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Mo, 5. Dezember 2022, 5:43 Uhr

Europäische Börsen legen kräftig zu


05.09.22 12:10
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Europas Börsen konnten am Freitag kräftig zulegen und einen guten Teil der an den Tagen zuvor eingefahrenen Verluste wettmachen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Dafür hätten zunächst drei Themen verantwortlich gezeichnet: (1) Nach drei Tagen Lieferstopp habe per Freitag die Hoffnung bzw. Erwartung bestanden, dass alsbald wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 fließen würde. (2) Mehrere Staaten, u.a. auch Deutschland, hätten bereits vorzeitig sehr hohe Gasspeicherfüllstände gemeldet, die den Kontinent halbwegs gesichert durch den Winter bringen könnten. (3) Aufgeatmet hätten die Börsianer am Freitagnachmittag auch nach dem Arbeitsmarktbericht aus den USA. Dort sei die Beschäftigungszunahme im August deutlich geringer ausgefallen als im Juli. Damit sei der Druck auf die US-Notenbank FED, die Zinsen kräftig zu erhöhen, zumindest nicht weiter gestiegen. So habe etwa der DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) alleine am Freitag um 3,33% zulegen und oberhalb der Marke von 13.000 Punkten schließen können, der ATX (ISIN: AT0000999982, WKN: 969191) um 2,88 % gestiegen und der EURO STOXX 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) immerhin um 2,54%.

Auch die US-Börsen seien am Freitag zunächst in Reaktion auf die günstigen Arbeitsmarktdaten mit Kursgewinnen in die Sitzung gestartet, doch am Nachmittag hätten dann schwächelnde Zahlen aus der US-Industrie und vor allem ein neuerlich angekündigter Stopp der russischen Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 für steigende Nervosität an den ohnehin schon volatilen Finanzmärkten gesorgt. Damit hätten sich auch die Vorzeichen der US-Aktienindices gedreht. Robust, aber nicht zu stark habe sich der US-Arbeitsmarktbericht präsentiert. Im August sei die Zahl der Beschäftigten um 315.000 im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Arbeitslosenquote sei hingegen mit 3,7% etwas höher ausgefallen als dies im Vorfeld angenommen worden sei. Die Löhne seien mit einem Plus von 0,3% etwas schwächer als erwartet angestiegen, was die Inflationserwartungen ein wenig habe dämpfen können. Demgegenüber habe es Freitagnachmittag aber auch noch eine negative Überraschung gegeben: Die US-Industrie habe im Juli überraschend ein Auftragsminus eingefahren. Die Bestellungen seien zum Vormonat um 1,0% zurückgegangen. Ökonomen hätten im Vorfeld der Datenveröffentlichung mit einem Zuwachs von 0,2% gerechnet, nach revidiert plus 1,8% im Juni.

Über das Wochenende habe der Ölpreis aufgrund der neuerlich angespannten Lage an den Rohstoffmärkten wieder etwas zulegen können. Für ein Fass der Nordseesorte Brent seien per heute Früh etwa USD 95 zu zahlen. Einerseits würden die Gaspreise wieder ansteigen, andererseits würden sich heute die OPEC+-Staaten treffen, um im Vorfeld einer wahrscheinlichen globalen Wirtschaftsabschwächung die Ölproduktion vielleicht sogar weiter zu kürzen.

Der Goldpreis zeige sich auch nach dem Wochenende de facto unverändert etwas oberhalb von USD 1.700 je Feinunze. Das "digitale Gold" in Form des Bitcoin präsentiere sich hingegen neuerlich deutlich schwächer bei rund USD 19.700.

In Asien ergebe sich heute Früh kein ganz eindeutiger Trend. Die Aktienindices in China und Südkorea seien klar im Minus; jene in Japan und Indien könnten hingegen sogar leicht zulegen.
Unternehmensseitig sei heute nicht mit spannenden Quartalszahlen oder dergleichen zu rechnen; vonseiten der Konjunkturdaten dürfe man am Vormittag gespannt auf die Veröffentlichung des Sentix Index der Eurozone warten, der sehr wahrscheinlich eine weiter eingetrübte Konjunkturstimmung anzeigen werde.
(05.09.2022/ac/a/m)




 
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