Suchen
Login
Anzeige:
Di, 4. Oktober 2022, 6:29 Uhr

Drohende Rezession: Schlechte Aussichten für Anleger


06.05.22 11:40
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die US-Notenbank FED hat den Leitzins am Mittwoch dieser Woche deutlich um ganze 0,5 Prozentpunkte erhöht, so Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX.

Damit solle der galoppierenden Inflation in den USA Einhalt geboten werden. Diese sei im März auf 8,5 Prozent gestiegen und liege damit so hoch wie schon seit 40 Jahren nicht mehr. Doch die Inflation und die damit verbundenen Kaufkraftverluste seien nicht das einzige Problem der amerikanischen Wirtschaft, denn anstatt wie erwartet weiter zu wachsen, sei sie überraschend im ersten Quartal 2022 um 0,4 Prozentpunkte geschrumpft. Eine schwierige Situation - die sich so schnell auch nicht lösen lasse, wie Sascha Sadowski erkläre.

"Es ist eine Sache der Abwägung, wenn die Notenbanken den Leitzins nach einer langen Phase der Niedrig- oder gar Null-Zins-Politik wieder erhöhen. Schließlich soll der Aufschwung durch die Zinsentscheidung nicht abgewürgt werden. Andererseits ist es die zentrale Aufgabe der Zentralbanken, die Preisstabilität zu gewährleisten, was angesichts einer Inflationsrate von 8,5 Prozent ganz klar misslungen ist. Da hilft es auch nicht, sich diese Zahl mit Durchschnittswerten der vergangenen Jahre schönzurechnen. Insofern ist es folgerichtig, dass die FED die Zinsen anhebt. Doch nun zeigen sich auch die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Entscheidung in Form der schrumpfenden Wirtschaft", fasse er das Dilemma zusammen.

Tatsächlich seien viele Marktteilnehmer skeptisch, ob die Zinserhöhung der FED tatsächlich die gewünschten Resultate bringen werde, denn auf die Rohstoffknappheit, die unterbrochenen internationalen Lieferketten und den Krieg in der Ukraine habe die FED keinen direkten Einfluss. "All diese Gegebenheiten dürften dafür sorgen, dass die Luft für Investoren und Anleger in den kommenden Jahren dünner wird. Es ist durchaus möglich, dass es sinnvoller ist, sich an der Börse auf Kapitalerhalt zu verlegen, anstatt Gewinnmaximierung anzustreben. Trader mit kurzfristigem Anlagehorizont könnten zwar von der anhaltenden Volatilität profitieren, doch man sollte dabei immer auch die Risikofaktoren bedenken", erkläre Sadowski.

Seiner Meinung nach könnte jedoch eine bestimmte Art der Anlagestrategie wieder attraktiver werden: "Trend-Following-Strategien sind in den vergangenen Boom-Jahren etwas aus dem Blick geraten. Doch in einer Marktsituation mit hoher Volatilität könnten sie ihre Stärken ausspielen und so manchem Anleger zu respektablen Börsenerfolgen verhelfen." (06.05.2022/ac/a/m)




 
Werte im Artikel
1,25 plus
+150,00%
10,00 plus
+26,58%