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Fr, 27. Januar 2023, 10:14 Uhr

Politischer Stillstand in den USA ist nicht unbedingt die schlechteste Ausgangslage für die Aktienmärkte


10.11.22 09:40
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die rote Welle blieb aus - es scheint ziemlich sicher, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Republikaner abgeben müssen, so die Analysten der Raiffeisen bank International AG.

Der Senat allerdings könnte mehrheitlich in demokratischer Hand bleiben. Letzteres sei tatsächlich eine Überraschung, wobei das finale Ergebnis der Kongresswahlen noch einige Zeit auf sich warten lassen könnte. Die Republikaner hätten sich jedenfalls deutlich mehr erwartet. Nichtsdestotrotz werde die Arbeit Joe Bidens künftig deutlich erschwert.

Nachdem politischer Stillstand für die Aktienmärkte aber nicht unbedingt die schlechteste Ausgangslage sei, hätten die Börsen zwar mit Verlusten reagiert, große Verwerfungen seien jedoch ausgeblieben. Dies möge auch darin begründet sein, dass die Bewegungen zu großen Teilen von der Berichtssaison getrieben gewesen seien. Hier habe es nämlich vorwiegend negative Meldungen gegeben. Von einer abermaligen Gewinnwarnung bei adidas (ISIN: DE000A1EWWW0, WKN: A1EWWW, Ticker-Symbol: ADS), schlechte Zahlen bei Walt Disney (ISIN: US2546871060, WKN: 855686, Ticker-Symbol: WDP, NYSE-Symbol: DIS), Massenentlassungen bei Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ-Symbol: META) und Problemen bei der Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001, WKN: CBK100, Ticker-Symbol: CBK, NASDAQ OTC-Symbol: CRZBF) habe es kaum einen Sektor gegeben, der nicht betroffen gewesen sei.

Das gelte auch für den Rohstoffsektor. Das Barrel der Nordseesorte Brent habe rund 3% abgegeben. Der Goldpreis habe sich hingegen ruhig verhalten und beinahe unverändert zum Vortagesschlusskurs gehandelt. Alles andere als ruhig sei es hingegen am Kryptomarkt zugegangen. Nachdem zum Wochenauftakt die Liquiditätsprobleme der Börse FTX bekannt geworden seien, habe der Rivale Binance die teilweise Übernahme des Konkurrenten angekündigt. In den gestrigen Abendstunden sei jedoch die Meldung aufgekommen, dass Binance von dem Deal wieder Abstand nehme. Der Grund: Fehlhandhabung von Kundengeldern. Der Bitcoin sei daraufhin auf ein neues Jahrestief abgesackt und habe zwischenzeitlich gar die Marke von USD 16.000 durchbrochen.

An den etablierten Märkten hätten die globalen Aktienindices zuletzt vermehrt mit der 200-Tage-Linie gekämpft. Mancherorts sei sie bereits durchbrochen worden, anderenorts sei das Momentum noch nicht stark genug gewesen. Wie auch immer der Kampf Bullen gegen Bären ausgehe, werde maßgeblich auch von der heutigen US-Inflationsveröffentlichung abhängig sein. Diese werde im Oktober wohl stabile Inflationsraten im Jahresvergleich und anhaltend hohe Inflationsdynamik im Monatsvergleich widerspiegeln. Die Gesamtrate sei im September mit 8,2% und die Kerninflation mit 6,6% p.a. veröffentlicht worden.

Vor allem die Kerninflation habe nach oben überrascht. Im Monatsvergleich seien die Kernpreise den zweiten Monat in Folge um fast 0,6% p.m. gestiegen und der Inflations-Nowcast der Cleveland FED deute auf ein ähnliches Ausmaß im Oktober hin.

In Asien würden die Börsen heute Morgen mehrheitlich schwächer handeln. (10.11.2022/ac/a/m)




 
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