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Fr, 12. August 2022, 10:53 Uhr

HelloFresh

WKN: A16140 / ISIN: DE000A161408

HelloFresh: Wie nachhaltig ist die Kursrally? Aktienanalyse


17.07.20 09:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.aktiencheck.de) - HelloFresh-Aktienanalyse der Bank Vontobel Europe AG:

Mit dem starken Kursgewinn seit Jahresbeginn zählt HelloFresh (ISIN: DE000A161408, WKN: A16140, Ticker-Symbol: HFG) definitiv zu den Gewinnern der Corona-Krise, so die Bank Vontobel Europe AG in einer aktuellen Veröffentlichung.

Das innovative Geschäftsmodell finde Anklang besonders bei Hobbyköchen und Menschen, die wenig Zeit hätten, den Einkauf selbst zu erledigen. Kritiker würden jedoch bemängeln, dass der Hype um das ehemalige Berliner Startup abflachen werde. Das Geschäftsmodell hebe sich grundlegend von denen der Konkurrenz ab und könnte die Art und Weise des Lebensmitteleinkaufs nachhaltig verändern.

Die Corona-Pandemie habe durch die Ausgangssperren weltweit die Menschen dazu gezwungen, viele Alltagstätigkeiten in den eigenen vier Wänden zu erledigen. Neben Arbeiten, Sport und Kinderbetreuung hätten viele Haushalte auch ihren Lebensmitteleinkauf in die heimische Wohnstätte verlagert. Essenslieferdienste wie Delivery Hero oder HelloFresh hätten sich seither großer Beliebtheit erfreut. Die Pandemie habe besonders HelloFresh den Durchbruch bescheren können. Seit dem Börsengang des Berliner Unternehmens im Jahr 2017 habe man es schwer gehabt, aus der Verlustzone zu kommen und schwarze Zahlen zu schreiben - bis Corona gekommen sei und das Geschäft mit fertig zusammengestellten Lebensmittel-Lieferungen kräftig belebt habe. Das würden auch die Zahlen des zweiten Quartals widerspiegeln: In den drei Monaten bis Ende Juni solle der Umsatz zwischen EUR 965 und EUR 975 Mio. gelegen haben. Damit habe man den Umsatz verglichen mit der Vorjahresperiode mehr als verdoppeln können. Die Zahl der aktiven Kunden weltweit werde bei ungefähr 4,2 Millionen geschätzt.

Inzwischen gebe es viele Essenslieferdienste am Markt, doch nicht alle würden den gleichen Service bieten. Lieferdienste wie Delivery Hero würden den Kunden als Bindeglied zum Restaurant dienen. Die Kunden würden über die Plattform bestellen, Delivery Hero übermittle die Information an das Restaurant und übernehme die Lieferung. HelloFresh wähle einen anderen Ansatz. Das Berliner Unternehmen biete Kunden wöchentlich wechselnde Menüs an, aus denen sie sich einzelne Gerichte zum Selbstkochen heraussuchen könnten. Die Zutaten würden dann mit den dazugehörigen Rezepten frei Haus geliefert. Menge der Portionen und Lieferzeitpunkt könnten individuell bestimmt werden.

Beide Geschäftsmodelle würden sich digital über eine App vollziehen, was bis auf die Tatsache, dass Lebensmittel geliefert würden, auch die einzige Gemeinsamkeit sei. HelloFresh spreche bewusst ein anderes Kundenprofil an als gewöhnliche Lieferdienste. HelloFresh-Kunden würden gerne selbst kochen und Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel legen. Seitens HelloFresh versuche man, dem Trend der bewussten Ernährung zu folgen und gebe an, überwiegend Bioprodukte aus lokaler Herstellung zu beziehen. Der Nachfrageboom in der Corona-Zeit habe deutlich gezeigt, dass man damit einen Nerv bei den Kunden getroffen habe. Allerdings sei das Geschäftsmodell HelloFreshs aufwendiger als das der Konkurrenz: Die Lebensmittel müssten bestellt, verpackt und versandt werden. Das wirke sich tendenziell negativ auf die Margen aus. Das innovative Geschäftsmodell könnte jedoch maßgebend für die Zukunft sein, da es den Kunden eine echte Alternative zum Einkauf im Supermarkt biete.

Die große Frage, die sich Analysten und Marktbeobachtern jetzt stelle, sei, ob das Geschäft auch in einer Zeit nach Corona ähnlich erfolgreich laufen werde. Experten würden davon ausgehen, dass der Erfolg noch zumindest im aktuellen Jahr anhalten werde. Auf längerfristige Sicht sähen nicht wenige den Hype um den Lebensmittellieferdienst abflachen.

Gründer und CEO, Dominik Richter, sei dennoch von der Vision seines Unternehmens, die Menschen mehr und mehr für das Selbstkochen zu begeistern, überzeugt: "Restaurants sehen wir nicht in erster Linie als direkte Konkurrenten", habe er angesprochen auf die Wiedereröffnung von Speiselokalen zu Protokoll gegeben. "Deswegen hoffen wir, dass viele Neukunden bei uns bleiben, auch wenn die Restaurants wieder geöffnet haben." Seine Argumentation ähnele dabei der von anderen digitalen Anbietern wie TeamViewer oder Zoom. Man hoffe, dass Kunden, die jetzt durch die Corona-Pandemie gewonnen worden seien, langfristig ihr Verhalten ändern und dem Unternehmen treu bleiben würden. HelloFresh wolle dabei die günstigere Alternative zum Restaurantbesuch sein und dem Kunden gleichzeitig erschwinglichere Preise für hochwertige Lebensmittel bieten als der Supermarkt.

Die Aktie der HelloFresh SE werde aktuell bei EUR 49,96 gehandelt (14.07.2020). Das Jahreshoch sei bei EUR 53,35 (10.07.2020) und das Jahrestief bei EUR 8,13 (24.07.2019) erreicht worden. Bei Bloomberg würden acht Analysten die Aktie auf "buy", vier auf "hold" und kein Analyst auf "sell" setzen. (Analyse vom 15.07.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze HelloFresh-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs HelloFresh-Aktie:
47,94 EUR -1,36% (17.07.2020, 08:46)

XETRA-Aktienkurs HelloFresh-Aktie:
47,90 EUR -0,21% (16.07.2020, 17:35)

ISIN HelloFresh-Aktie:
DE000A161408

WKN HelloFresh-Aktie:
A16140

Ticker-Symbol HelloFresh-Aktie:
HFG

Kurzprofil HelloFresh SE:

HelloFresh (ISIN: DE000A161408, WKN: A16140, Ticker-Symbol: HFG) ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Es wurde im Jahr 2011 gegründet. HelloFresh bietet so genannte "Kochboxen" für Verbraucher an: Pakete mit vorbereiteten Zutaten und einem Rezept, die im Abonnement erhältlich sind. Hauptaktionär der börsennotierten Aktiengesellschaft ist das Beteiligungsunternehmen Rocket Internet. (17.07.2020/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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