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Sa, 3. Dezember 2022, 6:31 Uhr

ENI

WKN: 897791 / ISIN: IT0003132476

ENI: Schlüsselposition bei Europas LNG-Versorgung - Aktienanalyse


02.09.22 16:05
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - ENI-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Andreas Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von ENI SpA (ISIN: IT0003132476, WKN: 897791, Ticker-Symbol: ENI, Borsa Italiana-Symbol: ENI) weiterhin zu kaufen.

Trotz der weltweiten Dekarbonisierungsbemühungen dürften Erdöl und Erdgas noch lange Teil des Energiemix bleiben. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass der Preis für Brent im Jahr 2022 über 100 USD/Fass bleiben und dann allmählich auf 75 USD/Fass im Jahr 2025 sinken werde.

Die Absicht Europas, die Einfuhr von Erdgas aus Russland schrittweise einzustellen, dürfte die Gaspreise zusätzlich stützen, die nach Einschätzung der Analysten der RBI in den nächsten drei Jahren auf einem hohen Niveau bleiben würden. Dies begünstige die Geschäftsaussichten insbesondere von ENI, zumal das Unternehmen bei der Öl- und Gasförderung einen starken Afrika-Fokus habe. Des Weiteren seien petrochemische Produkte und hier insbesondere Erdgas für den Übergang hin zu einer saubereren Welt unerlässlich. Vor allem in der Stromerzeugung komme Erdgas zum Ausgleich von Angebotsschwankungen aufgrund des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle zu.

ENI (25%) sei neben QatarEnergy (75%) an einem Joint Venture beteiligt, welches wiederum 12,5% an einem riesigen Flüssiggas-Projekt (North Field East) in Qatar mit einer jährlichen Exportkapazität von 32 Millionen Tonnen halte. Mit dem Zuschlag stärke ENI seine Präsenz im Mittleren Osten, der für Europa als Lieferant essenziell sei. Die Laufzeit des Projekts, das gegen Ende 2025 starten solle, betrage 27 Jahre.

ENI habe im abgelaufenen Quartal von den hohen Öl- und Gaspreisen profitiert und einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn in Höhe von EUR 3,81 Mrd. eingefahren. Im zweiten Quartal 2021 seien dies "lediglich" EUR 929 Mio. gewesen. Damit seien die Markterwartungen von durchschnittlich EUR 3,14 Mrd. klar übertroffen worden. Der Umsatz sei im Jahresvergleich von EUR 16,3 Mrd. auf EUR 31,6 Mrd. geklettert, wobei die Förderung im Berichtsquartal sogar um 2% auf durchschnittlich 1,57 Mio. Barrel Öläquivalente pro Tag gesunken sei.

Die Ölförderung solle von durchschnittlich 1,68 Mio. Fass Öläquivalente pro Tag im Jahr 2021 bis 2025 auf durchschnittlich 1,89 Mio. Fass Öläquivalente pro Tag zulegen, was einer jährlichen Steigerung von im Schnitt 3% entspreche. Für 2022 sei das Produktionsziel leicht von 1,7 auf 1,67 Mio. Fass zurückgenommen worden. Längerfristig solle aber vor allem das Gasgeschäft an Bedeutung gewinnen, wo man speziell auf Flüssiggas setzen wolle. Bezogen auf den Zeitraum 2022 bis 2025 solle das Fördergeschäft (Upstream) bereits ab einem Ölpreis von USD 25 pro Fass Cashflow-neutral sein. Im Jahr 2022 solle die Schelle bei USD 40 pro Fass liegen. Die Treibhausgasemissionen in der Förderung sollten bis 2025 um 65% gegenüber 2018 verringert werden.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 habe ENI im Jahresvergleich um 22% auf EUR 7,87 Mrd. gedrückt. Die Verschuldungsquote habe sich dadurch von 0,25 auf 0,15 verringert. Der operative Cashflow habe sich von EUR 2,71 Mrd. auf EUR 4,18 Mrd. und der freie Cashflow von EUR 1,25 Mrd. auf EUR 3,0 Mrd. verbessert. In den Jahren 2022 bis 2025 peile ENI einen operativen Cashflow von in Summe EUR 55 Mrd. und einen freien Cashflow von mehr als EUR 25 Mrd. an. Unter Einbezug der Dividendenzahlungen erziele ENI bereits bei einem Ölpreis von USD 46 pro Fass einen positiven freien Cashflow.

Der strategische Fahrplan sehe langfristig die Reduktion des emissionslastigen Ölfördergeschäfts und den Auf- und Ausbau von erneuerbaren und alternativen Energiequellen vor. Auf diese Weise wolle ENI seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf netto Null senken. Im Rahmen des Kapitalmarkttages seien hier ehrgeizigere Zwischenzielsetzungen formuliert worden, was die Verringerung der Scope 1+2+3 Emissionen betreffe. Diese sollten bereits 2030 gegenüber 2018 um 35% gesenkt werden, bis 2035 um 55% und bis 2040 um 80%.

