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So, 14. August 2022, 0:30 Uhr

Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibt herausfordernd


08.06.22 15:58
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Im Verlauf des Monats Mai wurde nach der ersten Bear-Market-Attacke im März dieses Jahres auch die zweite abgewiesen und die maßgeblichen Aktienindices stabilisierten sich nahe der Niveaus, die sie schon zur Zeit des Kriegsbeginns in der Ukraine innehatten, so die Analysten der National-Bank AG.

Allerdings mache dieses vermeintliche Gleichgewicht einen recht fragilen Eindruck. Der zum Jahresbeginn 2022 aufgenommene mittelfristige Abwärtstrends sei mitnichten gebrochen und nach Erachten der Analysten lägen keine Umstände vor, die dies in nächster Zeit hätten erwarten lassen. Entgegen den Erwartungen und Hoffnungen vor allem der Zentralbanken würden die durch den Ukraine-Krieg und die chinesische Zero-Covid-Politik verursachten Angebotsengpässe einen anhaltenden und deutlichen Aufwärtsdruck auf die Inflationsraten ausüben. In Folge verstärke sich der Zugzwang der Notenbanken, ihre Geldpolitik restriktiver zu gestalten bzw. die kurzfristigen Zinsen deutlich zu erhöhen.

Dabei erscheine es unglücklich, dass Preissteigerungen eher von der Angebotsseite als von der Nachfrageseite herrühren würden: Dies erschwere den Notenbanken ihre Aufgabenerfüllung deutlich, lägen doch die Gründe für den Preisauftrieb nahezu vollständig außerhalb ihres Beeinflussungsrahmens. Diese Gemengelage belaste das Aktiensentiment, für das die Analysten während der nächsten Wochen keine merkliche Aufhellung erwarten würden. Noch sei zudem weiterhin unklar, inwieweit die o. g. geopolitischen Belastungen den künftigen globalen Konjunkturverlauf (und damit die zukünftige Entwicklung der Unternehmensgewinne) beeinflussen würden. Der Formulierung der kommenden Unternehmensausblicke werde in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit zu schenken sein.

Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe herausfordernd. Der unheilvolle Mix aus Ukraine-Krieg und sehr restriktiver chinesischer Corona-Politik mit seinen negativen Implikationen insbesondere hinsichtlich der Lieferketten werde seine Wirkung erst im zweiten Quartal voll entfalten. Für die Aktienanlage spreche allerdings ihre Eignung als Inflationsschutz. Dies gelte zuvorderst für "Global Player" mit Preissetzungsmacht. Insbesondere auf kürzere Sicht würden die Analysten ihre vorsichtige und abwartende Positionierung beibehalten. Anleger, die bei der Aktienanlage die grundsätzlich immer notwendige Geduld aufzubringen vermögen, sollten Positionen mit Buchgewinnen laufen lassen und mit einem "Katastrophen-Stop-Loss" versehen. (08.06.2022/ac/a/m)