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Sa, 3. Dezember 2022, 7:10 Uhr

Ryanair Holdings

WKN: A1401Z / ISIN: IE00BYTBXV33

Ryanair in schweren Turbulenzen - Aktienanalyse


08.10.18 09:56
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Ryanair in schweren Turbulenzen - Aktienanalyse

Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" nehmen die Ryanair-Aktie (ISIN: IE00BYTBXV33, WKN: A1401Z, Ticker-Symbol: RY4C, Nasdaq OTC-Symbol: RYAOF) unter die Lupe.

Gebucht, gefreut und schließlich geärgert: So sei es in den vergangenen Wochen und Monaten vielen Passagieren ergangen, die Ryanair in den Urlaub hätten fliegen wollen. Zahlreiche Flüge hätten wegen der streikenden Belegschaft gestrichen werden müssen. Nach wie vor würden Kabinenpersonal und Piloten höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern. Um weiteren Schaden von der Marke zu nehmen, sehe sich die irische Fluggesellschaft nach jahrzehntelanger Ablehnung nun dazu gezwungen, mit Gewerkschaften zu verhandeln. Mit Erfolg für die deutschen Ryanair-Piloten etwa, die allesamt bis Weihnachten fest bei der Fluggesellschaft angestellt werden sollten.

Dieses Ergebnis steigender Verhandlungsmacht der Gewerkschaften entspreche so gar nicht den Vorstellungen von Ryanair-Chef Michael O‘Leary, der gesagt habe: "Gewerkschaften sind überflüssig. Die hat man im 19. Jahrhundert gebraucht, um Arbeitnehmerrechte zu erkämpfen. Jetzt gibt es genug sozialen Schutz." Dementsprechend drohe der 57-Jährige, der Ryanair seit den 1990er Jahren zur größter Billigairline Europas mit über 400 Fliegern ausgebaut habe, strikt mit der Streichung von Arbeitsplätzen, sollte es künftig noch zu weiteren Streiks kommen. Auch vor der Schließung ganzer Standorte mache Ryanair nicht halt. Erst kürzlich habe das Unternehmen bekannt gegeben, den Standort Bremen, an dem sich ein Großteil der 90 Beschäftigten an Warnstreiks beteiligt habe, ab November komplett dicht zu machen. Als "skandalös und unwürdig" bezeichne ver.di diesen Vorgang.

Trotz oder gerade wegen dieses rigorosen Vorgehens gegen aus Unternehmenssicht überhöhte Mitarbeiterforderungen könne Ryanair weitere "Störungen" im Flugbetrieb, sprich erneute Flugausfälle, nicht ausschließen. Zuletzt habe die Billigfluglinie nach eigenen Angaben zehn Prozent der Flüge streichen müssen, vor allem sei es neben Deutschland in Spanien, Belgien, den Niederlanden und Portugal zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Bei der ersten Streikwelle Anfang August seien hierzulande mit 250 Verbindungen gar zwei Drittel der Flüge ausgefallen, international seien 400 Verbindungen mit 55.000 Fluggästen betroffen gewesen. Die Folge sei ein Vertrauensrückgang der Kunden, der sich aktuell in schwindenden Buchungen für die Zeit der Herbstferien und für die Weihnachtszeit niederschlage.

Zu allem Überfluss würden die Kerosinkosten mit dem Ölpreis Quartal für Quartal steigen und die Margen schrumpfen lassen. Mit all diesem Ärger hätten die Iren ihre Gewinnprognose nach unten korrigieren müssen. Fürs Geschäftsjahr 2018 peile das Dubliner Unternehmen nun einen Überschuss von 1,10 bis 1,20 Mrd. Euro an. Bisher hatb Ryanair mit 1,25 bis 1,35 Mrd. Euro gerechnet. Neben dem Rückgang an Buchungen habe Ryanair wie andere Airlines auch zudem mit einem steigenden Ölpreis und höheren Kosten infolge von Engpässen bei der Luftverkehrsüberwachung zu kämpfen. Die genauen Zahlen für Q2 sollten am 20. Oktober vorgestellt werden.

