiegend langfristigen Finanzverbindlichkeiten, insbesondere zur Immobilienfinanzierung, von EUR 50,5 (44,1) Mio. stünden liquide Mittel von EUR 19,7 (34,8) Mio. gegenüber. Die Anzahl der Mitarbeiter sei um 12,6% auf durchschnittlich 632 (580) gewachsen.

Im August 2021 sei der Vorstand für das Geschäftsjahr 2020/21 von einer "deutlichen Umsatz- und Ergebnisverbesserung" ausgegangen. Am 06.10. sei mitgeteilt worden, dass auf Grund des Umzugs in das neue Firmengebäude im vierten Quartal "weniger produziert und ausgeliefert" worden sei als geplant. Zusätzlich hätten sich "Sondereffekte" aus dem Umzug belastend ausgewirkt. Hinzugekommen seien lange Lieferzeiten bei Elektronikkomponenten, bei mechanischen Bauteilen und stellenweise auch bei Rohstoffen. Dies habe zu Terminverschiebungen in das kommende Geschäftsjahr geführt. Der Vorstand gehe nunmehr davon aus, dass sich das EBIT "nahezu" auf dem Niveau des Vorjahres bewegen werde.

Der Vorstand sei in seinem Ausblick nach neun Monaten davon ausgegangen, dass umfangreiche fiskalpolitische Maßnahmen in vielen Industrieländern sowie die anhaltend expansive Geldpolitik dafür sorgen würden, dass sich der globale Aufschwung im Jahr 2021 und auch darüber hinaus fortsetzen werde. Wachstumsmotoren seien die USA und China mit ihrem in diesem Jahr überdurchschnittlich hohen Wirtschaftswachstum, das sich positiv auf die übrige Welt auswirke. Auch in Europa würden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit dem Rückgang der Corona-Neuinfektionen und den damit verbundenen Lockerungsmaßnahmen verbessern. Der weltweit wachsende Anteil der hochansteckenden Delta-Variante zeige jedoch, dass die Pandemie noch nicht überwunden sei.

In dem am 06.10. angepassten Ausblick auf das laufende und das kommende Geschäftsjahr werde auf den um ca. 85% über dem Vorjahr liegenden Auftragsbestand hingewiesen und daher für das Geschäftsjahr 2021/22 mit einer "signifikanten Umsatz- und Ergebnisverbesserung" gerechnet, wobei für die einzelnen Segmente unterschiedliche Erwartungen bestünden: Durch die vorhandenen Fördermöglichkeiten würden gute Wachstumschancen für die Ausstattung mit Luftreinigern in Schulen und Kitas gesehen, aber auch vielfältige andere Einsatzbereiche in kommunalen und gewerblichen Einrichtungen. Mit der Entkeimung von Raumluft durch UV-Geräte und UV-Strahler werde ein zusätzliches Umsatzvolumen von EUR 15 bis 40 Mio. erwartet. Auch die Entwicklung des Geschäfts mit Trocknungssystemen für den Druckmaschinenmarkt werde mit einem hohen Auftragsbestand positiv eingeschätzt. Zugleich werde im Segment Klebstoffe wieder mit einer starken Entwicklung gerechnet, zu der die laufenden Kundenprojekte und eine vergrößerte Kundenbasis beitragen sollten. Um das geplante Wachstum stemmen zu können, sollten die Entwicklungs- und Vertriebskapazitäten weiter ausgebaut werden. Bei der UV-Technik Speziallampen GmbH sollten steigende Umsätze mit Strahlern und Komponenten für Entkeimungssysteme zu einer "sehr guten" Geschäftsentwicklung beitragen.

Der massive Anstieg vor drei Jahren auf EUR 88 sei dem kräftigen Ergebniswachstum in der Klebestoffsparte geschuldet gewesen. Ohne dessen Fortsetzung sei die Aktie der Dr. Hönle AG unter Druck geraten und habe sich, abgesehen vom Tief im März 2020, bis August 2021 bei ca. EUR 50 eingependelt. Der Kursverlauf habe die unterschiedlichen Einflüsse der Pandemie in den breit gefächerten Einsatzbereichen reflektiert, die sich teils gegenseitig aufgehoben hätten und daher nicht durchweg positiv ausgefallen seien. Inzwischen erweise sich u.a. die gezielte Stärkung der Produkte gegen die Pandemie als richtig.

Bei anhaltend günstigen Bedingungen, wieder fundamentalen Fortschritten und stark sinkendem KGV sowie vermutlich höherer Dividende stellt das aktuelle Kursniveau nach Erachten von Klaus Hellwig eine günstige Einstiegsgelegenheit dar. (Ausgabe 11/2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Dr. Hönle-Aktie:

XETRA-Aktienkurs Dr. Hönle-Aktie:
42,50 EUR +1,07% (03.11.2021, 11:29)

Tradegate-Aktienkurs Dr. Hönle-Aktie:
42,40 EUR +0,47% (03.11.2021, 11:42)

ISIN Dr. Hönle-Aktie:
DE0005157101

WKN Dr. Hönle-Aktie:
515710

Ticker-Symbol Dr. Hönle-Aktie:
HNL

Kurzprofil Dr. Hönle AG:

Die Dr. Hönle AG (ISIN: DE0005157101, WKN: 515710, Ticker-Symbol: HNL), Mutter der Hönle Gruppe, gehört zu den weltweit führenden Anbietern für industrielle UV-Technologie. Der börsennotierte UV-Spezialist entwickelt, produziert und vertreibt weltweit UV-Anlagen, UV-Strahler und UV-Messtechnik. Die Anlagen kommen bei der Vernetzung photoreaktiver Substanzen, sowie bei Oberflächenentkeimung und Sonnensimulation zum Einsatz.

Hönle Produkte werden in Fertigungsprozessen der Elektronik, Mikroelektronik, Feinmechanik und Optik, sowie in der Druck-, Automobil-, Luftfahrt- und Pharmaindustrie eingesetzt.

Seit Jahren ist der UV-Spezialist Hönle gerade im Bereich Trocknungs- und Härtungstechnologie sehr erfolgreich. Die innovativen Hönle UV-Systeme lassen sich leicht in den jeweiligen Fertigungsprozess integrieren und führen zu optimalen Härtungsergebnissen.

Hönle ist seit 1994 nach ISO 9001 zertifiziert. Seine Produkte tragen das CE-Zeichen. (04.11.2021/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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