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Mi, 10. August 2022, 10:27 Uhr

Globale Aktienmärkte trotz vielschichtiger Belastungsfaktoren deutlich angestiegen


30.05.22 17:33
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Trotz vielschichtiger Belastungsfaktoren sind die globalen Aktienmärkte in den letzten Tagen deutlich angestiegen, so die Analysten der National-Bank AG.

Nach den markanten Kursrückgängen in den Vorwochen habe eine Gegenbewegung eingesetzt, die insbesondere auch die arg gebeutelten Technologiewerte umfasst habe. Die Analysten würden die aktuelle Erholung jedoch nur als Bärenmarktrally einstufen, d.h. als eine durchaus signifikante Aufwärtsbewegung im Rahmen eines aber weiterhin vorherrschenden Abwärtstrends. Ihres Erachtens lägen aktuell keine Umstände vor, die dazu führen würden, dass der generelle Abwärtstrend gebrochen werden könnte.

Die durch den Ukraine-Krieg und die chinesische Zero-Covid Politik verursachten Angebotsengpässe würden anhaltend einen deutlichen Druck auf die Inflationsraten ausüben und in der Folge die Notenbanken unter Zugzwang setzen, die Zinsen deutlich zu erhöhen. Dass die Ursächlichkeit der Preissteigerungen eher von der Angebotsseite als von der Nachfrageseite herkomme, erschwere die Aufgabe für die Notenbanken deutlich, lägen die Gründe doch nahezu vollständig außerhalb des Beeinflussungsrahmens der Notenbanken.

Bei beiden Hauptdeterminanten der gegenwärtigen Unsicherheit sei die Dauer nicht absehbar, was nicht dazu führen sollte, dass sich das Aktiensentiment in den nächsten Wochen merklich aufhellen sollte. Zudem sei der Einfluss der vorherrschenden Krisenherde auf die zukünftigen Unternehmensgewinne weiterhin nicht abschätzbar. Die diesbezügliche Unsicherheit bleibe daher sehr hoch.

Die Berichterstattung zum ersten Quartal sei bei den von uns betrachteten Indices mit deutlichen Zuwächsen bei den Umsätzen und den Gewinnen erfreulich verlaufen und zeige die (noch) gute Verfassung vieler Unternehmen zu Beginn des Jahres. Die Frage werde nun sein, inwieweit sich die vagen Unternehmensausblicke in sinkenden Unternehmensumsätzen respektive -gewinnen niederschlagen würden.

Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe herausfordernd Der unheilvolle Mix aus Ukraine-Krieg und sehr restriktiver chinesischer Corona-Politik mit seinen negativen Implikationen insbesondere hinsichtlich der Lieferketten werde seine Wirkung erst im zweiten Quartal voll entfalten. Für die Aktienanlage spreche allerdings ihre Eignung als Inflationsschutz. Dies gelte zuvorderst für "Global Player" mit Preissetzungsmacht.

Zusammenfassend würden die Analysten - insbesondere im kürzerfristigen Horizont - bei ihrer vorsichtigen und abwartenden Positionierung bleiben. Nichtsdestotrotz würden sie Anlegern mit etwas Geduld, welche man bei der Aktienanlage grundsätzlich immer haben sollte, ein Festhalten an gewinnträchtigen Positionen empfehlen. In der Historie seien schwierige Zeiten an den Börsen immer wieder überwunden worden. Darüber hinaus blicke man auf ein Jahrzehnt herausragender Börsenzuwächse zurück. Dass es auch mal anders laufen könne, sei keine Überraschung. (30.05.2022/ac/a/m)