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Fr, 23. Februar 2024, 21:17 Uhr

Microsoft Corp.

WKN: 870747 / ISIN: US5949181045

Microsoft - Gefahr durch Chaos bei OpenAI


23.11.23 17:22
Michael Kaiser


Im Drama um OpenAI wird der Microsoft-Chef als „einziger Erwachsener im Raum“ betrachtet. Mit dem Plan, den ehemaligen CEO Altman einzustellen, hat Nadella die Märkte beruhigt. Doch das nächste Problem ist schon offensichtlich.


Der Microsoft-CEO gilt Beobachtern als "Stabilitätsanker" im OpenAI-Drama, hat jedoch seinen Konzern stark an Sam Altman gebunden.


Einer bleibt ruhig – zumindest nach außen. Nachdem Microsoft-Chef Satya Nadella in der Nacht zu Montag die Märkte beruhigt hatte, indem er die Einstellung des geschassten OpenAI-Chefs Sam Altman ankündigte, ging er am Abend in die (Medien-)Offensive.


In zwei TV-Interviews bei CNBC und Bloomberg versuchte Nadella, nachsichtig lächelnd, Sorgen von Kunden und Investoren zu zerstreuen. Das Chaos beim führenden Start-up für Künstliche Intelligenz (KI), OpenAI, habe eigentlich nichts verändert, sagte Nadella, dessen Microsoft-Konzern größter Investor bei OpenAI ist. Er sei „fokussiert auf unsere Kunden“, die Partnerschaft mit Altman und OpenAI werde weiter existieren.


Nadella gilt nach den vergangenen Tagen vielen Analysten als eine Art „Stabilitätsanker“. Dan Ives, Analyst beim Finanzhaus Wedbush, nannte die Vorgänge bei OpenAI, bei denen der Verwaltungsrat CEO Altman am Freitag überraschend abgesetzt hatte, eine „peinliche Zirkusvorstellung“. Erst mit dem Eingriff von Nadella hätten die „Erwachsenen im Raum übernommen“. Die Microsoft-Aktie schloss am Montag zwei Prozent im Plus auf einem Allzeithoch von 377,44 US-Dollar. Und ungefähr dort steht sie jetzt immer noch.


Tatsächlich hat Nadella auf den ersten Blick einen Coup für Microsoft gelandet: Mit der Einstellung von Altman ist der Konzern nicht länger auf ein weitgehend unabhängiges Start-up angewiesen, sondern kann sich die Expertise von Altman und seinem Team nun direkt ins Haus holen.


Nadella betonte denn auch, Microsoft bleibe das global „innovativste Technologieunternehmen". Man hätte die führenden KI-Modelle auch intern entwickeln können, sich aber einst bewusst für die Partnerschaft mit OpenAI entschieden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei klar, dass sich „etwas an der Unternehmensführung ändern muss“, so Nadella. Microsoft führe darüber „einen guten Dialog“ mit dem OpenAI-Verwaltungsrat.


Will Altman wieder zu OpenAI zurück?


Auf die Frage, ob Altman nun Microsoft-Angestellter sei und seine Mitarbeiter mitnehme, reagierte Nadella indes ausweichend. „Das ist die Entscheidung des OpenAI-Verwaltungsrats, des Managements und der Mitarbeiter.“


Microsoft hat den Ex-CEO von ChatGPT-Entwickler OpenAI eingestellt. Dies teilte Microsoft-Chef Satya Nadella im Kurznachrichtendienst X mit. Sam Altman war am vergangenen Freitag von seinen Aufgaben bei dem KI-Start-up entbunden worden.


Die Partnerschaft mit OpenAI hänge „natürlich davon ab, ob die Leute bei OpenAI bleiben oder zu Microsoft kommen. Also bin ich für beide Optionen offen“, sagte Nadella.


Dazu gibt es eine Meldung des gewöhnlich gut informierten Portals „The Verge“ vom Montagabend, dass Altman und der ebenfalls ausgeschiedene Verwaltungsratspräsident und Altman-Vertraute Greg Brockman immer noch versuchten, zu OpenAI zurückzukehren – wenn die verbliebenen Ratsmitglieder zurücktreten.


