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Mi, 17. August 2022, 12:41 Uhr

Erste Rezessionssignale und das Versagen der Zentralbanken


12.06.22 08:22
Claus Vogt

Liebe Leser,


als die Inflation voriges Jahr zu steigen begann, haben wir dieser wichtigen Entwicklung im Juli 2021 eine Themenschwerpunkt-Ausgabe gewidmet. Unser Fazit lautete: „Die Weichen stehen auf Inflation und lassen eine neue inflationäre Ära erwarten.“


Trotz der deutlichen Warnzeichen gingen die Zentralbanker nicht gegen die drohende Geldentwertung vor, sondern setzten ihre ultralaxe Geldpolitik unbeirrt fort. Zu ihrer Rechtfertigung ließen sie auf allen Kanälen verlauten, die hohe Geldentwertung sei nur vorübergehend und deshalb kein Problem. Inzwischen hat sich dieses Vorübergehend der Zentralbanker als vorübergehend erwiesen und ist aus ihren Pressemeldungen und Redemanuskripten verschwunden.


Zentralbanker missachten ihren Auftrag


Das neue Zauberwort heißt „sanfte Landung“, also keine Rezession. Angesichts der riesigen Spekulationsblasen und der mit ihnen einhergehenden realwirtschaftlichen Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte ist dieses Szenario extrem unwahrscheinlich. Darüber hinaus ist es den Zentralbankern auch in Zeiten ohne Spekulationsblasen fast nie gelungen, eine sanfte Landung zu bewirken. Dennoch werden die Gelddrucker diese neue Sprachregelung wahrscheinlich bis weit in die nächste Rezession hinein beibehalten, um die Bevölkerung auch in dieser Hinsicht an der Nase herumzuführen.


Die mit Abstand wichtigste Aufgabe seriöser Zentralbanken besteht darin, für Geldwertstabilität zu sorgen. Daran gemessen, haben sie bei den aktuellen Inflationsraten von rund 8% kläglich versagt. Auch jetzt sind die Zinsen noch weit niedriger als die Geldentwertung. Das ist ein Skandal. Lagarde, Powell und Konsorten treten die Rechte der Bevölkerung mit Füßen – und unsere Politiker schweigen dazu.


US-Konsumentenvertrauen schon auf Rezessionsniveau


Einige wichtige makroökonomische Kennzahlen sind inzwischen schon auf Rezessionsniveaus gefallen oder stehen kurz davor. Eine davon, das US-Konsumentenvertrauen, zeige ich Ihnen auf dem folgenden Chart.





US-Konsumentenvertrauen, 1977 bis 2022



Der in dieser Grafik der Fed noch nicht erfasste Mai-Wert von 59,1 Punkten ist ein starker Hinweis auf eine bevorstehende oder sogar schon begonnene Rezession. Die hellgrauen Balken kennzeichnen Rezessionen.


Quelle: St. Louis Fed; www.krisensicherinvestieren.com





Wie Sie sehen, befindet sich das Konsumentenvertrauen in einem steilen Abwärtstrend. Im Mai 2022 ist es mit 59,1 Punkten auf ein neues zyklisches Tief gesunken. Damit befindet es sich bereits auf Rezessionsniveau (die hellgrauen Balken kennzeichnen Rezessionen). Dieser wichtige Wirtschaftsindikator gibt also schon ein klares Rezessionssignal.


Andere Kennzahlen, die ich in der aktuellen Ausgabe meines Börsenbriefs Krisensicher Investieren besprochen habe, bestätigen diese Warnung. Darunter befinden sich auch Indikatoren, die sich auf den Immobilienmarkt beziehen. In diesem volkswirtschaftlich sehr bedeutenden Sektor zeigt sich jetzt ein ähnlich bedenkliches Bild wie 2007/08. Damals führte die anschließende Immobilienbaisse nicht nur zu einer Rezession, sondern auch zu einer sehr schweren Finanzkrise.


Rezessionen gehen stets mit schweren Aktienbaissen einher


Unabhängig davon lässt die Finanzgeschichte aber keinen Zweifel daran, dass Rezessionen stets mit Aktienbaissen Hand in Hand gegangen sind. Es gab zwar Aktienbaissen, die nicht zu einer Rezession führten. Jede Rezession wurde aber von einer Baisse begleitet. Und wenn es zu Rezessionen kam, fielen die Kursverluste an der Börse besonders heftig aus. Sie tun also gut daran, sich auch jetzt auf weiter fallende Aktienkurse einzustellen.


Abkoppelung des Edelmetallsektors


Während wir für die allgemeinen Aktienmärkte starke Baissesignale erhalten, zeigen unsere Indikatoren und Modelle des Edelmetallsektors ein anderes Bild. Sie haben mittel- und langfristige Kaufsignale gegeben und deuten auf eine ähnlich starke Abkoppelung des Edelmetallsektors hin wie zuletzt im Jahr 2001. Damals halbierte sich der DAX, während der Goldpreis und die Kurse der Minenaktien starke Kursgewinne verbuchen konnten.


Der Edelmetallsektor gleicht einer stark gespannten Feder, deren Druck sich jederzeit in Form stark steigender Kurse entladen kann. Deshalb sollten Sie hier investieren. Konkrete Empfehlungen dazu lesen Sie in dem von mir und Roland Leuschel herausgegebenen Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.


Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,


Ihr Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren


P.S.: Der sogenannte „Stablecoin“ Terra ist von 120 $ auf 1 Cent gefallen, und der Bitcoin zeigt eine mächtige Topformation. Was das bedeutet, erfahren Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren.


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Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.


2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“ und 2019 ihr hochaktuelles neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.





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