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Mo, 5. Dezember 2022, 16:44 Uhr

Marktstimmung: "Im Griff der Notenbanken"


22.09.22 09:45
Redaktion boerse-frankfurt.de

Angesicht der vielen Risiken ist der Pessimismus, d. h. das Ausmaß an Short-Engagements, nach Ansicht von Goldberg erstaunlich niedrig. Das sollte dem Markt nicht nach oben verhelfen.


Zusammenfassung

Deutsche Aktien haben im Vorfeld der heutigen Fed-Sitzung wieder deutlich Federn gelassen, was aber nicht voll auf die Stimmung hiesiger Anleger mit mittelfristigem Anlagehorizont durchschlägt. Profis nehmen polarisiertere Positionen ein, 3 Prozent sind long und 5 Prozent sind short gegangen. Joachim Goldberg verweist auf das leere Lager an der Seitenlinie. Von den Privaten haben 3 Prozent Aktien verkauft, Notbremse vermutet der Verhaltensökonom. Insgesamt steht die Stimmung bei -18 bzw. -19 Punkten weiter unter Null. 


Dennoch ist Goldberg eher erstaunt, dass die Anleger nicht noch pessimistischer sind. Er nimmt an, dass der Stand des DAX über den bisherigen Jahrestiefs bei 12.391 Punkten von weiteren Short-Positionen abhält. In der Summe hält er die Verfassung des Marktes für "fragil" mit wenigen Potential für nachhaltige Aufwärtsbewegungen allein aus hiesiger Kraft.


21. September 2022. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Bereits während der vergangenen Tage hat die heute Abend (deutscher Zeit) endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) die Börsianer dies- und jenseits des Atlantiks stark beschäftigt. Nicht zuletzt scheint sich die Wahrnehmung der größten Marktrisiken (vgl. September-Umfrage der Bank of America) – die Angst vor einer anhaltend hohen Inflation und falkenhaften Notenbanken – verstärkt zu haben. Auch die damit verbundenen Rezessionsängste haben sich nicht verringert. Zumindest schlägt sich dies in deutlich gesunkenen Aktienkursen nieder, wobei der DAX seit der vergangenen Stimmungserhebung zeitweise fast 4,8 Prozent seines Wertes verlor und auch im Wochenvergleich bleibt stichpunktbezogen immer noch ein Minus von rund 4 Prozent.


Nun werden wir ein paar Stunden nach Veröffentlichung der heutigen Sentiment-Zahlen wissen, wie deutlich die US-Notenbank dieses Mal den Leitzins erhöhen wird. Und, was noch viel wichtiger ist, ob sie mit ihren neuesten ökonomischen Prognosen den Teilnehmern an den Finanzmärkten möglicherweise ein klareres Bild vermitteln wird, wie weit und wie lange die US-Zinsen noch steigen könnten.


Nicht wirklich ängstlich


Betrachtet man das Ergebnis der heutigen Stimmungserhebung unter den mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, kann man allerdings nicht von richtig schlechter Stimmung sprechen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche gerade einmal um 2 Punkte auf einen neuen Stand von -18 gefallen. Dabei fällt auf, dass die Polarisierung zwischen Bullen und Bären deutlich angezogen hat, wobei die Gruppe der Pessimisten mit einem Plus von 5 Prozentpunkten stärker als diejenige der Optimisten (+3 Prozentpunkte) gestiegen ist. Im gleichen Zuge ist die Gruppe der neutral eingestellten Akteure mit einem Anteil von nur noch 16 Prozent aller Befragten auf den zweitniedrigsten Stand dieses Jahres gefallen.


Bei den Privatanlegern gab es eine etwas stärkere Stimmungsveränderung, wobei unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte auf einen neuen Stand von -19 gefallen ist. Dabei hat sich die Gruppe der Optimisten um 3 Prozentpunkte verringert, nicht zuletzt, weil angesichts des deutlichen DAX-Rückgangs vermutlich in geringem Umfang mancherorts die Notbremse gezogen wurde.


Nicht gerne „short“ vor dem Jahrestief


Unter dem Strich ist die Stimmung unter den privaten und institutionellen Investoren fast gleich schlecht geblieben. Allerdings stellen wir im Gegensatz zur am vergangenen Wochenende mancherorts festgestellten schlechten Stimmung auch bei der heutigen Erhebung keine Extremwerte in unserem Sentiment-Index fest. Gut möglich, dass nicht nur die heute endende Sitzung der US-Notenbank zu einer eher zurückhaltenden bearishen Positionierung bei den Investoren geführt hat. Vielmehr dürfte auch das derzeitige Kursniveau beim DAX dazu geführt haben, dass man nicht hemmungslos Aktien „short“ sein möchte: Zwar hat das Börsenbarometer unlängst sein Monatstief unterlaufen, aber die tiefsten Kurse dieses Jahres von März und Juli (der niedrigste liegt bei rund 12.391 Zähler) sind bis zum Erhebungszeitpunkt noch unverletzt geblieben. Gut möglich also, dass von den verbliebenen Optimisten einige erst nach Unterlaufen dieses Niveaus die Notbremse ziehen werden.


Insgesamt bleibt die Lage für den DAX jedoch fragil, wobei der derzeitige Pessimismus angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen und des bisherigen Kursverlaufs des DAX auffallend niedrig scheint. Zumindest ist er hierzulande nicht groß genug, um zu einer massiven Erholungsrallye zu führen. Etwa weil Short-Positionen infolge einer positiven fundamentalen Überraschung in großem Stil zurückgedeckt werden müssten. Mit anderen Worten: Ohne die Hilfe langfristiger Kapitalströme (vornehmlich aus dem Ausland) kann man hierzulande im positiven Fall bestenfalls auf eine überschaubare Bärenmarkt-Rallye setzen.


21. September 2022, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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