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So, 29. Mai 2022, 13:35 Uhr

Die Furcht der Aktionäre vor der Fed


25.01.22 14:00
Feingold-Research

Erneut schwächer: Die deutschen Aktienmärkte haben die Anleger in der vergangenen Woche mit erheblichen Schwankungen Nerven gekostet, unter dem Strich war überwiegend ein Minus zu verzeichnen. Zwar sorgten zwischenzeitliche gute Vorgaben von den US-Börsen und die Meinung, dass die zuletzt gesehenen Kursrücksetzer übertrieben gewesen seien, für Auftrieb. Letztlich überwogen aber die Sorgen vor den Folgen einer strafferen Geldpolitik und ließen die Investoren verkaufen. Besonders Technologiewerte wiesen im Wochenverlauf ein deutliches Auf und Ab auf. Marktteilnehmer sehen diese als stark von Zinserhöhungen betroffen, was mit Wachstumsorientierung und Finanzierungsbedarf vieler Tech-Unternehmen zu tun hat. Eine zwischenzeitliche Erholung im US-Tech-Sektor ließ zwar auch hierzulande die Kurse am vergangenen Donnerstag wieder steigen, zu Ende der Handelswoche sorgte dann aber ein schwacher Ausblick des US-Streaminganbieters Netflix  erneut für Verluste. Wir stellen den Marktkommentar von Robert Ertl, Börse München, vor.


m:access-All-Share steigt gegen den Trend



Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor im Wochenvergleich 1,8 Prozent auf 15.603,88 Punkte. Der MDax fiel um 2,5 Prozent auf 33.642,36 Zähler. Der TecDax reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 3.504,31 Punkte. Der m:access All-Share allerdings widersetzte sich wie schon in den beiden Vorwochen dem allgemeinen Trend und kletterte um 4,0 Prozent nach oben auf 2.819,76 Zähler.
Passend zum Gesamtindex präsentierten sich die Titel von Dax-Wert Sartorius in der vergangenen Woche stark schwankend, kamen letztlich aber auf eine Wochenplus von 2,2 Prozent. Damit machten sie einen kleinen Teil ihrer deutlichen Vorwochenverluste wett. Einen Kurseinbruch um 13,6 Prozent musste dagegen Siemens Energy hinnehmen. Eine neuerliche Gewinnwarnung der spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa trieb die Anleger aus der Aktie.


BILD: SARTORIUS
Zeigte sich ähnlich wie der DAX stark schwankend, kam unterm Strich jedoch mit einem Kursgewinn aus der Woche: Sartorius

Anleihen: Rendite erstmals wieder im Plus



Die deutschen Anleihemärkte haben sich in der vergangenen Woche ohne einheitliche Richtung präsentiert. In der ersten Wochenhälfte belasteten die Spekulationen über eine raschere und umfangreichere geldpolitische Straffung in den USA die Kurse der Bundespapiere. In der Folge kehrte die Rendite der marktbestimmenden zehnjährigen Bundesanleihe erstmal seit knapp drei Jahren wieder in den positiven Bereich zurück. Die sich eintrübende Stimmung an den Aktienbörsen ließ die Anleger dann aber wieder verstärkt zu den als sicher geltenden Papieren greifen. Letztlich ging die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,06 auf -0,07 Prozent zurück. Die Umlaufrendite erhöhte sich dagegen leicht von -0,20 auf -0,19 Prozent.

USA: Deutlich nachgegeben



Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Die Sorge, die US-Notenbank könnte ihre Geldpolitik möglicherweise schneller und spürbarer straffen als ohnehin befürchtet, sowie mit Enttäuschung aufgenommene Unternehmenszahlen ließen die Kurse einbrechen. Der Dow-Jones-Index sackte im Wochenvergleich um 4,6 Prozent auf 34.265,37 Punkte ab. Beim breiter gefassten S&P-500-Index ging es um 5,7 Prozent nach unten auf 4.397,94 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index brach um 7,5 Prozent ein auf 14.438,40 Punkte, damit verzeichnete er den höchsten Wochenverlust seit März 2020.






Ausblick: Anhaltende Nervosität



Nach den beiden unruhigen vergangenen Wochen dürfte die Nervosität an den deutschen Aktienbörsen auch in den kommenden Tagen anhalten. Das wichtigste Ereignis der aktuellen Woche dürfte die Ratssitzung der US-Notenbank Fed sein. Das Thema Geldpolitik hatte die Märkte zuletzt am stärksten bewegt – trotz beginnender Berichtssaison –, insofern dürften die Anleger nun vor allem darauf achten, was die Fed sagt und signalisiert. In der vergangenen Woche waren Spekulationen laut geworden, wonach die Notenbank ihre Geldpolitik schneller und deutlicher straffen könnte als noch vor kurzem angenommen. Sollte die Fed sich nach ihrer Sitzung nun in dieser Richtung äußern, könnte dies die Märkte erneut belasten. Besonders Technologiewerte könnten dann wieder verstärkt unter Druck geraten, fürchten Analysten.Hinsichtlich der Tech-Werte dürfte sich der Blick der Anleger auch auf den Fortgang der Berichtssaison richten. In der aktuellen Woche legen in den USA nämlich einige Schwergewichte ihre Zahlen vor, darunter AppleIBMIntel und Microsoft. Neben den Ergebnissen dürften hier insbesondere auch die Ausblicke und Prognosen im Fokus der Märkte stehen. Hierzulande geben unter anderem die Deutsche Bank und Sartorius Einblicke in ihre Bücher.

Wichtige Konjunktur-Indikatoren



Von Seiten der Konjunkturdaten dürften aus Deutschland und der Eurozone in erster Line das Ifo-Geschäftsklima, die Einkaufsmanagerindizes und das Verbrauchervertrauen für Aufmerksamkeit sorgen. Aus den USA kommen unter das Bruttoinlandsprodukt, die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter, die persönlichen Einkommen und Ausgaben und das Verbrauchervertrauen.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 24.01.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleitungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Markit PMI Gesamtindex (USA); Nationaler Aktivitätsindex der Chicago Fed (USA); Dallas Fed Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 25.01.: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Verbrauchervertrauen in den USAA; S&P/Case-Shiller Hauspreisindex (USA)
Mittwoch, 26.01.: Ergebnis der Ratssitzung der US-Notenbank; Verkäufe neuer Häuser in den USA; Ergebnis der Ratssitzung der Bank of Canada
Donnerstag, 27.01.: Verbraucherpreise in Deutschland; GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; Bruttoinlandsprodukt der USA; Persönliche Konsumausgaben in den USA; Schwebende Hausverkäufe in den USA
Freitag, 28.01.: Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Geschäftsklima in der Eurozone; Persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA)
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