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Fr, 2. Dezember 2022, 19:53 Uhr

RWE

WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129

RWE-Aktie auf historischem Tief! Aktienanalyse


24.08.15 07:44
Frankfurter Börsenbrief

Detmold (www.aktiencheck.de) - RWE-Aktienanalyse der Aktienexperten vom "Frankfurter Börsenbrief":

Der Aktienkurs des Energiekonzerns RWE AG (ISIN: DE0007037129, WKN: 703712, Ticker-Symbol: RWE, Nasdaq OTC-Symbol: RWNFF) fällt auf historisches Tief, so die Aktienexperten vom "Frankfurter Börsenbrief" in einer aktuellen Aktienanalyse.

Im Verkünden unangenehmer Nachrichten habe RWE-Chef Peter Terium inzwischen schon eine gewisse Routine entwickelt. Bei der Präsentation der Zahlen für das erste Halbjahr in Essen sei zweierlei schnell klar geworden: Terium werde diese Qualifikation auch in Zukunft dringend benötigen und es könne bei dem zweitgrößten deutschen Versorger immer noch ein wenig schlechter werden.

"Ich mache es kurz: Keine Frage, der Wind bläst uns nach wie vor kräftig ins Gesicht", habe Terium auf der Bilanzpressekonferenz eröffnet. Während sich der Umsatz mit rund 25,1 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums bewegt habe, sei der operative Gewinn auf EBITDA-Basis um 7% auf 3,19 Mrd. Euro gesunken.

Das bereinigte Nettoergebnis sei um 27,5% auf 543 Mio. Euro eingebrochen. Die weiter sinkenden Margen in der konventionellen Stromerzeugung hätten das Ergebnis auch im Halbjahr belastet. Der operative Gewinn in dieser Sparte sei um 30% auf 752 Mio. Euro eingebrochen. Eine kurzfristige Besserung sei nicht in Sicht. Spekulationen um eine mögliche Abspaltung des Kraftwerksgeschäfts habe Terium nachhaltig gedämpft: "Wir sehen derzeit kein nachhaltiges Kurspotenzial durch eine Aufspaltung."

Neben der schon bekannten Schwäche im Geschäft mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken habe die britische RWE-Tochter Npower den Gewinneinbruch verschärft. Der operative Gewinn von Npower sei im ersten Halbjahr um satte 60% auf 53 Mio. Euro eingebrochen. Im hart umkämpften britischen Markt verliere RWE schon länger Kunden - seit Mitte 2014 alleine rund 100.000 Haushaltskunden. Mit einer Rabattaktion habe Npower im ersten Halbjahr gegenzusteuern versucht, was die Gewinnentwicklung zusätzlich belastet habe. Dazu kämen hausgemachte Probleme wie "Prozess- und Systemprobleme bei der Privatkundenabrechnung", da die IT-Systeme der Tochter schon seit Jahren nicht wirklich rund laufen würden. Erst für 2017 habe Terium Besserung versprochen und rechne für das laufende Jahr mit einer Fortsetzung der schwachen Performance auf der Insel.

Es habe allerdings auch einige positive Nachrichten zu verkünden gegeben: Die Ökostromtochter RWE Innogy habe das betriebliche Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 187% auf 233 Mio. Euro gesteigert. Dazu habe vor allem die Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen beigetragen. "Mit der Fertigstellung unserer Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr haben wir im zweiten Quartal wichtige Meilensteine erreicht", so Peter Terium. Für das laufende Jahr peile Innogy eine Verdoppelung des Betriebsergebnisses an. Die Investitionen in die erneuerbaren Energien fahre der Konzern im laufenden Jahr aber stark zurück.

Vor allem dank des Verkaufs der Ertragsperle RWE Dea sei zum 30. Juni 2015 die Nettoverschuldung gegenüber Ende 2014 um 5,4 Mrd. Euro auf immer noch bedrohliche 25,6 Mrd. Euro gefallen. Zum Schuldenrückgang beigetragen hätten auch die im April begebenen Hybrid-Anleihen über 1,25 Mrd. Euro, die im Einklang mit der Vorgehensweise der Ratingagenturen nur zur Hälfte den Nettoschulden zugerechnet würden.

