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Di, 16. August 2022, 14:58 Uhr

Encavis

WKN: 609500 / ISIN: DE0006095003

Encavis: Die passende Strategie zur Energiewende - Aktienanalyse


06.06.22 10:19
Nebenwerte Journal

Sauerlach (www.aktiencheck.de) - Encavis-Aktienanalyse von "Nebenwerte Journal":

Claus Müller, Finanzanalyst DVFA, und Klaus Hellwig, Aktienexperten des Fachmagazins "Nebenwerte Journal", nehmen die Aktie der Encavis AG (ISIN: DE0006095003, WKN: 609500, Ticker-Symbol: ECV) unter die Lupe.

Als einer der europaweit bedeutendsten konzernunabhängigen Betreiber von Solar- und Windparks würden die Experten von "Nebenwerte Journal" Encavis vor dem Hintergrund der in diesem Bereich weiterhin vorhandenen guten Wachstumsperspektiven für so gut aufgestellt halten, dass sie der Aktie auch nach dem Anstieg um 63,7% innerhalb der vergangenen zwei Jahre weiteres Kurspotenzial zutrauen würden. Zudem sei bei der Betrachtung der Entwicklung über einen längeren Zeitraum auffallend, dass sich die Prognosen des Unternehmens stets als in hohem Maße verlässlich erwiesen hätten - für Engagements in Aktien ein wichtiges Kriterium.

Encavis habe zum Ende des Jahres 2021 im Eigenbetrieb über 169 Solarparks mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt verfügt, die sich in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Dänemark befänden. Der Bereich Wind habe 40 Parks mit 0,41 Gigawatt in Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich (inzwischen verkauft), Dänemark und Finnland umfasst. Diese Aktivitäten würden durch Serviceleistungen ergänzt, die von der zu 100% gehaltenen Tochter Encavis Technical Services GmbH und der Minderheitsbeteiligung Stern Energy S.p.A. erbracht und auch Dritten angeboten würden. Das betreute Volumen umfasse Anlagen mit einer Kapazität von 280 MWp. Darüber hinaus befasse sich die Encavis Management AG mit Projekten Dritter mit einem betreuten Volumen von 32 Solar- und 55 Windparks.

Das Geschäftsjahr 2021 habe meteorologisch zwar nicht zu den Spitzenjahrgängen gehört, doch habe Encavis von der Zunahme der Kapazitäten um 435 MW durch neu an das Netz angeschlossene Anlagen profitiert, sodass nunmehr über fast 2 Gigawatt im Eigenbestand verfügt werden könne. Als herausragend sei das zweite spanische Großprojekt Talayela mit 300 MWp einzustufen, das am 05.01.2021 hinzugekommen sei und von der norwegischen Gesellschaft Statkraft errichtet worden sei. Diesem Projekt sei im November 2021 der ebenfalls in der Sonnenregion Extremadura gelegene Park La Cabrera mit einer Kapazität von 200 MWp gefolgt. Ergänzt worden sei das Portfolio durch einige kleinere Windparks im In- und Ausland. Insgesamt sei die Erzeugung im Bereich Solar mit 1,815 (1,047) GWh um 73% höher ausgefallen als im Vorjahr. Dagegen sei die Erzeugung im Bereich Wind auf 940 (1,049) GWh um 10% zurückgegangen. Beim Encavis Asset Management seien 1,662 (1,336) GWh (+24%) erzeugt worden, wobei beide Segmente gewachsen seien, auch hier vor allem bei den Solarparks. Der Konzern damit insgesamt auf eine Erzeugung von 4,416 (3,433) GWh gekommen, die einem Zuwachs von 29% entspreche.

Das realisierte Umsatzwachstum von 26,8% auf EUR 332,7 (262,3) Mio. sei somit hauptsächlich auf die spanischen Solarparks zurückzuführen. Innerhalb der Segmente dominiere nunmehr der Bereich Solarparks mit 69%, auf Windparks seien 23%, auf Service 1% und auf Asset Management 6% entfallen.

