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Mi, 5. Oktober 2022, 11:28 Uhr

McDonald's

WKN: 856958 / ISIN: US5801351017

McDonald's: Keine Ma(r)genprobleme - Aktienanalyse


08.08.22 16:47
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - McDonald's-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Manuel Schleifer, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von McDonald's Corp. (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Ticker-Symbol: MDO, NYSE-Symbol: MCD) unter die Lupe.

Während der Nachfolger von McDonald's in Russland mit dem klingenden Namen "Lecker und Punkt" eingangs aufgrund der Lieferkettenengpässe mit einer Pommesknappheit zu kämpfen gehabt habe, hätten sich im Anschluss Berichte über schimmelige Burger gemehrt. Im Vergleich zu seinem russischen Pendant gebe es beim "echten" McDonald's weder Magen- noch Margenprobleme. Der Fastfood-Gigant weise für das abgelaufene Quartal nämlich einen Umsatz in der Höhe von USD 5,7 Mrd. aus und habe damit knapp unter den Analystenerwartungen (USD 5,8 Mrd.) gelegen. Konsolidiert bedeute dies einen Rückgang von 3%, was vorwiegend auf den Rückzug aus Russland zurückzuführen sei.

Auf vergleichbarer Basis, also ohne Russland, hätten die Umsätze um 9,7% gesteigert werden können. Dies sei vor allem in Preiserhöhungen begründet, wobei beispielsweise die Covid-Einschränkungen in China ein noch stärkeres Wachstum verhindert hätten. Das konsolidierte Betriebsergebnis sei um 36% gesunken (30% bei konstanten Wechselkursen). Das Ergebnis habe aber u.a. immense einmalige Aufwendungen in Höhe von USD 1,2 Mrd. im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts in Russland enthalten. Ohne diese sei das konsolidierte Betriebsergebnis unverändert geblieben (Anstieg um 7% bei konstanten Wechselkursen).

In Anbetracht des schwierigen Umfelds sei das Ergebnis daher durchaus beachtlich ausgefallen. Vor allem die starken Margen aus dem Franchise-System hätten das operative Ergebnis gestützt. Bei den eigenen Stores hingegen seien die Margen durch die Schließung von Restaurants in Russland und der Ukraine sowie durch den Inflationsdruck bei Arbeitskräften geschrumpft. Beim Gewinn pro Aktie habe McDonald's die Erwartungen übertroffen.

McDonald's punkte mit einem ausgeklügelten aber simplen Geschäftsmodell. Die Umsätze des Unternehmens würden sich dabei aus zwei wesentlichen Komponenten zusammensetzen: eigene Stores und Franchise-System. Etwas mehr als 2.500 Stores würden von MCD selbst betrieben, die meisten davon in den USA. Die Umsätze aus den Verkäufen in den sogenannten Company-operated restaurants hätten sich in 2021 auf rd. USD 10 Mrd. belaufen. Der Betrieb der eigenen Stores sei jedoch mit hohem Kostenaufwand verbunden (USD 8 Mrd.), sodass Company-operated restaurants unterm Strich mit (nur) USD 1,7 Mrd. zum operativen Gewinn beitragen würden.

Die überwiegende Mehrheit der McDonald's Stores sei jedoch dem Franchise-System zuzuordnen - und dieses sei höchst lukrativ. Bei rund USD 23,2 Mrd. an Gesamtumsätzen in 2021 seien rund USD 13 Mrd. auf die sogenannten franchised restaurants entfallen. Die Umsätze würden hierbei eine Komposition aus Miet/Pachteinnahmen sowie Lizenzgebühren darstellen, die wiederum von der Höhe der Umsätze der jeweiligen Stores abhängig seien.

Im Vergleich zu den Company-operated restaurants stelle das Franchise-System aber ein deutlich weniger kostenintensives Geschäftsmodell dar. Mit operativen Kosten 2021 von rund USD 2,3 Mrd. würden knapp USD 11 Mrd. an operativen Gewinnen aus franchised restaurants stammen. Die operative Marge des Franchise-Systems liege damit bei knapp 85% und falle um das 4,5Fache höher aus als bei den eigenen Stores.

