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So, 27. November 2022, 7:17 Uhr

Schlechte Stimmung am Aktienmarkt


06.09.22 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Aus dem dreitägigen Erdgas-Lieferstopp über die Pipeline Nord Stream 1 im Zuge von Wartungsarbeiten wurde zuletzt eine Unterbrechung des Gasflusses auf unbestimmte Zeit, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Während Gazprom (ISIN: US3682872078, WKN: 903276, Ticker-Symbol: GAZ, NASDAQ OTC-Symbol: OGZPY) technische Probleme anführe und eine Reparatur von Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0, WKN: ENER6Y, Ticker-Symbol: ENR) einfordere, so gehe der Westen von politischem Kalkül aus. Zuletzt seien zudem Meldungen vom Kreml veröffentlicht worden, welche eine Wiederaufnahme des Gasflusses an die Aufhebung von Sanktionen knüpfen würden. All dies habe gestern die Stimmung am Markt belastet und somit sei die Angst vor Engpässen, Rationierung und durch steigende Energiepreise angeheizter Inflation geschürt worden. Der breite Eurozone-Aktienmarkt gemessen am EURO STOXX 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) habe dabei um rund 1,5% abgegeben, beim DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) habe sich das Tagesminus sogar auf über 2,2% belaufen. Die Wall Street sei gestern hingegen aufgrund des Labor Days geschlossen geblieben.

Die schlechte Stimmung sei zusätzlich durch schwache Wirtschaftsdaten verstärkt worden. So sei der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone (Composite PMI) mit 48,9 Punkten nochmals weiter zurücgefallenk als in der Schnellschätzung vor zwei Wochen bereits indiziert. Auch der gestern veröffentlichte Sentix Index für die Eurozone sei nochmals stärker zurückgefallen als ohnehin im Analystenkonsens erwartet worden sei und signalisiere somit einen akzentuierteren Wirtschaftseinbruch. Im Vergleich zum Vormonat habe er 6,6 Punkte eingebüßt und liege nun bei -31,8, tiefer sei der Wert zuletzt im Mai 2020 gewesen!

Bewegung habe es zuletzt auch bei EUR/USD gegeben. Der EUR habe gestern im Zuge der jüngsten Turbulenzen am Gasmarkt mit einem Niveau von zwischenzeitlich 0,9876 den tiefsten Stand gegenüber dem Greenback seit 20 Jahren markiert. Im heutigen Frühhandel erhole sich die Gemeinschaftswährung aber wieder.

Durch die oben genannte Zuspitzung sei der Gaspreis am gestrigen Handelstag zwischenzeitlich um 30% angestiegen. Auch beim Ölpreis sei es gestern wieder aufwärts gegangen. Preiststützend habe hier der Umstand gewirkt, dass im Zuge des OPEC+-Meetings eine Förderkürzung von 100.000 Barrel pro Tag beschlossen worden sei. Das Fass der Nordseesorte Brent werde heute Früh für rund USD 96 gehandelt. Der Goldpreis habe sich zuletzt wenig verändert und handelt derzeit bei USD 1.715 je Feinunze präsentiert.

Die asiatischen Börsen würden heute Morgen eine uneinheitliche Tendenz aufweisen. An Chinas Festland-Börsen gehe es aufwärts, wohingegen in Hongkong und in Japan moderate Kursabschläge verzeichnet würden. Die US-Futures würden aktuell mit leichten Aufschlägen handeln.

Mangels Unternehmens-Ergebnisveröffentlichungen stünden auch heute wieder ökonomische Daten im Fokus. Spannend werde hier die Veröffentlichung des ISM-Einkaufsmanagerindex des nicht-verarbeitenden Gewerbes, der sich zuletzt deutlich besser gehalten habe als die von Markit erhobene Umfrage zum Services-Sektor. (06.09.2022/ac/a/m)




 
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