Bei den Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung der Ertragslage müsse berücksichtigt werden, dass in den veröffentlichten Ausweisen nach IFRS nichtzahlungswirksame Bewertungseffekte enthalten seien, sodass erst die Rückrechnung auf das operative Ergebnis das objektivere Bild vermittele. Auf dieser Basis habe sowohl das EBITDA um 14,1% auf EUR 256,4 (224,8) Mio. als auch das EBIT um 12,8% auf EUR 149,1 (132,2) Mio. zugelegt, sodass jeweils die ursprünglichen Prognosen übertroffen worden seien. Dies gelte im Übrigen im auch für den operativen Cashflow, der mit EUR 251,9 (212,9) sogar 18,3% höher ausgefallen als im Vorjahr sei.

Grundlage für die Dividende sei das operative Ergebnis je Aktie, das mit EUR 0,48 (0,43) die ursprüngliche Erwartung von EUR 0,46 übertroffen habe. Der Anstieg sei umso bemerkenswerter, als die Anzahl der ausgegebenen Aktien von 144,5 auf 160,5 Mio. angestiegen sei - eine Folge der seit einigen Jahren bestehenden Möglichkeit, die Dividende wahlweise in Aktien oder in bar zu beziehen. Im Jahr 2021 hätten 43% der Aktionäre die Chance wahrgenommen, neue Aktien zu erwerben. Die Gesellschaft könne auch in diesem Jahr ihre geplante regelmäßige Anhebung der Ausschüttung umsetzen und habe wiederum ihre Zusagen gegenüber den Aktionären erfüllt.

Die HV am 19.05.2021 habe eine Dividendenerhöhung auf EUR 0,30 (0,28) je Aktie beschlossen. Gleichzeitig seien mit Isabella Pfaller und Thorsten Testorp zwei unabhängige Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt worden. Alexander Stuhlmann und Dr. Cornelius Liedtke, die der Gesellschaft langjährig verbunden gewesen seien, hätten nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung gestanden; der Vorsitzende Dr. Manfred Küper werde nur noch ein weiteres Jahr sein Amt versehen. Der zweiköpfige Vorstand bleibe mit Dr. Dierk Paskert (CEO) und Dr. Christoph Husmann (CFO) unverändert.

Die Konzernbilanz habe sich erneut, nunmehr um 13,9%, auf EUR 3,22 (2,82) Mrd. ausgeweitet, wobei sich der Buchwert der Sachanlagen auf EUR 2,185 (1,9) Mrd. erhöht habe. Zudem seien Immaterielle Werte mit EUR 474 (549) Mio. aktiviert. Beim Umlaufvermögen von EUR 533 (303) Mio. würden die liquiden Mittel mit EUR 445 (231) Mio. dominieren.

Eine bemerkenswerte Veränderung auf der Passivseite sei der Anstieg des Eigenkapitals auf EUR 1,07 (0,75) Mrd., von dem den Encavis-Aktionären EUR 818 (596) Mio. zuzurechnen seien. Damit entfalle auf das Eigenkapital ein Anteil von 33,2 (25,6)% an der Bilanzsumme. Enthalten sei ein Anteil der Hybridkapitalgeber am Eigenkapital von EUR 246 Mio. Encavis habe im November 2021 eine mit einem Zinssatz von 1,875% ausgestattete nachrangige Wandelanleihe begeben, die bis zum 24.11.2027 zum Kurs von EUR 22,06 gewandelt werden könne und teilweise dem Eigenkapital zuzurechnen sei. Neben den langfristigen Verbindlichkeiten von EUR 1,9 (1,88) Mrd. seien kurzfristige Fälligkeiten von EUR 250 (198) Mio. vorhanden.

Die Planungen sähen für 2022 den Zukauf von Kapazitäten von 500 MW und eine erneute Erhöhung des Umsatzes um 14% auf dann EUR 380 Mio. vor. Auch das operative EBITDA und das EBIT sollten mit "über" EUR 285 bzw. "mehr als" 166 Mio. die vorjährigen Werte übertreffen. Das laufende Geschäftsjahr habe mit einem erfolgreichen Auftaktquartal verheißungsvoll begonnen, da sich Produktionssteigerungen, bessere Wetterbedingungen und steigende Strompreise positiv ausgewirkt hätten. Die um ein Drittel höhere Stromproduktion habe den Umsatz um 53,5% auf EUR 90,9 (58,9) Mio. ansteigen lassen und sich jeweils hälftig auf das Wind- und Solarparkportfolio des Konzerns verteilt. Die um 40% höhere Stromproduktion der Solarparks habe ein Plus von 42% beim Umsatz erbracht, während die Windparks 72% mehr umgesetzt hätten, basierend auf einer um 25% gestiegenen Produktionsmenge an Strom, vor allem in Deutschland und Dänemark, und den deutlich höheren Strompreisen. Der Bereich Asset Management habe die Erlöse um 85% auf EUR 3,7 (2) Mio. gesteigert.

