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Fr, 3. Februar 2023, 12:32 Uhr

Helma Eigenheimbau

WKN: A0EQ57 / ISIN: DE000A0EQ578

HELMA Eigenheimbau: Abrupter Vorstandswechsel - Downgrade angesichts der herrschenden Unsicherheit - Aktienanalyse


07.11.22 18:44
Montega AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - HELMA Eigenheimbau-Aktienanalyse von der Montega AG:

Patrick Speck, Analyst der Montega AG, senkt in einer aktuellen Aktienanalyse seine Anlageempfehlung für die Aktie der HELMA Eigenheimbau AG (ISIN: DE000A0EQ578, WKN: A0EQ57, Ticker-Symbol: H5E) von "kaufen" auf "halten" und sein Kursziel von 59 auf 35 Euro.

HELMA Eigenheimbau habe am 17. Oktober überraschend die sofortige Abberufung des langjährigen Vorstands Gerrit Janssen gemeldet, woraufhin die Aktie in den Folgetagen rund ein Fünftel an Wert eingebüßt habe. Wenngleich die genauen Hintergründe des Vorstandswechsels noch immer unbekannt seien, stehe dieser nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG nicht in direktem Zusammenhang mit der Ende September veröffentlichten Insolvenz eines bedeutenden Subunternehmens von HELMA Ferienimmobilien.

Wie HELMA inzwischen erklärt habe, sei das insolvente Subunternehmen hauptsächlich als Generalunternehmer der Tochter HELMA Ferienimmobilien GmbH in verschiedenen Projekten aktiv gewesen. HELMA Ferienimmobilien sei Teil des Konzernsegments "Vorgeplant" und habe in H1/22 Erlöse in Höhe von 35,3 Mio. Euro (20,8% des Konzernumsatzes) sowie einen Auftragseingang von 33,7 Mio. Euro (17,1% des Konzern-AEs) erzielt. Alle weiteren Unternehmen der HELMA-Gruppe seien von der Insolvenz nicht betroffen. Nach Angaben HELMAs seien die Verträge mit dem Subunternehmer außerordentlich gekündigt worden. Der Konzern befinde sich aktuell in fortgeschrittenen Gesprächen mit regionalen Handwerksfirmen, um die Fertigstellung der beauftragten Häuser zu gewährleisten und die Bauarbeiten in allen betroffenen Projekten kurzfristig fortzusetzen.

Bei dem insolventen Subunternehmen handle es sich nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG um die in Rheine (NRW) ansässige Natura Holzbau GmbH, die am 29. September unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt worden sei. Der Betrieb für hochwertige Holzfertigungen und schlüsselfertige Blockhäuser beschäftige rund 75 Mitarbeiter und dürfte für HELMA u.a. im Ostseeressort Olpenitz und dem Nordseeressort Tossens gebaut haben. Grund für die Insolvenz von Natura Holzbau seien laut Insolvenz-Portal hohe Rohstoffpreise und Verzögerungen bei der Materialbeschaffung. Nach Insolvenzanmeldung seien die Aufträge von HELMA gekündigt worden. Die Aktienanalysten der Montega AG würden davon ausgehen, dass dabei auch mangelhafte Bauausführungen oder andere Qualitätsprobleme eine Rolle gespielt hätten, was nach Erachten der Aktienanalysten Garantieforderungen von Kunden nach sich ziehen könnte.

Per 30.06. habe HELMA nach dem Niederstwertprinzip bilanzierte Grundstücke von 238,6 Mio. Euro ausgewiesen, die im Durchschnitt vor vier Jahren erworben worden seien und trotz der derzeitigen Krise in der Bauwirtschaft weiter erhebliche stille Reserven beinhalten dürften. Auf die HELMA Ferienimmobilien seien Grundstücke für 1.375 Wohneinheiten mit einem laut HELMA potenziellen Erlösvolumen in Höhe von 605,9 Mio. Euro über die kommenden sechs Jahre entfallen. Insgesamt habe der Konzern zum Stichtag über ein Vorratsvermögen für 3.980 Einheiten mit einem Umsatzpotenzial von 2,1 Mrd. Euro verfügt. Dabei weise der übrige Teil des Bauträgergeschäfts (exkl. HELMA Ferienimmobilien) selbst mit einem Sicherheitsabschlag von 20% ein Erlöspotenzial von 1,18 Mrd. Euro auf. Hinzu komme ein erwarteter Beitrag von mehr als 100 Mio. Euro p.a. aus dem Baudienstleistungsgeschäft.

Zum 1. November 2022 habe Frau Andrea Sander den Vorsitz des Vorstands übernommen. Sie sei bei HELMA zuständig für die Bereiche Personal, Recht, Unternehmensentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Compliance. Zudem sei die neue Vorständin mit der Führung der HELMA Ferienimmobilien betraut. Neben der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts solle Frau Sander "konsequent die ESG-Kriterien in der Strategie der HELMA-Gruppe verankern". Sie sei in früheren Positionen bei internationalen Großkonzernen verantwortlich gewesen für die Bereiche Audit, Governance, Risk und Compliance und verfüge über umfangreiche Erfahrungen aus Projekten rund um Organisationsentwicklungen, Prozessoptimierungen und Change-Management.

