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Di, 6. Dezember 2022, 5:27 Uhr

Lufthansa

WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125

Lufthansa im Wechselbad der Gefühle - Aktienanalyse


05.11.18 08:51
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Lufthansa im Wechselbad der Gefühle - Aktienanalyse

Florian Spichalsky von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Deutschen Lufthansa AG (ISIN: DE0008232125, WKN: 823212, Ticker-Symbol: LHA, Nasdaq OTC-Symbol: DLAKF) unter die Lupe.

Hinter der Lufthansa liege eine turbulente Woche. Nachdem die Aktie mit Bekanntgabe der dritten Quartalszahlen um mehr als 8 Prozent auf 17,29 Euro, den tiefsten Stand seit Ende Mai 2017, gesunken sei, sei es am Donnerstag plötzlich nach oben gegangen. Zeitweise notiere der Kurs bei 19 Euro. Ein Grund für das plötzliche Aufbäumen der Wertpapiere sei das Analystentreffen Mitte der Woche gewesen. Dort hätten sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Finanzchef Ulrik Svensson überrascht über die negative Kursreaktion gezeigt. Auch der Analyst Michael Kuhr von Société Générale teile diese Ansicht - immerhin habe der Luftfahrkonzern aus Köln einen Rekordgewinn erreicht, würde man den Eurowings-Sondereffekt ausklammern. Doch der Reihe nach. Ein Blick auf die Quartalszahlen zeige, was Anleger zunächst verunsichert und plötzlich erfreut habe.

Der Umsatz habe in Q3 26,9 Mrd. Euro betragen und liege damit 0,5 Prozent über dem des Vorjahreszeitraumes. Beim Konzerngewinn, der bei 1,7 Mrd. Euro liege, verzeichne Europas größter Luftfahrkonzern ein Minus von sechs Prozent. Hingegen sei die Nettokreditverschuldung gegenüber dem dritten Quartal 2017 gestiegen - von 500 Mio. auf 2,5 Mio. Euro. Das liege vor allem an den Modernisierungskosten der Flotte. Kurzum: Die Sachinvestitionen (Capex) würden steigen, der freie Cashflow sinke. Auch die Kosten für die Integration der 78 übernommenen Air Berlin Jets in die Billigtochter Eurowing würden ins Gewicht cshlagen. Die Investitionen würden sich allerdings in den kommenden Jahren auszahlen, sei der Lufthansa-Chef überzeugt.

Die wohl größte Herausforderung stelle die Kostenseite dar. Genauer: Der Ölpreis. Dieser sei seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent gestiegen. Das treibe den Preis für Kerosin. "Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Kostenanstieg von mehr als einer Milliarde Euro allein durch Treibstoff kosten und Sonderbelastungen durch Flugausfälle und Verspätungen", habe Spohr die schwachen Quartalszahlen am Dienstagmorgen rechtfertigt. Konkret heiße das: In den letzten neun Monaten seien die Kosten für den Treibstoff gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 536 Mio. Euro gestiegen. Und im Gesamtjahr sei sogar mit einem Anstieg um 850 Mio. zu rechnen.

Die Fluggesellschaft wolle die explodierenden Kerosinkosten aber durch höhere Ticketpreise ausgleichen: "Fliegen kann und wird bei einem Preis von über 80 USD pro Barrel nicht so günstig bleiben können wie es bei einem Preis von 30 USD pro Barrel ist", beruhige Spohr die Aktionäre mit Blick auf den größten Kostenblock der Lufthansa Group. Spohr ziehe Konsequenzen: Er trete auf die Wachstumsbremse. Das Flugangebot solle nur noch um acht Prozent wachsen - obwohl der Gesamtmarkt um zehn Prozent zulege. Und im Sommer wolle sich die Airline nur noch halb so stark steigern wie im laufenden Jahr - nämlich um 3,8 Prozent. Damit würde sich der Konzern an den Kapazitäten der Flughäfen orientieren.

Ausfälle, Verspätungen, Chaos: Für viele Flugreisende seien die Sommerferien mit Hindernissen verbunden. Ärgerlich für die Passagiere. Sehr ärgerlich für die Fluggesellschaft, die dadurch enorme Sonderbelastungen tragen müsse. "Allein bei den Lufthansa Airlines mussten 18.000 Flüge gestrichen werden. Das entspricht einer Schließung unseres Frankfurter Flughafens von zwei Wochen. Über 1,7 Mio. Fluggäste unserer Airlines waren von Annullierungen betroffen. Damit hätten wir über 3000 Airbus A380 füllen können. Die Hauptleidtragenden waren ganz, ganz klar leider unsere Kunden.", habe Spohr erklärt. Lufthansa habe deshalb 350 Mio. Euro an Entschädigungen in den vergangenen neun Monaten geleistet. Positiv falle hingegen auf, dass die sogenannten Stückerlöse in den ersten neun Monaten um 0,3% zugelegt haben. Gleichzeitig seien die Stückkosten, exklusive der nicht beeinflussbaren Kerosinpreise und Währungsschwankungen, stabil geblieben - bei der Kernmarke Lufthansa seien sie sogar um 1% gesunken.

Der Rückblick auf die letzten neun Monate zeige: Lufthansa verdiene weiterhin viel Geld. Die Kranich-Airline sei die größte Profiteurin der Air-Berlin-Pleite und die größte Gewinnerin im DAX 2017 gewesen. Von dem Rekordhoch im Januar Anfang des Jahres bei 31,26 Euro sei die Lufthansa AG zwar derzeit weit entfernt, doch das jüngst vorgestellte Zahlenwerk zeige, dem Luftfahrtkonzern aus Köln gehe es gut. Für das kommende Jahr würden Experten weiter steigende Kerosinpreise voraussagen. Hier rechne die Lufthansa-Gruppe mit Mehrkosten von rund 900 Mio. Euro, die sie größtenteils mit höheren Ticketpreisen kompensieren möchte. So zumindest der Plan. Inwiefern das gelingt, bleibt offen, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". (Ausgabe 44 vom 04.11.2018)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Deutsche Lufthansa-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Deutsche Lufthansa-Aktie:
19,75 EUR +0,05% (05.11.2018, 08:43)

Xetra-Aktienkurs Deutsche Lufthansa-Aktie:
19,75 EUR (02.11.2018)

ISIN Deutsche Lufthansa-Aktie:
DE0008232125

WKN Deutsche Lufthansa-Aktie:
823212

Ticker-Symbol Deutsche Lufthansa-Aktie:
LHA

Nasdaq OTC Ticker-Symbol Deutsche Lufthansa-Aktie:
DLAKF

Kurzprofil Deutsche Lufthansa AG:

Die Lufthansa Group (ISIN: DE0008232125, WKN: 823212, Ticker-Symbol: LHA, Nasdaq OTC-Symbol: DLAKF) ist ein weltweit operierender Luftverkehrskonzern. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte die Lufthansa Group mit durchschnittlich 128.856 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 35,6 Mrd. EUR. Mit Beginn des Geschäftsjahres wurde die Geschäftsfeldstruktur an die Unternehmensstrategie mit dem Drei-Säulen-Konzept angepasst. Seitdem ist die Lufthansa Group in den Geschäftsfeldern Network Airlines, Point-to-Point Airlines, dem Bereich Aviation Services mit den Geschäftsfeldern Logistik, Technik und Catering sowie den Weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen organisiert. Alle Geschäftsfelder nehmen in ihren jeweiligen Branchen eine führende Rolle ein. (05.11.2018/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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