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Fr, 9. Dezember 2022, 16:40 Uhr

S&P 500: Gute Performance trotz steigender Coronazahlen in den USA


17.07.20 13:18
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Performance des S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) spiegelt nicht unbedingt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der USA wider, so die Experten von LYNX Broker.

Dafür gebe es zwei Gründe: Zum einen enthalte der S&P 500 besonders viele Unternehmen aus den Bereichen Healthcare und Technologie. Die Unternehmen im S&P 500 könnten aufgrund ihrer Größe, ihrer starken Bilanzen und ihrer oft riesigen Barreserven den Herausforderungen in dieser schwierigen Zeit besser standhalten. Für sie sei die Krise auch eine Chance.

Es sei paradox: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA steige immer weiter an und die Befürchtungen, das Land hätte die Kontrolle über die Pandemie verloren, schienen sich zu bewahrheiten. Für die Wirtschaft könnte sich diese Entwicklung als katastrophal erweisen. Trotzdem zeige der S&P 500 keine besondere Schwäche im Vergleich zu seinen Gegenstücken in Europa, wo die Pandemie unter Kontrolle scheine und die Wirtschaft langsam aber sicher wieder hochfahre.

Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX sehe vor allem zwei Gründe für dieses Phänomen: "Zum einen enthält der S&P 500 besonders viele Unternehmen aus den Bereichen Healthcare und Technologie. Diese wurden von den Eindämmungsmaßnahmen längst nicht so hart getroffen wie andere Branchen oder konnten sogar davon profitieren. Netflix (ISIN: US64110L1061, WKN 552484, Ticker Symbol: NFC, NASDAQ-Symbol: NFLX) beispielsweise verzeichnete im ersten Quartal 2020 rund 16.000.000 neue Nutzer. Auch Amazon.com (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, Nasdaq-Symbol: AMZN) (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, Nasdaq-Symbol: AMZN) profitierte gewaltig von der Schließung des stationären Handels. Laut Meldung des Bloomberg Millionaires Index von Mitte April ist das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos Anfang 2020 um 24 Milliarden auf 138,5 Milliarden Dollar gewachsen. Und das war noch weitgehend am Anfang der Krise! Diese Unternehmen stützen natürlich auch den S&P 500."

Doch dieser oft genannte Grund für die gute Performance des S&P 500 sei für Sadowski längst nicht der einzige. Hinzu komme seiner Meinung nach auch die Tatsache, dass der Index viele der weltweit größten börsennotierten Unternehmen enthalte. "Die Unternehmen im S&P 500 können aufgrund ihrer Größe, ihrer starken Bilanzen und ihrer oft riesigen Barreserven den Herausforderungen in dieser schwierigen Zeit besser standhalten als andere, weniger gut aufgestellte Unternehmen. Für sie ist die Krise eher eine Chance, ihre Marktmacht weiter auszubauen und geschwächte Konkurrenten zu übernehmen oder auszuschalten. Das zeigt sich auch an den Ankündigungen der letzten Wochen: Allein die fünf größten Unternehmen im S&P 500 planen derzeit 18 Akquisitionen."

Untermauert werde Sadowskis These von einem Blick auf die amerikanischen Small Cap-Indices, die sich nicht auf die Bereiche Technologie oder Healthcare konzentrieren würden. "Kleinere Unternehmen sind deutlich häufiger den Schwankungen der nationalen Wirtschaft ausgesetzt - und um die US-Wirtschaft steht es seit Beginn der Krise nicht gerade zum Besten. Stellt man hier einen Vergleich mit Europa an, wird man feststellen, dass die US-Werte seit dem 8. Juni deutlich hinter den europäischen Werten zurückblieben." Zu diesem Zeitpunkt seien die Infektionszahlen in den USA erneut sprunghaft angestiegen, während sie in Europa auf einem konstanten Level geblieben oder sogar zurückgegangen seien.

Ein Vergleich zwischen den Chartverläufen von Small und Large Cap-Indices zeige außerdem nochmal deutlich die Stärken des S&P 500 auf. "Allerdings macht er auch deutlich, dass die Performance des S&P 500 nicht unbedingt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der USA widerspiegelt. Das könnte sich auch nach der Krise noch bemerkbar machen, denn während die Small Caps sich mit steigender Wirtschaftsleistung erholen werden, könnte es bei den Large Caps zu einer Stagnation kommen." (17.07.2020/ac/a/m)




 
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