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Fr, 7. Oktober 2022, 18:02 Uhr

Polytec Holding

WKN: A0JL31 / ISIN: AT0000A00XX9

POLYTEC: Weiter düsteres Marktumfeld - Kann es noch schlimmer werden? Aktienanalyse


17.08.22 15:56
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - POLYTEC-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI), raten in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der POLYTEC Holding AG (ISIN: AT0000A00XX9, WKN: A0JL31, Ticker-Symbol: P4N, Wiener Börse-Symbol: PYT) weiterhin zu kaufen.

Polytecs Q2/2022-Zahlen hätten den Schätzungen der Analysten der RBI entsprochen. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um 5% auf EUR 136 Mio. zurückgegangen und habe damit nur 2% unter der Prognose der Analysten der RBI gelegen. Der Rückgang sei primär vom Bereich Non-Auto getrieben gewesen, wo das margenstarke Geschäft mit Transportboxen erneut unter den Erwartungen geblieben sei. Der LKW-Bereich habe bei EUR 25 Mio. stagniert und die Erlöse mit PKW-Teilen seien um 3% auf EUR 101 Mio. gefallen. Aufgrund des deutlichen Anstiegs bei Material- und Energiekosten habe das EBIT mit EUR -1,5 Mio. wie erwartet im negativen Bereich gelegen (die Schätzung der Analysten der RBI: EUR -1,8 Mio., nach EUR 3,4 Mio. im Vergleichsquartal). Der Verlust je Aktie sei mit EUR 0,07 ausgewiesen worden.

Angesichts der unverändert bestehenden mannigfaltigen Herausforderungen habe das Management weiterhin keine Finanzziele für das GJ 2022 gegeben.

Laut CEO Huemer sollte das zweite Halbjahr im Wesentlichen von unverändert schwierigen Rahmenbedingungen determiniert sein. Vor allem die kurzfristigen Abrufstornierungen seitens der Kunden seien ein gravierendes Problem. So würden grundsätzlich gut gefüllte Auftragsbücher kurzfristig um 10% bis 15% reduziert, ohne die Möglichkeit für Polytec kostenseitig adäquat zu reagieren.

Die temporären Produktionsstillstände bei einigen LKW-Herstellern (u.a. bei POLYTECs größtem Kunden im LKW-Bereich, TRATON) scheinen überwunden, so die Analysten der RBI. So hätten z.B. Palfinger und Rosenbauer zuletzt über eine etwas verbesserte Verfügbarkeit berichtet. Volvo prognostiziere für den europäischen Markt ein gegenüber dem ersten Quartal unverändertes Volumen von rund 300 000 Einheiten, nach 277 000 LKWs in 2021.

Für den globalen Automarkt erwarte IHS Markit eine Produktionszahl von etwa 80,8 Mio. Leichtfahrzeugen. Dies impliziere ein Plus von 5% im Jahresvergleich und sei de facto stabil gegenüber der April-Prognose von 80,6 Mio. Stück. Für Europa würden ca. 16,3 Mio. PKWs erwartet. Dies liege zwar über dem Vorjahr, aber noch unter dem Volumen von 2020. Mercedes-Benz (im H1 ca. 28% Umsatzanteil bei POLYTEC) gehe von einem leichten Anstieg seiner globalen Verkäufe aus und habe betont, dass die Kundennachfrage über den eigenen derzeitigen Produktionsmöglichkeiten liege.

Die Verhandlungen mit den Kunden bezüglich Kompensationszahlungen für die massiv gestiegenen Inputkosten seien weiterhin zäh und der zu erwartende Ergebnisbeitrag sei schwer einzuschätzen. Ähnlich wie im Vorjahr würden die Analysten der RBI für das vierte Quartal einen sequenziell höheren Beitrag erwarten.

Entgegen den Unternehmensplanungen schwächele derzeit auch die Nachfrage nach Transportboxen. Das Management gehe aber davon aus, dass über den mehrjährigen Vertragszeitraum die aktuell unter den Annahmen liegenden Volumina wieder aufgeholt würden.

Nach Einschätzung der Analysten der RBI habe sich der Investment Case in den vergangenen Monaten nicht markant verändert. POLYTEC operiere weiterhin in einem adversen Marktumfeld, welches von gedämpften Produktionsraten, Lieferkettenproblemen (Verfügbarkeit von Kabelnetzen und Halbleitern verbessert sich nur langsam) und damit einhergehend von kurzfristigen Abrufen der Kunden (welche höhere "Flexibilitätskosten" für das Unternehmen implizieren würden) determiniert werde. Die substanzielle Kosteninflation und schwierige Nachverhandlungen mit den Kunden würden das Bild abrunden.

Die kritische Frage sei, ob sich die Bedingungen vom Status Quo noch verschlechtern könnten oder ob sich nicht vereinzelt Silberstreifen am Horizont zeigen würden. Die Analysten der RBI seien der Meinung, dass das negative Sentiment ausreichend diskontiert sei und der aktuelle Aktienkurs preise, ihrer Einschätzung nach, eine dauerhafte Wertzerstörung ein. Die Aktie sei mit rund der Hälfte des Buchwerts bewertet und damit deutlich unter den langfristigen Niveaus.

Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG, haben ihre Schätzungen erneut reduziert und kürzen das Kursziel von EUR 7,50 auf EUR 7,00, bestätigen jedoch die "Kauf"-Empfehlung für die Aktie von POLYTEC. (Analyse vom 17.08.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen zwölf Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze POLYTEC-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs POLYTEC-Aktie:
5,70 EUR -2,06% (17.08.2022, 11:31)

Wiener Börse Aktienkurs POLYTEC-Aktie:
5,70 EUR -1,72% (17.08.2022, 15:35)

ISIN POLYTEC-Aktie:
AT0000A00XX9

WKN POLYTEC-Aktie:
A0JL31

Ticker-Symbol POLYTEC-Aktie:
P4N

Wiener Börse-Symbol POLYTEC-Aktie:
PYT

Kurzprofil POLYTEC Holding AG:

POLYTEC (ISIN: AT0000A00XX9, WKN: A0JL31, Ticker-Symbol: P4N, Wiener Börse-Symbol: PYT), 1986 gegründet, ist ein führender Entwickler und Hersteller von hochwertigen Kunststoffteilen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich beschäftigt weltweit rund 3.600 Mitarbeiter und bietet seinen Kunden seit mehr als 35 Jahren Erfahrung und Know-how als Komplettanbieter im Bereich Spritzguss, als Spezialist für faserverstärkte Kunststoffe, als Hersteller von Originalzubehörteilen aus Kunststoff und Edelstahl.

POLYTEC zählt renommierte Weltmarken der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie zu ihren Kunden, beliefert zunehmend aber auch Märkte außerhalb dieses Sektors. Wichtigste Erfolgskriterien sind in beiden Fällen innovative Technologien, perfekte Qualität und absolute Liefertreue kombiniert mit wettbewerbsfähigen Preisen. Sowohl im Bereich Automotive als auch bei Non-Automotive-Anwendungen bietet POLYTEC in allen Segmenten eine sehr hohe Wertschöpfungstiefe. Sie umfasst Design und Projektentwicklung ebenso wie die Herstellung von Werkzeugen und Halbzeugen für Faserverbundwerkstoffe, Bauteilsimulation und -prüfung sowie nahezu alle verfügbaren kunststoffverarbeitenden Technologien. Darüber hinaus überzeugt POLYTEC in nachgelagerten Prozessen wie Lackierung und Montage sowie Just-in-Time- oder Just-in-Sequence-Lieferung mit exzellenter Performance. (17.08.2022/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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