Das Chaos bei OpenAI spiegelt einen Grundkonflikt im Umgang mit KI wider


Am Montag erklärte Chefwissenschaftler Ilya Sutskever, der als Verwaltungsratsmitglied Altman am Freitag gefeuert und sich noch am Sonntag gegen seine Rückkehr ausgesprochen hatte, auf der Plattform X seine Aktion „zutiefst“ zu bedauern: „Ich hatte nie die Absicht, OpenAI zu schaden.“ Sutskever unterschrieb zudem einen offenen Brief von mehr als 730 der 770 Mitarbeiter von OpenAI – immerhin 95 Prozent der Belegschaft –, indem sie den Rat zum Rücktritt auffordern und damit drohen, für Altman und Microsoft arbeiten zu wollen.


Ist das denkbar? Ein Altman-Vertrauter sagte, ein solcher Schritt sei alles andere als ausgeschlossen. Ein Microsoft-Insider erklärte am Montag, es sei möglich, dass die Ankündigung Nadellas vor Börseneröffnung, Altman einzustellen, dazu gedient habe, Druck herauszunehmen.


„Vielleicht wird Altman kurzzeitig geparkt, damit er keinen Unsinn macht und zur Konkurrenz abhaut“, so der Insider. Danach sei alles möglich – auch, dass er als Chef zurückkehre, ein unabhängiges Unternehmen führe oder Microsoft gar die gewinnorientierte Einheit von OpenAI übernehme.


Die Konkurrenz bringt sich in Stellung


Microsoft-Chef Nadella weiß, dass die Konkurrenz das Chaos bei OpenAI, in das Microsoft 13 Milliarden Dollar investiert hat, genau verfolgt. In der kommenden Woche hält Cloud-Konkurrent Amazon Web Services (AWS) seine Entwicklerkonferenz ab. Eines der Ziele: neue KI-Talente für AWS gewinnen.


Und Salesforce-Chef Mark Benioff warb am Montag auf der Plattform X mit sofortiger Einstellung. „Salesforce bietet jedem OpenAI-Forscher, der seine Kündigung eingereicht hat, eine volle Bar- und Kapitalbeteiligung“, schrieb Benioff. „Senden Sie mir Ihren Lebenslauf.“ Auch der Tech-Konzern Google soll interessiert sein.


Analysten zufolge sollte Nadella den Abgang von Experten zur Konkurrenz unbedingt verhindern. Microsofts Börsenwert ist seit der Bekanntgabe der letzten OpenAI-Investition im Januar um über 980 Milliarden Dollar gestiegen. Stifel-Analyst Brad Reback schrieb am Montag, dass „dies das erste Mal seit über zwei Jahrzehnten ist, dass (Microsoft) bei einem aufkommenden Techniktrend nicht hinterherläuft“. Microsofts Kunden müssen sich demnach darauf verlassen können, dass das OpenAI-Drama nicht Microsofts KI-Projekte durcheinanderbringt.


Laut Brendan Burke vom Analysehaus Pitchbook verzögere sich das neueste Modell von OpenAI, GPT-5, aufgrund des Chaos erneut. Das Microsoft-interne KI-Forschungslabor bleibe hinter der Konkurrenz zurück und werde auch durch neue Talente „nicht sofort so effektiv werden wie OpenAI“. Gleichzeitig hätten Wettbewerber in über 20 konkurrierende KI-Start-ups investiert, darunter zehn mit einer Milliardenbewertung. Diese hätten nun „ein Zeitfenster, um grundlegende Durchbrüche zu erzielen“.


Tatsächlich hat Nadella die Zukunft des Konzerns stark an OpenAI ausgerichtet. Ende Januar kündigte er mehrjährige Investitionen über rund zehn Milliarden Dollar an.


