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So, 2. Oktober 2022, 19:19 Uhr

Finanzmärkte: Drei Faktoren drücken die Stimmung - FED, China und Russland


29.04.22 13:01
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Monaten einige Verluste hinnehmen müssen, so die Experten von LYNX Broker.

Krieg, Chinas fortdauernde strenge Corona-Politik und die explodierende Inflation hätten die Volatilität in die Höhe schnellen und die Kurse sinken lassen. Besonders die Technologie-Werte, die in den letzten Jahren als Garanten für Börsengewinne gehandelt worden seien, hätten Verluste hinnehmen müssen. Die Frage sei nur: Wie lange gehe es jetzt noch weiter bergab? Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX, hänge das vor allem von drei Akteuren ab, die die Märkte aktuell herunterziehen würden.

"Insbesondere die FED, China und Russland sorgen derzeit für die getrübte Stimmung an der Börse. Einzeln betrachtet hätte wohl keiner von ihnen den Hype der letzten Jahre so schnell beenden können, doch in Kombination erweisen sie sich als ganz schlechte Mischung", erkläre Sadowski. "Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass es an den Märkten wieder bergauf gehen könnte, wenn auch nur eines dieser Probleme wegfallen würde."

Seiner Meinung nach sollte sich die FED noch vehementer gegen die galoppierende Inflation stemmen und dabei etwas mehr Mut an den Tag legen. "Um die Inflation effektiv zu bekämpfen, müssten die Zinsen noch stärker steigen - und das nicht langsam, sondern deutlich schneller als es aktuell geplant ist. Das würde die Wirtschaft zwar aller Voraussicht nach deutlich ausbremsen, doch das hätte den Nebeneffekt, dass auch die Preise für viele Rohstoffe wieder sinken würden, weil weniger produziert und damit nachgefragt würde. Das würde die Lieferketten entlasten, Engstellen auflösen und zu einer Normalisierung der Preise führen."

Als zweiten Mühlstein am Bein der Aktienmärkte sehe Sadowski Russland und den Angriffskrieg in der Ukraine. Insbesondere die kaum verhohlenen Drohungen mit Atomwaffen und die damit verbundene Angst vor einem nuklearen 3. Weltkrieg würden die Stimmung gewaltig drücken. "Russland möchte mit seiner martialischen Kriegsrhetorik verhindern, dass die westlichen Länder schwere Waffen an die Ukraine liefern. Während diese Drohungen in Deutschland bei Bundeskanzler Scholz scheinbar wirken, lassen sich die USA und andere Länder nicht so einfach einschüchtern - und so werden auch immer wieder Atomwaffen hervorgekramt."

Zu guter Letzt sehe Sadowski auch China in der Verantwortung für die aktuelle Lage an den Märkten. "Mit seiner kompromisslosen Zero-Covid-Strategie und den ständigen Lockdowns in wichtigen Wirtschaftszentren schadet China zum einen sich selbst und zum anderen der Weltwirtschaft. Wenn Lieferketten unterbrochen und Häfen geschlossen werden, entsteht ein Rückstau, der einige Zeit dauern wird, bis er sich aufgelöst hat. Doch dann steht bereits der nächste Lockdown vor der Tür, weil weitere positive Fälle aufgetreten sind. Eine Änderung dieser Strategie scheint aktuell nicht in Sicht zu sein - und damit auch kein Ende der weltweiten Probleme bei den Lieferketten." (Ausgabe vom 28.04.2022) (29.04.2022/ac/a/m)