Trotz der schwachen Ergebnisentwicklung in Großbritannien habe Vorstandschef Peter Terium die Ergebnisprognose für den Gesamtkonzern bestätigt. 2015 rechne RWE unverändert mit einem EBITDA zwischen 6,1 und 6,4 Mrd. Euro sowie einem bereinigten Nettoergebnis in der Bandbreite zwischen 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro. Der Kurs der RWE-Aktie sei mit Bekanntgabe der Daten auf den tiefsten Stand seit 24 Jahren gesackt. Ungeachtet der Lichtblicke im Ökostromgeschäft sei die Leidenszeit für die Aktionäre des Konzerns noch lange nicht vorbei.

Zu den Spekulationen über den möglichen Einstieg eines arabischen Großinvestors habe Terium nur erklärt, dass die Verhandlungen noch laufen würden. Es gehe dabei neben einer Kapitalbeteiligung vor allem um Projekte im arabischen Raum. Wie Georg Sures vom "Frankfurter Tagesdienst" berichte, hätten in dieser Woche Spekulationen über eine Dividendenkürzung die Runde gemacht. Das könnte Katalysator für eine weitere Abwärtsbewegung sein. Die Experten würden short gehen.

Auf den Punkt gebracht: RWE schaffe es nicht, sich aus der Abwärtsspirale nicht auskömmlicher Strompreise zu befreien und neue Akzente zu setzen oder Kursfantasie zu entfachen.

Die Aktienexperten vom "Frankfurter Börsenbrief" rechnen bei der RWE-Aktie mit weiteren Abgaben. Das Kursziel werde bei 12,00 EUR gesehen. (Ausgabe 34 vom 22.08.2015)

Die vollständige Ausgabe des Frankfurter Börsenbriefes können Sie unter dem folgenden Link beziehen: www.frankfurter-boersenbriefe.de/a>

Börsenplätze RWE St.-Aktie:

Xetra-Aktienkurs RWE St.-Aktie:
14,545 EUR -4,72% (21.08.2015)

Tradegate-Aktienkurs RWE St.-Aktie:
14,50 EUR -4,47% (21.08.2015)

ISIN RWE St.-Aktie:
DE0007037129

WKN RWE St.-Aktie:
703712

Ticker-Symbol RWE St.-Aktie:
RWE

Eurex Optionskürzel RWE St.-Aktie:
RWE

Nasdaq OTC Ticker-Symbol RWE St.-Aktie:
RWNFF

Kurzprofil RWE AG:

Die RWE AG (ISIN: DE0007037129, WKN: 703712, Ticker-Symbol: RWE, Nasdaq OTC-Symbol: RWNFF) ist einer der fünf führenden Strom- und Gasanbieter in Europa. Mit seinem Know-how bei der Gewinnung von Braunkohle, der Stromerzeugung aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen, dem Energiehandel sowie der Verteilung und dem Vertrieb von Strom und Gas ist RWE auf allen Stufen der Energiewertschöpfungskette tätig. Seine rund 60.000 Mitarbeiter versorgen 16 Millionen Stromkunden und 7 Millionen Gaskunden zuverlässig und zu fairen Preisen mit Energie. Im Geschäftsjahr 2014 hat RWE einen Umsatz von 48 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Markt von RWE ist Europa. Gemessen am Absatz ist RWE dort die Nr. 3 bei Strom und die Nr. 5 bei Gas. In Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien gehört RWE bei beiden Produkten zu den größten Anbietern. In Tschechien ist RWE die Nr. 1 im Gasgeschäft. Auch in anderen Märkten Zentralost- und Südosteuropas hat RWE führende Positionen.

Der europäische Energiesektor wandelt sich grundlegend. Politische Eingriffe erschweren das Geschäft von RWE. Außerdem führt der subventionierte Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu rückläufigen Margen und Einsatzzeiten konventioneller Kraftwerke. All das hat massive Auswirkungen auf die Ertragslage von RWE. Um in diesem Umfeld zu bestehen, hat RWE das Programm "RWE 2015" gestartet. Es sieht umfangreiche Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung vor. Investitionskürzungen und Schuldenabbau sollen die finanzielle Flexibilität von RWE erhöhen. Außerdem strebt RWE eine Unternehmenskultur an, die den Einzelnen darin bestärkt, mit Kreativität und Mut notwendige Veränderungen voranzubringen.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen leistet RWE seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des europäischen Energiesystems - und zeichnet sich dabei durch Glaubwürdigkeit und Leistungsstärke aus. RWE investiert in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Modernisierung seiner Netze. Und RWE nutzt Marktchancen, die sich ihm durch neue Kundenbedürfnisse eröffnen: mit einer breiten Palette innovativer Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energie. (24.08.2015/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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