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Do, 18. August 2022, 16:22 Uhr

Extreme Verunsicherung an den Aktienmärkten


14.06.22 13:55
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Stark steigende Inflationsdaten in den USA versetzten die Aktienmärkte global erneut in eine extreme Verunsicherung, so die Analysten der National-Bank AG.

Im Vorjahresvergleich sei die Inflation im Mai um 8,6% gestiegen. Dies sei gleichbedeutend mit dem höchsten Inflationsniveau seit vier Jahrzehnten. Zugleich seien die Erwartungen an die nächste Sitzung der US-Notenbank gestiegen, dem Preisanstieg adäquat zu begegnen. So werde bereits über eine Zinserhöhung im Umfang von 75 Basispunkten spekuliert. Ursächlich für den steilen Anstieg seien insbesondere die galoppierenden Energiepreise, welche durch den fortwährenden russischen Angriffskrieg immer weiter angeheizt würden. Zudem würden die anhaltenden Lieferengpässe massiv die Preise befeuern. Wenig hilfreich diesbezüglich sei sicherlich auch die äußerst restriktive Corona-Politik der chinesischen Regierung, welche gerade durch neu auftretende Corona-Fälle in Shanghai am Wochenende und damit einhergehende erneute Einschränkungen für die Bevölkerung um ein weiteres Kapitel erweitert worden sei.

Es komme momentan sehr viel an Negativem für die Aktienmärkte zusammen. Problematisch daran sei, dass ein rasches Ende des Kanons an schlechten Nachrichten nicht in Sicht sei, sondern im Gegenteil eine Fortsetzung über den Sommer hinaus nicht als unwahrscheinlich erscheine. Dies gelte sowohl für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, als auch für die im Herbst sehr wahrscheinlich wieder steigenden Corona-Zahlen mit all ihren negativen Implikationen für Unternehmensgewinne und volkswirtschaftliche Kennzahlen. Die fundamentale Situation an den Aktienmärkten werde von der weiteren Entwicklung der Unternehmensgewinne abhängen. Der Formulierung der Unternehmensausblicke zum zweiten Quartal werde daher in diesem Zusammenhang eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken sein. Zu erwarten sei, dass diese - analog zu den Ausblicken nach dem ersten Quartal - weiter sehr vage gehalten sein würden.

Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe herausfordernd. Für die Aktienanlage spreche allerdings ihre Eignung als Inflationsschutz. Dies gelte zuvorderst für "Global Player" mit Preissetzungsmacht. Insbesondere auf kürzere Sicht behalten die Analysten der National-Bank AG ihre vorsichtige und abwartende Positionierung bei. Anleger, die bei der Aktienanlage die grundsätzlich immer notwendige Geduld aufzubringen vermögen, sollten jedoch Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell und einer konstanten Ausschüttungspolitik weiterhin in einem international und segmentspezifisch diversifizierten Aktiendepot ausreichend dotieren. Was unter "ausreichend" zu verstehen sei, hänge allerdings von der jeweiligen Risikoneigung des Anlegers ab. (14.06.2022/ac/a/m)