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Do, 9. Februar 2023, 11:35 Uhr

Märkte zeigen sich stark - allen Unsicherheiten zum Trotz


30.04.20 14:25
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Langfristig werden aber auch die Fundamentaldaten wieder in den Blick der Investoren geraten und diese sind durch die Krise in vielen Fällen stark in Mitleidenschaft gezogen, so die Experten von LYNX Broker.

Sollte die Wirtschaft deutlich länger dafür brauchen, wieder hochzufahren, als die Marktteilnehmer aktuell vermuten würden, könnte das einen erneuten Kurssturz provozieren.

Die Coronakrise habe die Welt seit Wochen fest im Griff. Nun würden Länder weltweit versuchen, in kleinen Schritten wieder ein Stück weit in Richtung Normalität zu gelangen und die Wirtschaft nach langen Wochen des Shutdowns wieder hochzufahren. Während die Politik und Mediziner bei Weitem noch keine Entwarnung geben würden, scheine sich das Vertrauen der Anleger in die Märkte mittlerweile wieder deutlich zu verbessern. Der Dow Jones (ISIN: US2605661048, WKN: 969420) habe nach dem historischen Absturz im März im April seinen besten Monat seit Oktober 2002 hingelegt, der S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) im gleichen Zeitraum so stark gestiegen wie seit Dezember 1991 nicht mehr und der NASDAQ verzeichne das größte monatliche Wachstum seit 2009.

"Die Frage, die man sich angesichts dieser Zahlen stellen muss, lautet: Sind die Märkte angesichts der noch längst nicht geklärten Unsicherheiten in Bezug auf die Corona-Pandemie zu euphorisch? Immerhin könnten die nun langsam anlaufenden Lockerungen zu einem erneuten Ausbruch des Virus führen und damit auch zu einem weiteren Shutdown", fasse Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX die derzeitige Situation zusammen. Selbst die katastrophalen US-Arbeitsmarktzahlen hätten dem Aufwärtskurs vorerst nichts anhaben können. "Tatsächlich waren die Arbeitslosenzahlen keine Überraschung in Anbetracht des Shutdowns. Sie waren bereits in den Märkten eingepreist." Sadowski sehe vor allem die gigantischen Hilfspakete und Konjunkturprogramme von den Regierungen und Zentralbanken in den USA und Europa als Grund für den aktuellen Aufwärtstrend. "Langfristig werden aber auch die Fundamentaldaten wieder in den Blick der Investoren geraten und diese sind durch die Krise in vielen Fällen stark in Mitleidenschaft gezogen. Sollte die Wirtschaft deutlich länger dafür brauchen, wieder hochzufahren, als die Marktteilnehmer aktuell vermuten, könnte das einen erneuten Kurssturz provozieren."

Für Sadowski zähle daher weniger die Heftigkeit der Krise als vielmehr ihre Dauer. "Jedem vernünftig denkenden Menschen war klar, dass die Zahlen für das erste und vermutlich auch das zweite Quartal katastrophal ausfallen würden. Deswegen konnten sie den Aufwärtstrend nicht stoppen. Doch sollte es mit den schlechten Nachrichten auch in den kommenden Monaten so weitergehen, dürfte die Euphorie auch schnell wieder weichen und wir müssten uns auf neue Tiefstände gefasst machen." Der Experte weise jedoch darauf hin, dass dabei auch das Schicksal der sogenannten Megacaps eine wichtige Rolle spiele. "Insbesondere im S&P 500 haben Unternehmen wie Facebook (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ-Symbol: FB), Amazon.com (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, Nasdaq-Symbol: AMZN) oder Alphabet (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F, Ticker-Symbol: ABEA, Nasdaq-Symbol: GOOGL) mittlerweile ein solches Gewicht, dass sie Märkte stabilisieren oder zum Absturz bringen können. Wenn auch hier ein Ausverkauf der Aktien einsetzt, werden wir einen steilen Abwärtskurs sehen."

Einen weiteren Grund für die stetig steigenden Aktienkurse allen Hiobsbotschaften zum Trotz sieht Sadowski darüber hinaus in der menschlichen Natur. "Es liegt in unserer Natur, dass wir Angst davor haben, dass wir etwas verpassen könnten. Im englischen gibt es dafür das schöne Akronym FOMO, kurz für Fear Of Missing Out. Wer die letzte Rallye verpasst hat oder vielleicht erst spät eingestiegen ist, will diesen Fehler kein zweites Mal machen und die Gewinne von Anfang an mitnehmen. Andere wollen ihren damaligen Erfolg wiederholen. Also wird investiert und die Kurse steigen, auch auf die Gefahr hin, dass die Märkte bei einer zweiten Infektionswelle erneut und noch tiefer abstürzen könnten." (30.04.2020/ac/a/m)




 
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