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Do, 29. September 2022, 19:08 Uhr

Ölpreis: Übernehmen die Bullen wieder das Steuer?


29.07.22 14:20
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Angst vor einer weltweiten Rezession hat dazu geführt, dass der Ölpreis in den letzten Wochen deutlich gesunken ist, so die Experten vom Online-Broker LYNX.

Doch das könnte sich in absehbarer Zeit wieder ändern, denn am Ölmarkt würden erneut die Bullen nach dem Zepter greifen. Bereits in der zweiten Woche in Folge stünden die wichtigsten Öl-Futures-Kontrakte unter dem Einfluss bullischer Long-Positionen. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX, deute das darauf hin, dass Händler trotz anhaltender Befürchtungen einer wirtschaftlichen Rezession glauben würden, dass der Ausverkauf Anfang dieses Monats übertrieben gewesen sei.

"Diese Erwartungshaltung habe auch dazu geführt, dass die Märkte die Rückkehr des libyschen Öls weitgehend ignorieren. Darüber hinaus könnte die aktuelle Erdgaskrise in Europa die Nachfrage nach Erdöl-Produkten stärken, beispielsweise nach Diesel als Alternative, um über die bevorstehende Heizperiode zu kommen", erkläre der Experte. "Bleiben die russischen Gaslieferungen so gering wie derzeit oder bleiben am Ende ganz aus, dürfte der Gaspreis erneut in die Höhe schießen und es ist noch stärkeres Sparen angesagt. Hinzu kommen zumindest in Deutschland Kapazitätsengpässe bei der Kohleförderung. Das könnte dazu führen, dass etwa Diesel zur Stromproduktion oder zum Heizen zumindest kurzfristig wieder attraktiver wird. Die Folge wäre eine steigende Nachfrage und damit ein höherer Ölpreis."

Für eine künftig positive Entwicklung des Ölpreises würden auch die letzten Meldungen des American Petroleum Institute (API) sprechen. "Die Entnahme von 4,037 Millionen Barrel Rohöl aus den strategischen Ölreserven der USA fiel deutlich größer aus als erwartet. Prognostiziert waren lediglich 1,121 Millionen Barrel. Zwar fiel zuvor auch die Meldung über den Anstieg der Ölvorräte um 1,86 Millionen Barrel wesentlich besser aus als die erwarteten 333.000 Millionen Barrel, allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lagerbestände nach Daten des API seit Anfang 2021 um rund 65 Millionen Barrel gesunken sind. Das spricht dafür, dass die Nachfrage am Markt durchaus vorhanden ist. Insofern dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass der Ölpreis auf Dauer sinken wird." (29.07.2022/ac/a/m)



 
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