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Di, 29. November 2022, 12:12 Uhr

Nvidia

WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040

NVIDIA: "Es ist eine Katastrophe für Cambridge, Großbritannien und Europa" - Aktienanalyse


18.09.20 09:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.aktiencheck.de) - NVIDIA-Aktienanalyse der Bank Vontobel Europe AG:

Der US-amerikanische Chiphersteller NVIDIA (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Ticker-Symbol: NVD, Nasdaq Ticker-Symbol: NVDA) festigt seine Stellung als wertvollster US-Chiphersteller, so die Bank Vontobel Europe AG in einer aktuellen Veröffentlichung.

Für 40 Mrd. USD werde NVIDIA den britischen Chiphersteller ARM übernehmen. Bislang habe der japanische Medienkonzern Softbank diese Anteile gehalten. Ursprünglich sei NVIDIA mit der Herstellung von Grafikkarten bekannt geworden. Diese Produkte seien besonders bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz gefragt. Die enormen Fortschritte in diesem Bereich hätten NVIDIA zu einem Wachstumsschub verholfen und das Unternehmen ermutigt, weiter in unerschlossene Geschäftsbereiche vorzudringen.

Gemeinsam mit dem deutschen Automobilhersteller Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000) habe man eine Partnerschaft geschlossen, um eine Software-Architektur zu entwickeln, die ab 2024 in jedem Modell zur Anwendung kommen und diverse Fahrassistenzsysteme steuern solle. "Das ist ein entscheidender Punkt unserer Strategie. Unser Geschäftsmodell wird sich ändern", habe Daimler-Vorstandschef, Ola Källenius, angesprochen auf KI-gestützte Fahrsysteme kürzlich gesagt. Der Zukauf passe also in die offensive Wachstumsstrategie des Unternehmens.

Bis ARM und NVIDIA unter einem Dach vereint sein würden, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Multinationale Übernahmen, besonders im Geschäft mit Halbleitern, würden von den Wettbewerbshütern kritisch geprüft. Die Übernahme ARMs durch NVIDIA werde von Behörden der USA, der Europäischen Union, China und Großbritannien untersucht und könnte sich daher noch eine lange Zeit hinziehen.

Der Hintergrund sei, dass das Geschäft mit Computerchips mehr und mehr zur politischen Waffe geworden sei. China sei von den Lieferungen der meist von amerikanischen Firmen hergestellten Computerchips abhängig. Gleichzeitig bilde China einen großen Absatzmarkt für die westlichen Hersteller. Die gegenseitige Abhängigkeit werde von den politischen Führern als Druckmittel genutzt, um politische und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen - Grund genug für die Behörden, einen genaueren Blick auf internationale Übernahmen zu werfen.

Der britische Chiphersteller ARM verdiene sein Geld hauptsächlich mit der Architektur von Chips, die in vielen Smartphones und den meisten Tablet-Computern verwendet würden. NVIDIA beliefere hauptsächlich stationäre Rechner mit Hardware. Durch den Verkauf von Lizenzen für die Chipdesigns liefere ARM die Standardtechnologie für die Prozessoren der Smartphones von Apple und Samsung. An jedem Verkauf eines Smartphones weltweit verdiene ARM also einen kleinen Anteil mit.

Auch QUALCOMM, dessen Prozessoren in vielen Android-Telefonen stecken würden, greife auf die Lizenzen ARMs zurück. Zwar könne die Konkurrenz aus dem Hause Intel auch mit einem vergleichbar leistungsstarken Chipdesign aufwarten, jedoch seien die Chips ARMs laut eigener Aussage des Unternehmens wesentlich energieeffizienter, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil beschere. Nun sei die Technologie so stark ausgereift, dass sie den Sprung in den PC-Markt schaffen könnte.

