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Sa, 13. August 2022, 23:32 Uhr

Gedrückte Stimmung an europäischen Börsen


04.07.22 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Stimmung an Europas Börsen blieb auch am Freitag gedrückt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Nachdem etwa der DAX (ISIN: DE0008469008 WKN: 846900) eine ziemlich üble erste Jahreshälfte und den schwächsten Juni-Monat in seiner 34-jährigen Geschichte erlebt habe, habe er auch am ersten Tag der zweiten Jahreshälfte erst im Handelsverlauf leicht ins Plus drehen und am Ende um 0,23% höher schließen können. Der ATX (ISIN: AT0000999982, WKN: 969191) habe es ebenso wie der EURO STOXX 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) nicht mehr ins Plus geschafft. Die Angst vor einem möglichen Konjunktureinbruch stecke Europas Anlegern nach wie vor in den Gliedern. Mehr und mehr Investoren würden fürchten, dass der Mix aus hoher Inflation und Angebotsverknappungen auf der Energieseite die USA ebenso wie die Eurozone in die Rezession zwingen könnten. Wegen der vorherrschenden Gaskrise werde eine solche Rezession insbesondere in Europa tatsächlich immer wahrscheinlicher. Ein Abschalten weiter Teile der europäischen und insbesondere der deutschen Wirtschaft müsse im Extremfall befürchtet werden und den Menschen sei noch zu sehr bewusst, wie die Wirtschaftsdaten im letzten Lockdown 2020 ausgesehen hätten.

Die US-Aktienmärkte hätten dann später am Freitag nach einem wechselhaften Kursverlauf mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Der Dow Jones Industrials (ISIN: US2605661048, WKN: 969420) habe am letzten Handelstag vor dem verlängerten Wochenende in Summe ein Plus von 1,05% geschafft. Für den marktbreiten S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) sei es um 1,06% nach oben gegangen. Der technologielastige NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) habe 0,71% gewonnen, was dort aber immer noch einen Wochenverlust von 4,3% bedeutet habe. Tags zuvor hätten sich die drei Börsenbarometer mit historisch hohen Kursabschlägen für das erste Halbjahr aus dem Handel verabschiedet.

Die jüngsten konjunkturellen Daten aus der weltgrößten Volkswirtschaft seien mäßig ausgefallen. So sei die Stimmung in der US-Industrie im Juni deutlicher als erwartet auf ein Zweijahrestief von 53 Punkten gesunken, wie der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) belege. Der Stimmungsindikator, der als Gradmesser für das gesamtwirtschaftliche Wachstum gelte, liege aber immerhin weiter deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Unterdessen würden die Schwächesignale am US-Häusermarkt anhalten: Die Bauausgaben im Mai seien gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen, während Analysten hierbei mit einem Anstieg gerechnet hätten. Paradox: Schwache Wirtschaftsdaten würden derzeit aber auch die Hoffnung darauf nähren, dass die US-Notenbank mit Rücksicht auf die Konjunktur nur behutsam ihre Zinsen im Kampf gegen die Inflation erhöhe und müssten somit nicht unbedingt eine negative Aktienmarktreaktion zur Folge haben, wie man am Freitag wieder einmal eindrucksvoll habe sehen können.

An den Rohstoffmärkten hätten die Ölpreise zwar insgesamt auf erhöhten Niveaus notiert, könnten aber aufgrund der zunehmenden Rezessionssorgen vorerst kaum weiter ansteigen. Aktuell notiere die Sorte Brent bei gut USD 111 je Fass. Auch Gold werde seinem Ruf als Inflations- und Krisengewinner nur bedingt gerecht. Hier belaste unter anderem der wiedererstarkte US-Dollar die Dynamik. Das gelbe Edelmetall notiere somit aktuell bei USD 1.812 je Feinunze. Noch wesentlich enttäuschender entwickele sich der Kryptomarkt. Dieser habe nicht einmal im Zuge des Anstiegs der US-Börsen am Freitag merkbar nach oben drehen können. Der Bitcoin als bekanntester Vertreter der Kryptos notiere somit bei USD 19.100.

Die asiatischen Aktienindices würden heute Morgen eine uneinheitliche Tendenz zeigen. In Tokio liege der TOPIX mehr als 1,2% im Plus, in Seoul der KOSPI (ISIN: KRD020020008, WKN: A0G899) fast 0,9% im Minus.

In New York finde wegen des US-Unabhängigkeitstags (Independence Day) kein Börsenhandel statt. Die wahrscheinlich bedeutendste Datenveröffentlichung heute dürfte am Vormittag der Sentix Index für die Eurozone sein. Hier gehe der Konsens davon aus, dass sich die Konjunkturstimmung weiter eingetrübt haben sollte. (04.07.2022/ac/a/m)




 
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