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Di, 4. Oktober 2022, 6:34 Uhr

Rezessionsängste setzen den Kupferpreis unter Druck


25.07.22 11:10
BNP Paribas

Paris (www.aktiencheck.de) - Am vergangenen Freitag fiel der Preis für eine Tonne Kupfer an der Metallbörse in London (LME) erstmals seit November 2020 unter die Marke von 7.000 US-Dollar, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Seit dem Hoch Anfang März sei das Basismetall damit um mehr als 30 Prozent billiger geworden - der stärkste Einbruch seit 1989. Zum Vergleich: Laut Statista habe sich im vergangenen Jahr der durchschnittliche Preis für eine Tonne Kupfer an der LME auf 9.317 US-Dollar belaufen. Ein Grund für den jüngsten Schwächeanfall: die kraftlose Konjunktur in China. Wegen der rigiden Corona-Maßnahmen sei die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal im Reich der Mitte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 0,4 Prozent gewachsen. Hinzu komme, dass auch der weltweite Wirtschaftsmotor an Fahrt verliere und die Sorgen vor einer globalen Rezession zunehmen würden. Belastend wirke darüber hinaus der starke US-Dollar, der das rotglänzende Industriemetall in Ländern außerhalb des Dollarraums verteuere und somit die Nachfrage bremse.

Chancen Hingegen hätten die Lagerhäuser der Londoner Metallbörse mit knapp 700.000 Tonnen so wenig Kupfer enthalten wie seit Beginn dieses Jahrtausends nicht mehr. Langfristig orientierte Anleger mit Mut zum Risiko könnten darin eine Chance sehen. Denn in den kommenden Monaten und Jahren sei ein höherer Kupferbedarf absehbar - etwa für Anlagen erneuerbarer Energien wie Windkraft- und Photovoltaikanlagen, wo deutlich mehr Kupfer benötigt werde als in fossilen Kraftwerken. Zudem sei der Kupferanteil in Elektrofahrzeugen rund dreimal höher als in Autos mit Verbrennungsmotor. (Ausgabe vom 22.07.2022) (25.07.2022/ac/a/m)