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Di, 4. Oktober 2022, 17:50 Uhr

S&P 500

WKN: A0AET0 / ISIN: US78378X1072

Ist der Tiefpunkt an den Aktienmärkten erreicht?


22.07.22 11:30
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Es war bislang kein gutes Jahr für die Aktienmärkte, so die Experten von LYNX Broker.

Nach ihrem Höchststand Anfang Januar sei es bergab gegangen und mittlerweile habe der S&P 500 rund 20 Prozent an Wert eingebüßt. Zuletzt habe es zwar Anlass zu vorsichtigem Optimismus gegeben, als am vergangenen Freitag alle drei großen US-Indizes mehr als ein Prozent hätten zulegen können, doch diese Hoffnungen seien schnell wieder zerstört worden, als Apple am Montag verkündet habe, dass das Unternehmen weniger stark wachsen würde als geplant, da die Nachfrage zurückginge. Die Frage sei nun, ob die Talfahrt der letzten Monate weitergehe oder ob bereits der Tiefpunkt erreicht sei.

Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX gibt es tatsächlich Anzeichen dafür, dass die Talsohle erreicht ist. "Immer mehr Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Inflation im Juni ihren Höchststand erreicht hat und die Zinssteigerungen der FED langsam aber sicher ihre Wirkung entfalten. Das würde wiederum bedeuten, dass die Notenbanker bei ihren nächsten Schritten weit weniger aggressiv vorgehen könnten als bisher angenommen."

Tatsächlich würden etwa die Preise von Öl und Kupfer andeuten, dass die industrielle Nachfrage nach diesen Rohstoffen im letzten Monat gesunken sei, was wohl auch auf die Zinssteigerungen durch die FED zurückzuführen sei. Dazu Sadowski: "Der Ölpreis ist gegenüber seinem Jahreshöchststand bereits deutlich um rund 17 Prozent gesunken. Da Öl ganze 12 Prozent des Warenkorbs bei der Berechnung des Consumer Price Index (CPI) ausmacht, dürfte sich der sinkende Preis auch direkt auf die Inflationsrate auswirken. Das wiederum könnte die FED veranlassen, bei ihrem nächsten Zinsschritt weniger aggressiv vorzugehen. Für die Märkte wären das gute Nachrichten, die ihnen Auftrieb verschaffen könnten."

Ein weiterer Faktor sei der Markt für FED Funds Futures, der es Anlegern ermögliche, direkt auf den Leitzins zu spekulieren. "Betrachtet man die aktuellen Daten, geht der Markt derzeit davon aus, dass der US-Leitzins auf vier Prozent steigen wird und es im nächsten Jahr bereits wieder Spielraum für Zinssenkungen geben wird", erkläre Sadowski und füge hinzu: "Die Aussicht auf ein baldiges Ende der Zinssteigerungen spielt für die Stimmung an den Märkten eine wesentlich größere Rolle, als die Frage, ob die FED den Zins im nächsten Schritt um 75 oder 100 Basispunkte erhöhen wird."

Das Vertrauen auf eine positivere Zukunftsperspektive spiegele sich auch in der Reaktion der Märkte auf die letzten CPI-Daten wider, denn obwohl die Inflation im Juni so hoch gewesen sei wie seit Jahrzehnten nicht mehr, seien die Aktienmärkte gelassener geblieben, als es angesichts dieser Zahlen zu erwarten gewesen wäre. "Das lässt darauf schließen, dass die Risiken der Inflation bereits in den Aktienbewertungen eingepreist sind."

Trotz all dieser bullischen Zeichen mahne Sadowski zur Vorsicht, denn auch die Bären hätten einige Argumente auf ihrer Seite. "Es ist damit zu rechnen, dass die Gewinnschätzungen in diesem Jahr geringer ausfallen werden, als ursprünglich angenommen. Das könnte den Aktienmärkten einen weiteren Dämpfer verpassen. Das muss aber nicht passieren, denn auch diese Entwicklung könnte bereits eingepreist sein. Sollte das der Fall sein, könnten wir uns bereits auf dem Tiefpunkt befinden und es könnte wieder bergauf gehen." (22.07.2022/ac/a/m)




 
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