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Mo, 5. Dezember 2022, 19:15 Uhr

Kommt jetzt der Preisschock bei den erneuerbaren Energien?


28.01.22 16:17
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Einer der treibenden Faktoren, der die Energiewende bislang immer weiter vorangetrieben hat, waren die immer weiter sinkenden Produktionskosten für Energie aus grünen Quellen, so die Experten von Online-Broker LYNX.

Hinzu gekommen seien rasante Fortschritte bei der Entwicklung von Hochleistungsbatterien, die auch hier zu günstigeren Preisen geführt hätten. Doch das habe sich jetzt geändert, denn einige der wichtigsten Rohstoffe würden immer knapper und damit teurer. Einem Bericht von Bloomberg zufolge seien die Preise für Solarpaneele allein in den letzten 12 Monaten um 50 Prozent gestiegen, bei Windturbinen seien es immerhin noch 13 Prozent und Batterien seien zum ersten Mal überhaupt teurer geworden. "Zum Teil sind dafür natürlich auch die unterbrochenen oder eingeschränkten Lieferketten in der Pandemie verantwortlich, aber es gibt auch tieferliegende Probleme", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte von LYNX.

"Die Bergbauindustrie ist ebenso ins Visier der Umweltschützer geraten wie die Ölgesellschaften - und damit wird es immer schwieriger für die Branche, Kredite zu bekommen oder Investoren zu finden. Das führt zu einer paradoxen Situation: Einerseits werden für die grünen Energieprojekte immer größere Mengen an Seltenen Erden und anderen Rohstoffen benötigt. Andererseits sollen die Minengesellschaften möglichst nur noch nach ESG-Kriterien arbeiten. Zusammengenommen dürften allein diese beiden Faktoren zu steigenden Kosten und damit auch höheren Preisen für die erneuerbaren Energien führen", führe der Experte eines der Probleme aus.

Hinzu komme, dass die zögerliche Kreditvergabe sowie ein Überangebot in einigen Bereichen des Marktes in den letzten Jahren zu sinkenden Investitionen geführt hätten. "Im Bergbau lassen sich die Kapazitäten nicht kurzfristig steigern. Von der Entdeckung eines vielversprechenden Depots bis zu seiner kommerziellen Nutzung können gut und gerne zehn Jahre vergehen. Daran hat auch moderne Minentechnologie nicht viel geändert. Außerdem sind die heutigen Schürfgebiete weit weniger ergiebig als noch vor 20 Jahren, denn der Metallgehalt beispielsweise bei Kupfer ist rückläufig. Das bedeutet, dass größere Mengen an Rohmaterial gefördert werden müssen, um die gleiche Menge an Kupfer zu erhalten. Auch das treibt die Preise in die Höhe."

All diese Faktoren würden für Sadowski klar für eine bullische Zukunft für Seltene Erden sprechen. "Steigende Nachfrage bei gleichbleibendem oder gar sinkendem Angebot passen eben nicht gut zusammen, da ist es nur natürlich, dass man tiefer in die Tasche greifen muss. Und für die Energiewende werden wir weltweit große Mengen an Kupfer, Lithium, Nickel, Mangan und Kobalt benötigen. Doch wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass wir diese nicht umsonst bekommen werden - im Gegenteil: Wir müssen uns auch hier weiter auf steigende Kosten einstellen." (28.01.2022/ac/a/m)