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Di, 28. November 2023, 14:22 Uhr

Nach FED-Zinssitzung: Internationale Börsen im Überblick


21.09.23 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Am gestrigen Mittwoch wagten sich die Investorn vorläufig aus ihrer Deckung - zumindest in Europa, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Grund dafür sei die mit Spannung erwartete Zinssitzung der US-Notenbank gewesen. Bereits im Vorfeld hätten die meisten Anleger mit einer Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus gerechnet, was zu einer generell positiven Grundstimmung beigetragen habe. Als Unsicherheitsfaktor habe jedoch gegolten, wie die FED den weiteren geldpolitischen Kurs plane. Während die EZB in der Vorwoche die Leitzinsspanne erhöht habe, sei die Ausgangslage für die FED tendenziell eine andere. Zwar sei die wirtschaftliche Dynamik in den USA stärker als in der Eurozone. Die US-Inflation zeige aber mehr Anzeichen einer (bestätigten) Disinflation und der Leitzins liege bereits auf einem höheren Niveau als in der Eurozone. Die US-Notenbank habe daher am Mittwoch die Zinsen unverändert gelassen, aber ihren restriktiven geldpolitischen Kurs im Wording verschärfe. Nach den aktualisierten vierteljährlichen Prognosen der US-Notenbank könnte der Tagesgeldsatz der FED in diesem Jahr noch einmal auf einen Spitzenwert von 5,50% bis 5,75% angehoben und die Zinsen bis 2024 deutlich straffer gehalten werden als bisher erwartet. Die FED-Prognosen sollten jedoch nicht als Vorabverpflichtungen verstanden werden, am Ende des Tages würden die Daten ausschlaggebend sein - nachzulesen im aktuellen Blickpunkt FED.

Die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer habe im Vorfeld mit hoher Wahrscheinlichkeit konstante Leitzinsen eingepreist, was auch vor der Zinssitzung für die Kauflaune begründet habe - allerdings nur in Europa. Nach zwei verlustreichen Handelstagen habe der deutsche Leitindex DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) am Mittwoch mit einem Plus von 0,75% wieder zulegen können. Dennoch bleibe die Spanne, in der sich der deutsche Leitindex seit Wochen bewege, unverändert eng. Diese Entwicklung dürfte sich auch nach der Zinsentscheidung der FED fortsetzen, da die Konjunkturindikatoren in Europa weiterhin eine wirtschaftliche Abkühlung nahelegen würden. Dies hätten auch die gestern veröffentlichten Erzeugerpreise für Deutschland signalisiert, die im August so stark gefallen seien wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Besser ergangen sei es dem EURO STOXX (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) und dem österreichischen ATX (ISIN: AT0000999982, WKN: 969191), die um 0,79% bzw. 1,08% hätten zulegen können. Letzterer habe damit sein Plus seit Wochenbeginn kontinuierlich ausbauen können.

Die Wall Street habe mit Kursverlusten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank reagiert. Das Signal, das man zur Inflationsbekämpfung bereit sei, die Zinsen in diesem Jahr möglicherweise noch einmal anzuheben, habe Unsicherheit erzeugt. Die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung habe vor allem bei den zinssensitiven Technologiewerten für Abgaben gesorgt. So habe der seit Monatsbeginn gebeutelte technologielastige Auswahlindex NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) einen weiteren Dämpfer erhalten und 1,46% verloren. Der marktbreite S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) habe ebenso Federn lassen müssen. Am Ende sei ein Minus von 0,94% zu Buche gestanden.

Die asiatischen Börsen würden heute Morgen fast ausnahmslos im Minus notieren. Die Abschläge würden sich aktuell zwischen 0,6% (CSI, Festlandchina) und 1,6 % (KOSPI (ISIN: KRD020020008, WKN: A0G899, Seoul) bewegen. Die Frühindikationen für die europäischen Börsen würden sich dieser Dynamik anschließen und aktuell einen negativen Handelsstart im Vergleich zu den gestrigen Schlusskursen signalisieren.

Am Ölmarkt hätten die Notierungen für die Rohölsorten Brent und WTI nach der jüngsten Rally wieder nachgegeben, nachdem die US-Notenbank eine restriktivere Haltung eingenommen habe, was das Wirtschaftswachstum und die Nachfrage dämpfen könnte. Der Goldpreis habe im Laufe des gestrigen Handelstages leicht zugelegt, sei aber nach den Aussagen der FED ebenfalls in die Verlustzone gerutscht. Ähnlich sei es dem Bitcoin ergangen.

Nach der richtungsweisenden FED-Sitzung stehe heute mit dem Philly Fed Index ein weiterer interessanter Indikator auf dem Datenkalender. In der Eurozone würden heute zudem die vorläufigen Zahlen zum Konsumentenvertrauen für Impulse sorgen. (21.09.2023/ac/a/m)




 
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