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Mo, 8. August 2022, 16:00 Uhr

Gemengelage an globalen Aktienmärkten bleibt herausfordernd


26.04.22 16:07
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Wiederwahl Emmanuel Macrons bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich wirkte beruhigend auf die Aktienmärkte, denn ein Machtwechsel hätte für die europäische Zusammenarbeit signifikante Belastungen bedeutet, so die Analysten der National-Bank AG.

Dies gelte im Besonderen für das Verhältnis Frankreichs mit Deutschland. Andere Sorgen würden jedoch die Marktstimmung bestimmen und für erhebliche Unsicherheit sorgen. Eine wesentliche betreffe den Zinserhöhungspfad der US-Notenbank. So habe FED-Chef Jerome Powell bei einer Veranstaltung des Internationalen Währungsfonds Ende vergangener Woche darauf hingewiesen, dass die Zinsschritte größer ausfallen könnten, als ursprünglich geplant. Er bereite die Märke so auf einen großen Zinsschritt im Mai vor und lasse auch keine Zweifel daran, dass weitere, auch große Zinserhöhungen folgen würden. Powell zufolge sei die US-Wirtschaft stark genug, um eine Fülle an Zinserhöhungen zu verkraften. Die Märkte schienen die Signale der FED verstanden zu haben und würden nun eine noch schärfere Wende einpreisen. Dies habe belastend auf die Aktienmärkt gewirkt.

Einen weiteren Belastungsfaktor stelle die Zero-Covid Policy der chinesischen Regierung dar. Nachdem sich die Hafenstadt Shanghai seit Wochen im Lockdown befinde, würden nun vermehrt auch Corona-Fälle in Peking auftreten, so dass möglicherweise auch der 21 Mio. Einwohner Metropole massive Einschränkungen drohen würden und es sogar zum Lockdown kommen könnte. Folgen eines solchen Lockdowns wären merkliche Produktionsbeeinträchtigungen vieler europäischer Unternehmen. Auch dürften sich die Lieferketten vieler Unternehmen weiter verschlechtern.

Diese Woche nehme die Q1-Berichtssaison weiter Fahrt auf. Die Zahlen seien bislang gemischt gewesen und es bleibe abzuwarten, wie sich der kostenseitige Margendruck in den Unternehmenszahlen niederschlage. Angesichts vieler Unwägbarkeiten - geopolitische Gemengelage, Dauer von Lieferproblemen, Ausmaß strafferer Finanzierungsbedingungen - sollten die Unternehmensausblicke noch mehr als sonst entscheidend für das Kurspotenzial im Zuge der Berichtssaison sein. Die Analysten der National-Bank AG würden jedoch damit rechnen, dass die Ausblicke vage bleiben würden und so keine starken Impulse von der Berichtssaison ausgehen würden. Dies gelte besonders für Europa.

Aktien

Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe herausfordernd. Für eher sinkende Notierungen würden die Vielzahl an skizzierten Belastungsfaktoren sprechen. Aus denen würden sich aber auch Hoffungsschimmer für die Aktienmärkte ergeben, da Aktien als sehr gute Absicherung gegen hohe Inflationsraten angesehen würden und daher bei vielen institutionellen Investoren weiter weit oben auf der Kaufliste stünden. Die Analysten der National-Bank AG seien überzeugt, dass gerade der US-Aktienmarkt fortdauernd gute
Anlagemöglichkeiten biete, nicht nur, aber auch wegen der größeren räumlichen Entfernung zum Kriegsgeschehen. (26.04.2022/ac/a/m)