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Sa, 10. Dezember 2022, 10:40 Uhr

Erholungsphase an internationalen Aktienmärkten hält weiter an


26.07.22 18:00
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die seit einigen Wochen an den internationalen Aktienmärkten zu beobachtende Erholungsphase hält weiter an, so die Analysten der National-Bank AG.

Seit den Tiefständen Mitte Juni hätten sich die Aktienmärkte deutlich erholt. Nunmehr stelle sich für jeden Anleger wieder die berühmte Frage: Handele es sich hierbei nur um eine Erholungsbewegung inmitten eines weiter bestehenden Abwärtstrends oder seien Mitte letzten Monats bereits die Tiefstände an den globalen Aktienmärkten erreicht worden?

Eine Beantwortung dieser Frage sei zum jetzigen Zeitpunkt seriös nicht möglich. Sehr viel hänge einerseits davon ab, wie sich die Inflationsdaten weiter entwickeln würden. Ein anhaltend dynamischer Inflationspfad setze die Notenbanken stark unter Druck, die Zinsen weiter anzuheben. So werde als Ergebnis der dieswöchigen Sitzung der US-Notenbank ein weiterer Zinsschritt um 75 Basispunkte erwartet, der dann das Zinsniveau in den USA schon relativ nahe an den sog. "neutralen Zins" bringe. Dieser verkörpere ein Zinsniveau, welches die Gesamtwirtschaft weder bremse noch stimuliere. So stärker die Zinsen angehoben würden, umso pointierter komme der Zielkonflikt der Notenbanken zwischen Inflation und Wachstum zum Vorschein. Zu starke Zinserhöhungen könnten das Wachstum deutlich bremsen und zu Rezessionssorgen führen. Diese würden dann sicherlich an den Aktienmärkten zu Spekulationen führen, dass der Zinserhöhungszyklus nahezu abgeschlossen sei. Es sei allerdings zu erwarten, dass die pandemie- und kriegsbedingten Angebotsengpässe - wenigstens kurz- bis mittelfristig - weiter fortbestehen würden, so dass der Druck auf die Zentralbanken nicht nachlassen sollte.

Andererseits werde vieles bezüglich der weiteren Aktienkurstendenz von der Entwicklung der Unternehmensgewinne abhängen. Diesbezüglich würden die Ergebnisse des zweiten Quartals und die damit verbundenen Ausblicke weitere Hinweise geben. Die Analysten der National-Bank AG würden erwarten, dass die Zahlen noch recht solide ausfallen würden. Jedoch dürften die Perspektiven für europäische Unternehmen in Anbetracht der diversen Belastungen (Inflation, möglicher Gasnotstand, Rezessionsgefahren, Dauer des Ukraine-Kriegs) mit hohen Unsicherheiten behaftet sein, was sich in den Ausblicken für den Rest des Jahres zeigen dürfte. In den USA hätten mittlerweile ca. 20% der S&P-Unternehmen ihre Zahlen berichtet. Große Impulse seien noch nicht zu erkennen.

Aktien

Trotz der aktuellen Erholungsbewegung: Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe extrem herausfordernd. Die Analysten der National-Bank AG würden daher weiterhin zu einer gehörigen Portion Vorsicht raten. Es gelte, das Gesamtmarktrisiko überlegt und planvoll einzugrenzen. "Global Player" mit eigener Preissetzungsmacht sollten sich mittelfristig jedoch unverändert rentieren. (26.07.2022/ac/a/m)