Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 5. Dezember 2022, 18:28 Uhr

Geopolitische Risiken treiben Ölpreis in die Höhe


21.01.22 15:55
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Am Ölmarkt hat sich offenbar mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt, dass die Omikron-Variante des Corona-Virus keine dramatischen Folgen auf die Nachfrage des schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt haben wird, so die Experten von LYNX Broker.

Das bestätige auch der aktuellste Monatsbericht der OPEC, die die globale Nachfrage um 4,15 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr steigen sehe. Damit würde im dritten Quartal die Schwelle von 100 Millionen Barrel pro Tag überschritten werden. Diese ungebrochene Nachfrage schlage sich natürlich auch im Preis nieder. Seit Anfang der Woche kenne der Kurs nur den Weg nach oben - und so könnte es auch weitergehen, wie Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX erkläre.

"Aktuell gibt es einige geopolitische Risiken, die dazu führen, dass der Ölpreis immer weiter steigt. Dazu gehört natürlich zum einen die Abkehr von fossilen Brennstoffen im Zuge der Energiewende. Gerade erst hat der kolumbianische Präsidentschaftskandidat Gustavo Petro seine Pläne verkündet, die Wirtschaft des Landes umzubauen und die Öl- und Gasförderung durch eine wissensbasierte, tourismusgetriebene Wirtschaft zu ersetzen. Auch die großen Öl-Majors investieren gerade stark in die erneuerbaren Energien, was zulasten der Ölförderung geht. Gerade erst haben BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) und der Oman eine Taskforce gegründet, die die Möglichkeit für Wind- und Solarfelder prüfen soll. TotalEnergies (ISIN FR0000120271/ WKN 850727) hat seine Anteile an einem Ölfeld in Angola an ein regionales Unternehmen verkauft, um sich stärker auf andere Projekte mit weniger Emissionen konzentrieren zu können. Und Shell wird den ersten schwimmenden Wind-Park in großem Maßstab vor der schottischen Küste bauen", erkläre der Experte.

Doch neben dem großen Thema der Energiewende und deren langfristigen Auswirkungen auf den Öl- und Energiemarkt gebe es noch andere, ganz aktuelle Gründe für die steigenden Preise. "Der Drohnenangriff der Huthi-Rebellen auf die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hat zu einer plötzlich deutlich erhöhten Unsicherheit in einer der wichtigsten Ölregionen der Welt geführt. Diese Verschlechterung der Sicherheitslage auf der Arabischen Halbinsel, sowie die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe schlägt sich jetzt im Ölpreis nieder", fasse Sadowski zusammen.

Auch auf der anderen Seite der Erde sorge ein seit lange schwelender Konflikt für Besorgnis. "Die Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine befeuert den Ölpreis zusätzlich, denn diese könnte dazu führen, dass die Lieferungen von russischem Öl und Gas in den Westen unterbrochen werden. Bereits besteht der begründete Verdacht, dass Russland seine Gaslieferungen in den Westen als Druckmittel benutzt, denn auch für Februar scheinen keine Lieferungen durch die Yamal-Pipeline nach Europa vorgesehen zu sein. Die US-Behörden haben außerdem bereits Gespräche mit mehreren großen Öl- und Gaskonzernen über Notfallpläne für die Lieferung von Erdgas nach Europa geführt, falls ein russisch-ukrainischer Militärkonflikt ausbricht und die Pipelines aus Russland unterbricht."

Während also die weiteren Entwicklungen der Corona-Pandemie für den Ölpreis derzeit kaum eine Rolle zu spielen scheinen, führen die genannten geopolitischen Risiken zu stetig weiter steigenden Preisen, so die Experten von LYNX Broker.

"Das könnte auch durchaus noch einige Zeit so weitergehen, denn die immer stärker schwelenden Konflikte in Osteuropa und Arabien werden sich nicht in Luft auflösen", prophezeie Sadowski. (21.01.2022/ac/a/m)





 
Werte im Artikel
5,61 plus
+0,25%
58,49 minus
-0,44%