Das operative EBITDA habe überproportional um 61,4% auf EUR 64,4 (39,9) Mio. zugelegt, sodass sich das EBIT noch stärker um 167,7% auf EUR 34,8 (13) Mio. verbessert habe. Der kräftige Gewinnanstieg werde mit einer Normalisierung von Umsatz- zu Kapazitätszuwachs erklärt; denn erstmals hätten im ersten Quartal 2022 die neu hinzugekommenen Erzeugungskapazitäten des Vorjahres bereits in vollem Umfang auch zum Umsatz beigetragen und somit gegenüber dem Vorjahr den sonst belastenden Effekt der zusätzlichen Abschreibungen neuer Anlagen, die aber noch nicht zum Umsatz und Ergebnis beitragen würden, umgedreht. Dieser Effekt habe auch zu einem massiven Anstieg beim Ergebnis je Aktie um EUR 0,13 auf EUR 0,08 (-0,05) geführt. Analog zum Anstieg des operativen EBITDA habe der signifikant höhere Anteil am Umsatz aus langfristigen Stromabnahmeverträgen mit gewerblichen sowie industriellen Kunden und "den damit fast taggleichen Umsatz- und Cashzuflüssen" einen um 62,2% auf EUR 64,7 (389,9) Mio. gestiegenen Cashflow ermöglicht.

Mit der Q1-Mitteilung seien die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt und gleichzeitig die Erwartung an das operative Ergebnis je Aktie mit +6% auf EUR 0,51 präzisiert worden, obwohl sich die Zahl der Aktien erhöht habe. Der operative Cashflow soll mit über EUR 280 Mio. erneut den deutlich über Plan liegenden Wert des Vorjahres übertreffen, so Claus Müller, Finanzanalyst DVFA, und Klaus Hellwig, Aktienexperten des Fachmagazins "Nebenwerte Journal". (Ausgabe 06/2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Encavis-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Encavis-Aktie:
20,30 EUR -0,29% (06.06.2022, 10:15)

XETRA-Aktienkurs Encavis-Aktie:
20,34 EUR -0,05% (06.06.2022, 10:02)

ISIN Encavis-Aktie:
DE0006095003

WKN Encavis-Aktie:
609500

Ticker-Symbol Encavis-Aktie:
ECV

Kurzprofil Encavis AG:

Die Encavis AG (ISIN: DE0006095003, WKN: 609500, Ticker-Symbol: ECV) ist Produzent von Strom aus Erneuerbaren Energien. Als einer der führenden unabhängigen Stromerzeuger (IPP) erwirbt und betreibt Encavis Solarparks und (Onshore-)Windparks in zehn Ländern Europas. Die Anlagen zur nachhaltigen Energieerzeugung erwirtschaften stabile Erträge durch garantierte Einspeisevergütungen (FIT) oder langfristige Stromabnahmeverträge (PPA). Die Gesamterzeugungskapazität des Encavis-Konzerns beträgt aktuell rund 3,2 Gigawatt (GW), das entspricht einer Einsparung von insgesamt 1,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Innerhalb des Encavis-Konzerns ist die Encavis Asset Management AG auf den Bereich der institutionellen Investoren spezialisiert.

Encavis ist Unterzeichner der UN Global Compact sowie des UN-PRI-Netzwerks. Die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistungen der Encavis AG wurden von zwei der weltweit führenden ESG Research- und Ratingagenturen ausgezeichnet. MSCI ESG Ratings bewertet die Nachhaltigkeitsleistung mit einem "A"-Level, die international ebenfalls renommierte ISS ESG verleiht ENCAVIS den "Prime"-Status.

Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie unter www.encavis.com. (06.06.2022/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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