Enis Dividendenpolitik sehe eine Mindestdividende von EUR 0,36 je Aktie ab einem Ölpreis von USD 43 je Fass mit graduellen Steigerungen auf beispielsweise EUR 0,75 je Aktie bei USD 56 je Fass vor. Ab einem Ölpreis von USD 61 pro Fass sollten EUR 0,86 je Aktie und ab USD 80 dann EUR 0,88 je Aktie als Dividende ausgezahlt werden. Ebenfalls in Abhängigkeit vom Ölpreis sollten eigene Aktien zurückgekauft werden: Ein Volumen von EUR 300 Mio. bei USD 56 bis 60 je Fass; EUR 400 Mio. bei USD 61 bis 65; EUR 800 Mio. bei USD 66 bis 79 und EUR 1,1 Mrd. bei einem Ölpreis von USD 80 bis 90 je Fass. Bei einem Ölpreis von über USD 90 je Fass sollten zusätzlich 30% des freien Cashflows für Aktienrückkäufe verwendet werden.

ENI beabsichtige nach wie vor einen Minderheitsanteil seines Geschäfts mit erneuerbaren Energien und E-Mobilität an die Börse zu bringen. Wegen des aktuell herausfordernden Umfelds sei der Börsengang jedoch bis auf weiteres verschoben worden. Plenitude versorge aktuell über 7.300 eigene Ladestellen rund 10 Millionen Privatkunden. Das EBITDA der Sparte solle sich von zuletzt EUR 0,6 Mrd. bis zum Jahr 2025 mehr als verdoppeln. Die erneuerbaren Energien-Kapazitäten würden gegen Jahresende 2022 über 2 GW umfassen und sollten bis 2025 auf über 6 GW anwachsen. Insgesamt umfasse die Projektpipeline Projekte mit einer Kapazität von mehr als 10 GW. Im Fokus stehe ein de facto emissionsfreies Geschäft mit Strom- und Gaskunden (netto null Emissionen), welches im Jahr 2040 erreicht werden solle.

Die kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise hätten ENI wie auch seinen Mitbewerbern im zweiten Quartal 2022 zu einem soliden Ergebnis verholfen. Wegen der Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt sei mit nachhaltig höheren Preisen zu rechnen, was sich auch in entsprechend hohen Gewinnen der Energieunternehmen niederschlagen werde. ENI komme mit seinem starken geografischen Fußabdruck auf dem afrikanischen Kontinent eine Schlüsselrolle in der Sicherstellung der Öl- und Gasversorgung Europas zu. Insofern würden die Analysten der RBI davon ausgehen, dass die Ertragsaussichten für ENI langfristig sehr gut bleiben würden. Denn auch im Falle einer hoffentlich bald einkehrenden Waffenruhe in der Ukraine sei im Zuge der von Europa beabsichtigten Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen mit einem stärkeren Fokus auf alternative Förderländer wie eben jene in Afrika zu rechnen.

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, bestätigt seine "Kauf"-Empfehlung für die Aktie von ENI und belässt das Kursziel bei EUR 15,00. Dieses basiere auf einem Multiple-Ansatz und die geschätzten Zahlen auf Konsensus-Schätzungen. Die Bewertung der ENI-Aktie entspreche in puncto Kurs/Gewinn-Verhältnis für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 jener der Peer Group. (Analyse vom 02.09.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze ENI-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs ENI-Aktie:
12,048 EUR +2,14% (02.09.2022, 15:35)

Borsa Italiana-Aktienkurs ENI-Aktie:
12,064 EUR +2,88% (02.09.2022, 15:48)

ISIN ENI-Aktie:
IT0003132476

WKN ENI-Aktie:
897791

Ticker-Symbol ENI-Aktie:
ENI

Borsa Italiana-Symbol ENI-Aktie:
ENI

Kurzprofil ENI SpA:

ENI (Ente Nazionale Idrocarburi) (ISIN: IT0003132476, WKN: 897791, Ticker-Symbol: ENI, Borsa Italiana-Symbol: ENI) ist einer der weltweiten Marktführer in der Öl- und Gasindustrie. Zu den Geschäftsfeldern von ENI zählen die Erkundung und Erschließung von Erdöl-und Erdgaslagerstätten und die Gewinnung der Rohstoffe, ferner Versorgung, Handel und Transport von Erdgas, Flüssigerdgas (LNG), Strom und Kraftstoffen. In Raffinerien und chemischen Anlagen verarbeitet ENI Rohöl und andere ölbasierte Einsatzstoffe zur Herstellung von Kraftstoffen, Schmierstoffen und chemischen Produkten, die an Großhändler geliefert, beziehungsweise über das Tankstellennetz oder Vertriebspartner abgesetzt werden. (02.09.2022/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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