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Mo, 27. Juni 2022, 14:13 Uhr

Inflation

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Eurozone: Weniger Wachstum - mehr Inflation


27.05.22 14:14
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Das Statistische Bundesamt hat die vorläufige Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal von real 0,2% gegenüber den drei Monaten zuvor bestätigt, so die Analysten der Helaba.

Während der Außenhandel einen deutlich und die privaten Konsumausgaben einen leicht negativen Wachstumsbeitrag geliefert hätten, seien positive Effekte von den Investitionen ausgegangen, die neben der Bautätigkeit vor allem mit 1,2 Prozentpunkten die dazu gehörigen Vorratsveränderungen betroffen hätten. Hier müss in den nächsten Quartalen mit einem bremsenden Gegeneffekt gerechnet werden. Das ifo-Geschäftsklima habe sich zwar zum zweiten Mal in Folge verbessert. Trotzdem liege es weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel. Selbst wenn sich in den nächsten Monaten eine Trendwende zum Besseren anbahne - und davon würden die Analysten ausgehen -, könne für das zweite und das dritte Quartal kaum mit nennenswertem Wachstum gerechnet werden.

Die Analysten der Helaba senken deswegen ihre Prognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2022 auf kalenderbereinigt 1,7% (2,2%). Das damit niedrigere Ausgangsniveau zur Jahreswende führe für 2023 ebenfalls zu einer Abwärtsrevision (1,7% statt zuvor 2,0%). Haupthemmnisse seien die aktuellen Schwierigkeiten der deutschen Industrie, ihre hohen Auftragsbestände abzuarbeiten. Die chinesische Null-Covid-Strategie und die faktische Abkapselung Russlands würden die Probleme verschärfen. Mittlerweile würden zudem die Auftragseingänge der Unternehmen sinken. Da die Industrie hierzulande eine erhebliche Bedeutung habe, sei die Bremswirkung größer als in den europäischen Nachbarländern. Für die gesamte Eurozone würden die Analysten deswegen die Prognose auf 2,4% (2,8%) in diesem und auf 1,7% (2,0%) im nächsten Jahr reduzieren.

Die Inflationsraten würden in Deutschland mit voraussichtlich 6,3% (6,0%) 2022 und 3,3% (3,0%) 2023 noch höher ausfallen. Obwohl das Ölembargo gegen Russland bislang nicht umgesetzt sei, seien die Brent-Notierungen zuletzt deutlich gestiegen. Dies haben die Analysten der Helaba in einer nun höheren Ölpreisprognose berücksichtigt. Auch bei der Inflation falle die Anpassung für die Eurozone etwas geringer aus als hierzulande. Ein Grund hierfür sei Spanien, das nun wie bereits Frankreich seine Energiepreise deckle. Dies dürfte hier zu einer temporären Entspannung beitragen. Für 2022 erwarten die Analysten der Helaba für den Währungsraum nun einen Verbraucherpreisanstieg von 6,2% (6,0%) und für 2023 3,0% (2,8%). Die hohe Inflation verringere die reale Kaufkraft der privaten Haushalte und bremse damit die Wirtschaftsentwicklung. Nicht nur das Konsumklima, sondern auch die Einzelhandelsumsätze der wichtigen europäischen Länder würden zeigen, dass sich die Verbraucher bereits zurückhalten würden. (27.05.2022/ac/a/m)



 
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