In Anbetracht der hohen Profitabilität des Franchise-Systems strebe MCD seit Jahren eine hohe Quote an franchised restaurants an. Seien es im Jahr 2018 noch 82% gewesen, würden mittlerweile rund 93% aller Stores von Franchisenehmern betrieben. Die Zielquote liege bei 95%, wobei alleine 2022 rund 1.400 neue Restaurants eröffnet werden sollten.

Die Aktie stelle kein Schnäppchen dar, handle aber auch nicht auf exorbitant überzogenen Bewertungsniveaus. Vielmehr befinde sich MCD im Bereich des fünfjährigen Durchschnitts.

Dass McDonald's vorwiegend auf das Franchise-System setze, sei nicht nur auf die hohe Rentabilität zurückzuführen, sondern erlaube auch ein höheres Maß an Planungssicherheit. Während der Verkauf von Produkten wie Burgern, Pommes & Co. stets mit gewissen Unsicherheiten behaftet sei, würden die Cashflows aus Vermietung und Verpachtung eine vergleichsweise stabile Umsatzkomponente darstellen. MCD nenne in den meisten Fällen die Liegenschaften der Stores sein Eigen und so sei es nicht überraschend, dass Gebäude und Grundstücke fast 70% der gesamten Bilanzsumme darstellen würden.

Das Argument, dass McDonald's daher gar nicht dem Restaurantgewerbe zugerechnet werden könne, sondern ein Immobilienunternehmen darstelle, könne daher nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Für den Analysten stehe jedoch im Vordergrund, dass der Fast Food-Gigant mit beeindruckenden Margen und ausreichend Liquidität punkte. Er sei von McDonald's als global agierender Big Player mit soliden Fundamentaldaten und starker Markendominanz nach wie vor überzeugt. Des Weiteren honoriere er das ambitionierte Vorgehen beim Thema Innovation sowie die Offensive bei der Verbesserung der Customer Experience.

Die Kosteninflation und die Abspaltung des Russlandgeschäftes würden den Konzern noch länger begleiten. MCD scheine aber vor allem Erstere mittlerweile gut managen und die Margen damit stabil zu halten. Großes Wachstum sei damit jedoch vorerst nicht zu erwarten - vor allem weil mit Russland einer der größten Wachstumsmärkte wegbreche.

Manuel Schleifer, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, belässt die Aktie daher auf "halten" und passt das Kursziel (265,00 USD) leicht an die geänderten Konsensprognosen an. Dieses ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf KGV-Multiples für das Jahr 2022 auch eine im historischen Vergleich angemessene Bewertungsprämie zum breiten Aktienmarkt berücksichtige. (Analyse vom 08.08.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Börsenplätze McDonald's-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs McDonald's-Aktie:
252,50 EUR -0,86% (08.08.2022, 16:25)

NYSE-Aktienkurs McDonald's-Aktie:
257,98 USD -0,48% (08.08.2022, 16:21)

ISIN McDonald's-Aktie:
US5801351017

WKN McDonald's-Aktie:
856958

Ticker-Symbol McDonald's-Aktie:
MDO

NYSE-Symbol McDonald's-Aktie:
MCD

Kurzprofil McDonald's Corp.:

Die McDonald's Corp. (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Ticker-Symbol: MDO, NYSE-Symbol: MCD) ist einer der weltweit größten Anbieter von Fast Food. Die McDonald's Restaurants werden von der Firma selber geführt oder als Franchise-Filialen von unabhängigen Unternehmern geleitet (über 80%). Unter den bekanntesten Produkten befinden sich Hamburger, Cheeseburger, Big Mac oder McFlurry-Eiskrem. Für begrenzte Zeit und in limitierten Mengen werden speziell konzipierte Menü-Varianten angeboten. Darüber hinaus bietet McDonald's verschieden Produkte in verschiedenen Ländern an, die den jeweiligen regionalen Geschmäckern angepasst sind. Das McCafé-Konzept von McDonald's ist eine international erfolgreiche Coffeeshop-Kette, die in die bestehenden Filialen integriert wurde. (08.08.2022/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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