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Fr, 2. Dezember 2022, 23:06 Uhr

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WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027

Facebook: Im Visier der Behörden - Aktienanalyse


18.02.19 08:40
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Facebook: Im Visier der Behörden - Aktienanalyse

Florian Spichalsky von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Social Media-Anbieters Facebook Inc. (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ Ticker-Symbol: FB) unter die Lupe.

Es sei ein Angriff auf Facebooks Geschäftsmodell. Nicht mehr und nicht weniger. Nach dreijähriger Prüfung habe das Bundeskartellamt entschieden, dass Facebook Daten aus verschiedenen Quellen nicht mehr zusammenführen dürfe - zumindest nicht ohne die Zustimmung der Nutzer. Gemeint seien damit einerseits Daten aus konzerneigenen Diensten wie Instagram und WhatsApp, andererseits Daten von fremden Webseiten und Apps. Damit zwinge die Behörde das Unternehmen seine Geschäftspraktiken in Deutschland zu ändern. Es sei problematisch, dass Facebook Daten aus Drittquellen mit dem Facebook-Konto verknüpfe, erkläre Kartellamtschef Andreas Mundt. "Wir nehmen bei Facebook für die Zukunft eine Art innere Entflechtung bei den Daten vor."

Der Konzern missbrauche seine marktbeherrschende Rolle, heiße es darüber hinaus in der Stellungnahme. Das Unternehmen wolle die Entscheidung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf anfechten. Das Bundeskartellamt "halte es für irrelevant, dass unsere Apps mit YouTube, Snapchat, Twitter und vielen anderen Wettbewerbern um die Aufmerksamkeit der Nutzer konkurrieren", habe der Facebook-Manager Nikhil Shanbhag gewettert.

Die offensive Reaktion Shanbhags komme nicht von ungefähr, denn mit dem Verbot des Datensammelns in Deutschland würde eine schlechtere Werbequalität einhergehen, denn Inhalte und Werbebotschaften könnten den Nutzern nicht mehr so zielgenau wie bisher angeboten werden, meine der Manager. Die Entscheidung des Bundeskartellamtes werde an der Marktmacht des Tech-Giganten vorerst nichts ändern, zeige aber, wie problematisch das uneingeschränkte Sammeln von Nutzerdaten sei. Außerdem hätte das Urteil eine Signalwirkung auf andere Länder, meine Daniel Zimmer, Wettbewerbsexperte und ehemaliger Chef der Monopolkommission. "Die Entscheidung könnte auch Folgen für weitere Unternehmen wie etwa Google haben, wenn andere Behörden sich an dem Vorgehen des Bundeskartellamts orientieren."

Auch im Mutterland des Unternehmens würden Politiker und Datenschützer strengere staatliche Regeln fordern. "Die deutsche Entscheidung könnte größere Auswirkung für die USA haben", prophezeie Dipayan Ghosh vom US-Thinktank New America. Ghosh sei früher Facebook Privatsphäre- und Policy-Berater gewesen - er kenne das Unternehmen von innen. Joe Simons, Vorsitzender der Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC), habe bereits 2018 angekündigt, die Tech-Giganten wie Facebook, Google und Amazon stärker ins Visier zu nehmen.

Wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen rechtlich bindende Vereinbarungen mit der FTC in Folge des Cambridge-Analytica-Skandals, wolle Simons dem Online-Netzwek eine saftige Geldstrafe aufbrummen. Monetäre Strafen dürften dem Aktienkurs allerdings nicht schaden. Viel dramatischer wirkte sich eine Gesetzesänderung, die Facebooks Datensammelwut beschneiden würde, aus. Die Rechnung sei denkbar einfach: Je weniger Daten der Konzern sammle, desto ungenauer sei die zielgruppenspezifische Werbung. Und je ungenauer die Werbung, desto günstiger sei sie. Ergo: Facebook würde weniger Geld verdienen.

Dabei habe das laufende Jahr mit der Bekanntgabe der vierten Quartalszahlen aus 2018 so gut begonnen. Facebook habe seine Anleger: 6,68 Mrd. USD Rekordgewinn begeistert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das ein Plus von rund 61%. Dieser Vergleich sei aber nicht ganz aussagekräftig, weil der Konzern im Vorjahr eine einmalige Abgabe aus Auslandsgewinnen im Zuge der US-Steuerreform habe leisten müssen. Aussagekräftiger seien die Umsatz- und Nutzerzahlen des Weihnachtsquartals im Jahresvergleich. Diese seien um 30% auf 16,9 Mrd. USD gestiegen. Auch die Zahl monatlich aktiver Nutzer sei binnen drei Monaten um etwa 50 Mio. auf insgesamt 2,32 Mrd. gewachsen. Damit würden rund 2,7 Mrd. Menschen mindestens eine Facebook-App nutzen. Anleger, deren Erwartungen vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen verhältnismäßig zurückhaltend gewesen seien, hätten sich erfreut gezeigt. Die Aktie sei nachbörslich fast 9% geklettert und sei derzeit für rund 166 USD zu haben. Der Umsatz von Facebook sei deutlich besser als erwartet ausgefallen, habe Heather Bellini, Analystin bei Goldman Sachs, gesagt.

Aber auch die Werbeeinnahmen - das wohl wichtigste Standbein des Tech-Giganten - seien gestiegen. Trotz der Datenskandale und juristischem Ärger habe Sheryl Sanberg, bei Facebook für das Tagesgeschäft verantwortlich, die Werbekunden bei Stange halten können. Alle Schwierigkeiten hätten also weder dem Werbegeschäft noch der Beliebtheit bei den Nutzern geschadet. Das könnte sich nun ändern. Laut der Marktforschungsfirma eMarketer kontrolliere Facebook knapp 21% des digitalen Werbemarkts. Lediglich Google-Tochter Alphabet sei mit 31% größer. Verliere das Online-Netzwerk Werbekunden aufgrund rechtlicher Restriktionen, wachse es vermutlich langsamer als von seinen Anlegern erhofft - ein Kurseinbruch wäre vorprogrammiert. (Ausgabe vom 15.02.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Facebook-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Facebook-Aktie:
143,12 EUR -0,21% (15.02.2019, 08:2)

Xetra-Aktienkurs Facebook-Aktie:
143,39 EUR -0,81% (15.02.2019, 17:35)

Nasdaq-Aktienkurs Facebook-Aktie:
162,50 USD (15.02.2019)

ISIN Facebook-Aktie:
US30303M1027

WKN Facebook-Aktie:
A1JWVX

Ticker-Symbol Facebook-Aktie Deutschland:
FB2A

NASDAQ Ticker-Symbol Facebook-Aktie:
FB

Kurzprofil Facebook Inc.:

Facebook Inc. (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ Ticker-Symbol: FB) ist ein US-Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien. Der Gesellschaft gehört das soziale Netzwerk Facebook. Am 18. Mai 2012 ging Facebook an die Börse. Die Facebook-Nutzung ist für Mitglieder kostenlos, die Einnahmen bringt vor allem das Werbegeschäft. In den USA hat Facebook den größten Anteil am Markt für Bannerwerbung. Unternehmensplänen zufolge sollen künftig aber auch neue E-Commerce-Angebote in den Dienst integriert werden. (18.02.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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