Die Expertise der neuen Vorständin und die abrupte Abberufung des bisherigen CEOs sprächen nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG dafür, dass die Hintergründe der Verwerfungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat über die operativen Folgen der Insolvenz des Subunternehmers hinausgehen dürften. So sei der Vertrag von Herrn Janssen noch im Juli 2021 vorzeitig bis 2027 verlängert worden. Aufgrund der nach wie vor unklaren Gemengelage rund um den Vorstandswechsel und die Insolvenz des Subunternehmens habe sich die Prognosegenauigkeit in der kurzen Frist nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG deutlich eingetrübt. Die Prognosen der Aktienanalysten der Montega AG stünden somit unter der Prämisse, dass sich das Risiko für nicht weiterreichbare Gewährleistungsansprüche gegenüber HELMA oder andere wesentliche Kostenbelastungen bzw. Abschreibungen nicht materialisiere und keine weiteren Missstände ans Licht kämen.

Allerdings könnten sich etwaige Baumängel zumindest negativ auf die Reputation HELMAs auswirken und die nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG ohnehin konjunkturfühlige Nachfrage nach (Ferien-)Immobilien zusätzlich belasten. Hinzu komme, dass sich die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft weiter verschlechtert hätten. So sei der ifo-Index für das Bauhauptgewerbe im Oktober mit -24,0 Pkt. (-2,1 Pkt. mom) auf den niedrigsten Stand seit Januar 2016 gefallen. Zugleich hätten die Bauzinsen weiter angezogen und bei 10-jähriger Sollzinsbindung zuletzt bei rund 4,0% gelegen (Quelle: Interhyp).

Vor diesem Hintergrund würden die Aktienanalysten der Montega AG den Auftragseingang HELMAs im laufenden Jahr unterhalb der aktuellen Zielbandbreite von 350 bis 360 Mio. Euro erwarten (H1: 197,4 Mio. Euro), was für H2 einen Rückgang von mehr als 40% yoy impliziere. Demzufolge würden die Aktienanalysten der Montega AG auch ihre Umsatzplanung für die nächsten Jahre erneut anpassen. Für 2023 würden sie jeweils mit einem moderaten Umsatzrückgang in den Bereichen Eigenheimbau und Wohnungsbau sowie nur geringen Erholungs- bzw. Verschiebungseffekten im Bereich Ferienimmobilien rechnen, was in Summe für 2023 einen nochmaligen Rückgang des Konzernumsatzes bedeuten dürfte (MONe: -3,0% yoy). Ergebnisseitig würden sich die Aktienanalysten der Montega AG infolge der geringeren Top-Line nun ebenfalls deutlich konservativer positionieren und ihre mittelfristige EBIT-Margenerwartung 2022-28e um 90 BP sowie die Terminal Value-Marge um 50 BP reduzieren.

Aufgrund des Kurssturzes werde die HELMA-Aktie lediglich mit einem KBV 2023e von 0,50x bewertet (5Y-∅: 1,36x). Wesentliche Teile des Konzerns seien nach Erachten der Aktienanalysten der Montega AG von den Problemen rund um den Subunternehmer nicht unmittelbar betroffen und dürften weiterhin profitabel wirtschaften. Allerdings zeige sich das Marktumfeld aktuell deutlich eingetrübt und die finanziellen Risiken rund um die Insolvenz des Subunternehmers und den Vorstandswechsel seien für die Aktienanalysten bislang nicht abschließend einzuschätzen.

Infolge der Prognoseanpassung reduziert Patrick Speck, Analyst der Montega AG, das Kursziel auf 35,00 Euro (zuvor: 59,00 Euro) und stuft die Aktie von HELMA Eigenheimbau angesichts der herrschenden Unsicherheit trotz des Upside-Potenzials auf "halten" ab. (Analyse vom 07.11.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze HELMA Eigenheimbau-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs HELMA Eigenheimbau-Aktie:
18,55 EUR +4,80% (07.11.2022, 17:52)

XETRA-Aktienkurs HELMA Eigenheimbau-Aktie:
18,50 EUR +3,64% (07.11.2022, 17:36)

ISIN HELMA Eigenheimbau-Aktie:
DE000A0EQ578

WKN HELMA Eigenheimbau-Aktie:
A0EQ57

Ticker-Symbol HELMA Eigenheimbau-Aktie:
H5E

Kurzprofil HELMA Eigenheimbau AG:

Die HELMA Eigenheimbau AG (ISIN: DE000A0EQ578, WKN: A0EQ57, Ticker-Symbol: H5E) ist ein kundenorientierter Baudienstleister mit Full-Service-Angebot. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung, der Planung, dem Verkauf sowie der Bauregie von schlüsselfertigen oder teilfertigen Ein- und Zweifamilienhäusern in Massivbauweise. Insbesondere die Möglichkeit der individuellen Planung bzw. Individualisierung ohne Extrakosten sowie das ausgeprägte Know-how im Bereich energieeffizienter Bauweisen werden am Markt als Alleinstellungsmerkmale der HELMA Eigenheimbau AG wahrgenommen.

Mit überzeugenden, nachhaltigen Energiekonzepten hat sich die Gesellschaft als einer der führenden Anbieter solarer Energiesparhäuser etabliert und gehört mit mehreren tausend gebauten Eigenheimen zu den erfahrensten Unternehmen der Massivhausbranche. Die Tochterunternehmen HELMA Wohnungsbau GmbH, HELMA Ferienimmobilien GmbH und Hausbau Finanz GmbH komplettieren als Bauträger, Ferienhausanbieter und Finanzierungsvermittler das Angebot des HELMA-Konzerns. (07.11.2022/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Die diesem Artikel zugrundeliegende Finanzanalyse / Studie zu dieser Gesellschaft ist im Auftrag dieser Gesellschaft oder einer dieser Gesellschaft nahe stehenden Person oder Unternehmens erstellt worden.





 
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