Diese Entwicklungen kämen bei den Investoren nicht sonderlich gut an. Folglich habe sich die Aktie in den letzten sechs Monaten ein Viertel ihres Wertes verloren und koste mit knapp 12 Euro deutlich weniger als ein Flugticket, das im vergangenen Jahr für durchschnittlich 39 Euro habe erstanden werden können.

Das Geheimnis der Erfolgsstory von Ryanair sei eine aggressiven Preis- und Kostenstrategie, die das Unternehmen an die Spitze der Billigairlines gebracht habe. "Wir sind nicht British Airways. Wir können schließlich auch nicht die gleichen Ticketpreise wie British Airways verlangen", so O‘Leary. Erst kürzlich sei er auf der diesjährigen Hauptversammlung der Aktionärsvertreter mit einer deutlichen Mehrheit von 98,5% bis mindestens September 2019 im Amt bestätigt worden, wenngleich mehr Transparenz von Management und Verwaltungsrat gefordert worden sei. Mittelfristig erwarte Ryanair einen sich weiter zuspitzenden Wettbewerb, in dem sich die irische Fluglinie nach eigener Einschätzung nur durch ein konsequentes Niedrigkostenkonzept behauptet könne.

Die Turbulenzen mit den Mitarbeiten würden dabei als vorübergehende Störfeuer angesehen: "Es wird Winter. Seine auf der Aktionärshauptversammlung Mitte September getätigte Aussage "Ich habe keine Ahnung, wann ich genug haben werde", könne als Drohung für Gewerkschaften, die Konkurrenz und Verfechter eines Strategiewechsels verstanden werden. O‘Leary halte auch im 25. Jahr an der Konzernspitze konsequent Kurs.

Einige Analysten würden das allerdings als ein Vorteil ansehen. O’Leary sei ein Garant für ein Comeback der Aktie. Das Geschäftsmodell funktioniere, die Kursverluste von 2018 könnten übertrieben sein. Was aber sei mit dem Ölpreis? Wenn der weiter steige und die Kerosinkosten nach oben treibe, dann könne das Management auch nicht mehr viel ausrichten. Es bleibt also turbulent für Ryanair, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". (Ausgabe 40 vom 07.10.2018)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Ryanair-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Ryanair-Aktie:
11,80 EUR -0,46% (08.10.2018, 09:26)

Tradegate-Aktienkurs Ryanair-Aktie:
11,795 EUR -1,05% (08.10.2018, 09:23)

ISIN Ryanair-Aktie:
IE00BYTBXV33

WKN Ryanair-Aktie:
A1401Z

Ticker-Symbol Ryanair-Aktie:
RY4C

Nasdaq Other OTC Ticker-Symbol Ryanair-Aktie:
RYAOF

Kurzprofil Ryanair Holdings plc.:

Ryanair (ISIN: IE00BYTBXV33, WKN: A1401Z, Ticker-Symbol: RY4C, Nasdaq OTC-Symbol: RYAOF) ist eines der größten Niedrigpreis-Flugunternehmen in Europa. Nach einer Umstrukturierung 1990/1991 wurde Ryanair zur ersten Fluggesellschaft, die das von Southwest Airlines in den USA mit großem Erfolg entwickelte Prinzip "Niedrigste Preise/Keine Extras" uneingeschränkt auch in Europa anwendet. Dabei werden die reinen Flugpreise niedrig gehalten, jedoch für bestimmte Leistungen wie Gepäckaufgabe, Online-Check-In oder Getränke und Mahlzeiten an Board Gebühren berechnet. Zudem verkauft Ryanair Werbeflächen auf Boarding Pässen, im On-Board-Display, auf der Homepage und im eigenen In-Flight Magazin.

Ryanair kooperiert seit 1999 mit dem Flugzeughersteller Boeing und bezieht seit 1999 von Boeing Maschinen des Typs Boeing 737-800. Die aktuelle Flotte besteht aus 303 Flugzeugen dieses Typs, die jeweils über eine Sitzplatzkapazität von rund 200 Plätzen verfügen. Inzwischen werden über 180 Destinationen rund um den Globus angeflogen. (08.10.2018/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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