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Do, 8. Dezember 2022, 0:36 Uhr

Europäische Börsen tendenziell freundlicher


07.09.22 09:27
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Nach einem schwachen Wochenstart zeigten sich die Börsen in Europa am gestrigen Mittwoch tendenziell freundlicher, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Für Erleichterung hätten insbesondere nachlassende Öl- und Gaspreise gesorgt, wenngleich die Notierungen wegen ausbleibender russischer Gaslieferungen durch die Nord Stream 1-Pipeline hoch bleiben würden. Seien es bei Rohöl vor allem die sich eintrübenden Konjunkturaussichten gewesen, die einen Preisdämpfer bewirkt hätten, seien es bei Erdgas die zuletzt wieder besser gefüllten Lagerstände gewesen. Der Branchenvereinigung Gas Infrastructure Europe zufolge seien die europäischen Gas-Lagerstätten aktuell zu 82% gefüllt, weshalb die Furcht vor möglichen akuten Engpässen im Winter vorübergehend etwas nachgelassen habe.

Nichtsdestotrotz mache der Stopp russischer Gaslieferungen zumindest eine Rationierung von Energie immer wahrscheinlicher. Dies habe sich auch an den rückläufigen deutschen Auftragseingängen im August (-1,1% gegenüber dem Vormonat) gezeigt, zumal Investitionen angesichts drohender Energieengpässe ausbleiben würden. Dazu passe, dass die Zahl der deutschen Firmenpleiten im August laut dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Jahresvergleich um 26% auf 718 gestiegen sei. Maßgeblich für den Anstieg seien neben den stark gestiegenen Preisen für Vorleistungsgüter und höheren Energiekosten auch die gestörten Lieferketten gewesen. Hinzu würden sich nun noch die höheren Refinanzierungskosten der Unternehmen im Lichte der Zinsanhebungen durch die EZB gesellen. Diesbezüglich stehe vor allem die morgige Zinssitzung im Fokus der Anleger.

Sektorseitig hätten gestern in Europa die Automobiltitel die Gewinnerliste angezeigt. Der Branchenindex "Automobile und -Teile" habe ein aggregiertes Plus von 1,8% verbucht, nachdem Volkswagen an den Börsenplänen für die Sportwagen-Tochter Porsche festhalte.

Die US-Börsen seien zunächst mit leichten Zugewinnen in die neue Woche gestartet, nachdem am Montag wegen des "Labor Day" kein Handel stattgefunden habe, seien dann aber ins Minus gedriftet. Wegen der sich zuspitzenden Lage in der Energieversorgung Europas, der drohenden Rezession und den stark steigenden Zinsen würden sich viele Anleger in Zurückhaltung üben.

Im Fokus sei in den USA gestern der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe gestanden, der im Monat August entgegen den Markterwartungen gestiegen sei. Das deute zwar auf eine weiterhin gute Entwicklung der Konjunktur hin, biete aber zugleich auch Nährboden für einen weiteren kräftigen Zinsschritt der US-Notenbank FED um weitere 75 Basispunkte. Dieser werde mittlerweile von einer Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Der von S&P Global veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die US-Dienstleistungsbranche habe in zweiter Lesung für August derweil eine Abschwächung angezeigt.

Bezüglich Rohöl habe die OPEC+ am Montag eine Drosselung der Produktion um 100.000 Fass pro Tag beschlossen. Zumal die Kartellmitglieder mit ihren tatsächlichen, den geplanten Förderquoten jedoch ohnehin hinterherhinken würden, sei die Kürzung ein eher symbolischer Schritt. Zusehends mehr in den Fokus rücke hier die konjunkturelle Eintrübung und damit verbunden schwächere Nachfrage. Gold habe sich vor dem Hintergrund der morgigen EZB-Zinssitzung sowie dem festeren US-Dollar leicht schwächer gezeigt und notiere heute Morgen bei rund USD 1.700 je Unze. Angesichts der rekordhohen Inflation würden viele Marktteilnehmer auch hier einen größeren Zinsschritt von 75 Basispunkten für angemessen halten, was dem Edelmetall zumindest vorübergehend nicht zuträglich wäre.

Die Börsen in Asien würden heute Morgen mit Abschlägen notieren. (07.09.2022/ac/a/m)




 
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