Seitens NVIDIA habe man bereits angekündigt, die Souveränität des in Cambridge ansässigen Unternehmens wahren zu wollen. Auch an dem bestehenden Lizenzmodell für die Computerchips wolle man nichts ändern. NVIDIA wolle zusätzlich seine eigenen Erkenntnisse in Sachen KI nutzen, um die Technologie ARMs zu erweitern. Dazu möchte man das Hauptquartier ARMs in Großbritannien erhalten, um die Forschung in Robotik, autonomes Fahren und das Gesundheitswesen auszubauen.

Für NVIDIA sei der Deal eine kluge Ergänzung für das eigene Produktportfolio. Dem Unternehmen sei es in den letzten Jahren gelungen, vom Geschäft mit Grafikkarten zu einer Größe auf dem Markt für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz zu werden. Das habe dem Unternehmen einen derartigen Schub gebracht, dass man inzwischen bereits Software für Fahrassistenzsysteme im Auto und autonomes Fahren entwickle. Es sei davon auszugehen, dass die Übernahme die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken werde - vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbshüter.

So groß die Freude NVIDIAs über den Zukauf sei, so groß sei die Sorge über den Fortbestand der Werke in Großbritannien. Zwar habe das Unternehmen beteuert - auch gegenüber der Regierung in London - an dem Standort festzuhalten, dennoch würden Zweifel bei der Belegschaft bleiben. "Es ist eine Katastrophe für Cambridge, Großbritannien und Europa", habe der ARM-Mitbegründer Hauser dem Nachrichtedienst Reuters zu der geplanten Transaktion gesagt und beklage vor allem die Schwächung des Technologiestandortes Europa durch den Verkauf an die Amerikaner. "Es ist das letzte europäische Technologieunternehmen mit globaler Bedeutung, und es wird an die Amerikaner verkauft." Gleichzeitig habe er Garantien bezüglich des offenen Geschäftsmodells und der Sicherung der Arbeitsplätze gefordert.

Die Aktie der NVIDIA Corp. werde aktuell bei USD 519,64, gehandelt (16.09.2020). Das Jahreshoch sei bei USD 589,07 (02.09.2020) und das Jahrestief bei USD 169,32 (27.09.2019) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 33 Analysten die Aktie auf "buy", sechs auf "hold" und zwei auf "sell" setzen. (Analyse vom 17.09.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze NVIDIA-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs NVIDIA-Aktie:
426,95 EUR +1,49% (18.09.2020, 09:00)

NASDAQ-Aktienkurs NVIDIA-Aktie:
498,54 USD -0,41% (17.09.2020, 22:00)

ISIN NVIDIA-Aktie:
US67066G1040

WKN NVIDIA-Aktie:
918422

Ticker-Symbol NVIDIA-Aktie:
NVD

Nasdaq-Symbol NVIDIA-Aktie:
NVDA

Kurzprofil NVIDIA Corp.:

Die NVIDIA Corporation (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Ticker-Symbol: NVD, Nasdaq Ticker-Symbol: NVDA) ist ein führender Hersteller von IT-Hardware. Die Gesellschaft entwirft, entwickelt und vermarktet Grafik- und Medienkommunikationsprozessoren und ähnliche Software für PCs, Workstations und digitale Entertainmentplattformen. Das Unternehmen stellt eine Vielzahl von 3D-Graphikprozessoren her wie auch Graphikprozesseinheiten (GPUs), die bei Desktop-PCs, Smartphones, Tablets und Laptops eingesetzt werden. Diese 3D-Graphikprozessoren werden für eine Reihe von Anwendungen wie Spiele, digitale Bildverarbeitung und Internet- und Industriedesign benutzt. Die Graphikprozessoren sind architektonisch kompatibel zwischen Produktgenerationen ausgelegt, um Herstellern und Endnutzern niedrige Kosten zu gewährleisten.

Die NVIDIA Corporation vertreibt ihre Produkte weltweit. Die Verkaufs- und Marketing-Teams des Unternehmens arbeiten eng mit PC-OEMs, Systemintegrierern, Motherboardherstellern und Add-in-Board-Herstellern zusammen. (18.09.2020/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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