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Mo, 8. August 2022, 15:19 Uhr

Globale Aktienmärkte: Gemengelage bleibt herausfordernd


21.06.22 16:35
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Der Ton an den internationalen Aktienmärkten wird erneut rauher, so die Analysten der National-Bank AG.

Innerhalb wenig mehr als einer Börsenwoche würden Indexrückgänge die gängigen Leitbarometer wieder nahe an ihre Frühjahrstiefstände heranführen. An Wall Street würden diese Tiefstände sogar recht deutlich unterboten. Die Begleitmusik dieser Entwicklung erscheine dissonant: Die Entwicklung rasch steigender Preise verfestige sich und markiere mittlerweile das höchste Inflationsniveau seit vier Jahrzehnten. Damit erhöhe sich der Druck auf die Zentralbanken, ihre Geldpolitik zusehends weniger expansiv, vielleicht demnächst sogar restriktiver zu gestalten. Mögliche weitere Zinserhöhungsschritte im Umfang von bis zu 75 Basispunkten würden weder von der FED noch von der EZB ausgeschlossen.

Die die Inflation antreibenden heftig steigenden Energiepreise würden zusätzlichen Auftrieb durch die jüngste russische Gasverknappung an den europäischen Märkten erhalten, während der fortgesetzte russische Angriffskrieg in der Ukraine zusätzlichen Preisauftrieb bei Getreide und anderen Lebensmitteln bewirke. Und schließlich bestehe die Problematik anhaltender Lieferkettenstörungen rund um den Globus fort. Diese würden noch zusätzlich durch die äußerst restriktive Corona-Politik der chinesischen Regierung verstärkt.

Angesichts dieser Barrage von Belastungsfaktoren schlage sich die Weltkonjunktur zum Glück noch immer recht passabel. Mit jedem Monat erhöhe sich jedoch der Druck, zumal eine rasche Abschwächung der beschriebenen Belastungen naturgemäß nicht in Sicht sei: Weder werde der russische Angriffskrieg in der Ukraine rasch enden, noch könnten die Notenbanken alsbald zu einer wieder expansiveren Politik der Mittelversorgung zurückkehren. Zunehmend wahrscheinlich sei auch eine sich ab dem kommenden Herbst mindestens auf der Nordhalbkugel der Erde wieder belebende Corona-Infektionsentwicklung mit all ihren belastenden Implikationen für Unternehmensgewinne, -ausblicke und volkswirtschaftliche Kennzahlen.

Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe herausfordernd. Für die Aktienanlage spreche allerdings ihre Eignung als mittel- und langfristiger Inflationsschutz. Dies gelte zuvorderst für "Global Player" mit Preissetzungsmacht. Insbesondere auf kürzere Sicht behalten die Analysten der National-Bank AG ihre vorsichtige und abwartende Positionierung und "Politik der ruhigen Hand" bei. Risikobegrenzung, nicht aber überhastete Depotveränderungen, seien das Gebot der Stunde. (21.06.2022/ac/a/m)