Am Montag hatte sich der Druck auf die verbliebenen Altman-kritischen Verwaltungsratsmitglieder – den CEO der Plattform Quora, Adam D'Angelo, die Ex-Chefin von GeoSim Systems, Tasha McCauley, und Helen Toner vom Center for Security and Emerging Technology in Georgetown – weiter erhöht. Im Internet erklärten OpenAI-Mitarbeiter, aktuell die „Stabilität und Sicherheit“ der Systeme sicherzustellen.


Angesichts des offenen Machtkampfs sind indes die kurzfristigen Risiken für Microsoft immens. Nadella hat die KI-Modelle von OpenAI in nahezu alle Produkte des Unternehmens integriert. Der „Microsoft 365 Copilot“ genannte Assistent unterstützt in Programmen wie Word, PowerPoint oder Excel. Dafür verlangt Microsoft einen Aufschlag von 30 Dollar im Monat. Sollte OpenAI kollabieren oder die KI-Schnittstellen der Firma fehleranfällig werden, würde das unmittelbar Microsofts Produkte schädigen.


Microsoft-CEO Satya Nadella baut das Geschäft mit KI aus


Auch hat Microsoft gewaltige neue Investitionen auf Basis der OpenAI-Partnerschaft in die Wege geleitet. Finanzchefin Amy Hood hatte im Juli gegenüber Analysten deutlich steigende Ausgaben für Datenzentren angekündigt. „Wir gehen davon aus, dass die Investitionen in unsere technische Infrastruktur in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 zunehmen und 2024 weiter steigen werden“, so Hood damals. Der Halbleiterspezialist Dylan Patel schätzte die Ausgaben auf mehr als 50 Milliarden Dollar im Jahr. „Microsoft führt derzeit den größten Ausbau der Infrastruktur durch, den die Menschheit je gesehen hat“, schrieb er.


Diese Infrastruktur ist teilweise direkt auf die Anforderungen von OpenAI zugeschnitten. Microsoft kann sie zwar grundsätzlich an neue Projekte anpassen und damit auch Altman und seinem Team helfen. Kurzfristig könnte ein Kollaps von OpenAI Microsoft aber erheblich schaden – beim Aktienkurs und im Kundenvertrauen.


Altman erklärte am Montag auf der Plattform X, seine oberste Priorität bestehe nach wie vor darin, „sicherzustellen, dass OpenAI weiter floriert“. Er und Microsoft hätten sich verpflichtet, „die Kontinuität des Betriebs vollständig zu gewährleisten.“


Wie reagiert die Microsoft-Aktie darauf?


Sie konnte zwar ein neues Allzeithoch ausbauen, was grundsätzlich ein gutes Signal ist, aber wir gehen davon aus, dass die jüngste Aufwärtsbewegung korrektiver Natur und noch Bestandteil einer übergeordneteren Korrektur ist. Unserer Ansicht nach ist die Microsoft-Aktie seit dem Tief bei 219,35$ in einen starken bullischen Trend übergegangen, aber dennoch sehen wir in Kürze einen Abverkauf bis auf etwa 293$ bis 250$. Dort erwarten wir die Trendwende und damit eine herausragende Chance, diese Aktie zu einem sehr guten Preis einkaufen zu können.


In der Alternative gelingt es Microsoft sich noch deutlicher nach oben bis auf etwa 430$ bis 463$ abzusetzen. Spätestens dort jedoch, ist mit einem starken Rücksetzer auf etwa 312$ bis 299$ zu rechnen, was strukturell fast auf dasselbe hinausläuft.



Für uns ist die Aktie aktuell noch nicht interessant, sondern erst wenn sich entweder unsere Prognose oder die Alternative durchgesetzt hat. Denn beide Szenarien weisen auf eine Zwischenkorrektur hin. Erst der Boden derselben, bildet für uns die Einkaufschance.


Wenn du wissen möchtest, wie unsere Methode funktioniert und wann sich die nächste Kaufchance bei Microsoft ergibt, dann findest du alle Informationen bei uns auf der Webseite durch Klick auf folgenden Link:


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