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Goldpreis

WKN: 965515 / ISIN: XC0009655157

Gold bleibt nach FED-Ausblick interessant


23.08.21 14:30
VanEck

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Aus dem Bericht des World Gold Council für das zweite Quartal geht hervor, dass sich die Gesamtnachfrage nach Gold im ersten Halbjahr verbessert hat, was vor allem auf das Wiederaufleben von Covid in Indien zurückzuführen ist, wie Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar schreibt.

"Dies war zwar erwartet worden, doch die Höhe der Zentralbanknachfrage war eine deutlich positive Überraschung. Die Nettokäufe der Zentralbanken beliefen sich in der ersten Jahreshälfte auf insgesamt 333 Tonnen. Dies entspricht dem hohen Niveau der Nettokäufe vor der Pandemie, als Russland und China die größten Abnehmer waren", sage Foster. In diesem Jahr seien Thailand, Ungarn und Brasilien als größte Abnehmer aufgetreten. "Der thailändische Zentralbankgouverneur wies darauf hin, dass Gold die wichtigsten Ziele des Reservemanagements erfüllt: Sicherheit, Rendite, Diversifizierung und Absicherung des Tail-Risikos."

Sinkende Zinssätze würden darauf hindeuten, dass die Anleihenmärkte eine bevorstehende wirtschaftliche Schwäche befürchten würden. Die Stärke des US-Dollars hingegen sei ein Zeichen für eine gesunde Wirtschaft, die Investitionsströme anziehe. "Diese divergierenden Märkte deuten auf ein hohes Maß an Unsicherheit hin. Die Anleihenmärkte spiegeln die Besorgnis über die zunehmenden Auswirkungen der Delta-Variante und die Befürchtung wider, dass die Wirtschaft leiden könnte, wenn die FED damit beginnt, ihre Konjunkturmaßnahmen zurückzunehmen. Andererseits deutet die Stärke des Dollars darauf hin, dass die Zinssätze im Zuge der wirtschaftlichen Erholung steigen werden", so Foster.

Es könnte sein, dass der Dollar eine korrekte Prognose für die nahe Zukunft darstelle, während Anleihen eine längerfristige Perspektive hätten. Fiskal- und geldpolitische Anreize würden die Wirtschaft noch ein oder zwei Jahre lang ankurbeln. "Wir glauben jedoch, dass das Wirtschaftswachstum mit zunehmenden Risiken behaftet sein wird, sobald die konjunkturellen Anreize nachlassen. Die Aktien- und Anleihenmärkte könnten ohne die von Regierungen bereitgestellte Liquidität, auf die sie bauen, zusammenbrechen", sage Foster.

Derzeit würden Angebotsengpässe und die wachsende Nachfrage die Inflation antreiben. "Wir glauben jedoch, dass eine Rekordgeldmenge, strukturell höhere Rohstoffpreise, demografische Verschiebungen in Bezug auf den Faktor Arbeit und die Verlagerung des Handels darauf hindeuten, dass die Inflation langfristig anhalten könnte. Inflation stellt ein erhebliches Risiko dar und wenn der Anleihenmarkt die wirtschaftliche Schwäche richtig vorhersagt, dann wird die aktuelle Inflation eventuell irgendwann in eine Stagflation übergehen", so Foster.

Eine andere Interpretation der Divergenz zwischen dem Dollar und den Anleihenmärkten bestehe darin, dass die traditionellen Signale, auf die sich der Markt verlasse, durch die radikale Finanz- und Geldpolitik, die mit der globalen Finanzkrise begonnen habe und mit der Pandemiekrise geradezu entfesselt worden sei, verzerrt worden seien. "Die Welt ist mit Liquidität, die fast zum Nulltarif erhältlich ist, gesättigt. Billionen von Dollar können die Märkte ohne Rücksicht auf Fundamentaldaten antreiben, wenn sich Anleger verzweifelt auf der Suche nach Rendite befinden", sage Foster. (23.08.2021/ac/a/m)





 
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