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Do, 11. August 2022, 12:38 Uhr

Siemens

WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101

Siemens: Ausblick trotz Russland-Abschreibung bestätigt - Kaufen! Aktienanalyse


27.06.22 15:37
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Siemens-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Siemens AG (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF) nach wie vor zu kaufen.

Die Siemens AG sei ein weltweit tätiges Unternehmen mit Fokus auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Der Konzern gliedere sich in die industriellen Divisionen Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility und halte eine Mehrheitsbeteiligung (75,4%) an Siemens Healthineers sowie eine 40%-Beteiligung am Elektro- und Energietechnikhersteller Siemens Energy. Letzterer sei zu 67% am Windkraftanlagen-Hersteller Siemens Gamesa beteiligt, der aus der Fusion von Gamesa und Siemens Wind Power im Jahr 2017 hervorgegangen sei und seinen Sitz im spanischen Zamudio habe.

Während der Auftragseingang im zweiten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 32% (+22% auf vergleichbarer Basis) auf EUR 21,0 Mrd. ein robustes Niveau erreicht habe, habe sich der Umsatz im Jahresvergleich um 16% (organisch: +7%) auf EUR 17,0 Mrd. erhöht. Währungseffekte hätten das Wachstum von Auftragseingang und Umsatzerlösen um jeweils vier Prozentpunkte (PP) unterstützt, Portfolioeffekte hätten 6 PP zum Wachstum des Auftragseingangs beziehungsweise 5 zu dem der Umsatzerlöse beigetragen.

Den Industriebetrieb und sämtliche industrielle Geschäftsaktivitäten in Russland stelle Siemens im Einklang mit den verhängten Sanktionen ein. Dafür falle - vor allem in der Zug-Sparte - eine Abschreibung in Höhe von EUR 600 Mio. an. Insofern sei der Q2-Gewinn im industriellen Geschäft um 13% auf EUR 1,78 Mrd. zurückgegangen und habe die Markterwartungen von im Schnitt EUR 2,40 Mrd. deutlich verfehlt.

Unter dem Strich hätten die Münchener im Berichtsquartal einen Konzerngewinn nach Steuern von EUR 1,2 Mrd. (-49% im Jahresvergleich) eingefahren, womit die Erwartungen der Analysten von durchschnittlich EUR 1,5 Mrd. ebenfalls verfehlt worden seien.

Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr habe Siemens bei Verlautbarung der Quartalszahlen am 12. Mai bestätigt. Demnach erwarte man ein organisches Umsatzwachstum von 6% bis 8% und ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1. Der Gewinn je Aktie vor Einmaleffekten solle zwischen EUR 8,70 und 9,10 betragen (Vorjahr: EUR 8,32). Im Lichte der Zuspitzung der geopolitischen Krise und Verringerung der russischen Gaslieferungen sowie der inflationsbedingt notwendigen Zinsanhebungen nähmen allerdings die konjunkturellen Risiken erheblich zu, weshalb die Analysten der RBI den Ausblick mit signifikantem Abwärtsrisiko behaftet sähen. Dieses sollte nach dem Kursrückgang nunmehr allerdings eingepreist sein.

Ende Mai habe Siemens Mobility einen Großauftrag aus Ägypten zur Errichtung eines modernen Bahnsystems erhalten, welches 60 Städte im Land auf einer Länge von rund 2.000 km verbinde. Es handle sich dabei um das sechstgrößte Hochgeschwindigkeitssystem der Welt, bei dem Siemens 41 achtteilige Velaro-Hochgeschwindigkeitszüge, 94 vierteilige Desiro-Hochleistungs-Regionalzüge und 41 Vectron-Güterlokomotiven liefern werde. Zudem beinhalte der Vertrag die schlüsselfertige Errichtung von acht Betriebs- und Güterbahnhöfe neben dem Bahnnetz sowie einen Wartungsvertrag über 15 Jahre. Die Bauarbeiten würden von lokalen Bauunternehmen begleitet.

Siemens habe den Verkauf seines Commercial Vehicles-Geschäfts für EUR 190 Mio. an Meritor vereinbart. Der Abschluss der Transaktion solle nach der behördlichen Genehmigung noch in diesem Jahr erfolgen. Mit dieser Portfoliobereinigung schärfe Siemens zunehmend seine Positionierung als fokussiertes Technologieunternehmen.

Im Rahmen des unternehmensweiten Nachhaltigkeitsprogramms DEGREE peile Siemens zahlreiche Maßnahmen an. So sei unter anderem der CO2-Fußabdruck seit 2019 um 36% reduziert worden. Gleichzeitig werde das Konzept des Ecodesigns (d.h. ressourceneffiziente Produktentwicklung) sukzessive ausgerollt. Die Bestrebungen des Unternehmens, einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels und Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit zu leisten, würden auch extern wahrgenommen. So führe Siemens das Nachhaltigkeitsranking des Dow Jones Sustainability Index in der Vergleichsgruppe Industrie an.

Die strukturellen Wachstumstrends, auf die Siemens seine Kernkompetenzen ausrichte, seien weiterhin intakt - Dekarbonisierung, Automatisierung und Digitalisierung. Das sei auch im abgelaufenen Quartal ersichtlich gewesen, mit einem exzellenten Momentum bei Aufträgen und einer robusten Umsatzentwicklung. Viel davon sei auf die allgemeine Marktdynamik zurückzuführen, denn auch die Konkurrenz profitiere von einer soliden Nachfrage. Allerdings schaffe es Siemens besser als die Mitbewerber, die Profitabilität zu stützen, trotz anhaltender Material- und Energiekosteninflation. Der Ausblick sei zwar - ob der zunehmenden makroökonomischen Unsicherheiten - mit einem gewissen Abwärtsrisiko behaftet, dieses sähen die Analysten der RBI allerdings im aktuellen Kursniveau nach dem Rückgang in den letzten Wochen eingepreist. Die Analysten der RBI würden ihre "Kauf"-Empfehlung für die Siemens-Aktie bestätigen.

Die speziell auf Europa bezogenen steigenden Risiken hinsichtlich der Energieversorgung möchten die Analysten der RBI in einer Reduktion des Kursziels von EUR 159 auf EUR 125 reflektieren. Dieses berücksichtige einen Bewertungsabschlag zu Vergleichsunternehmen von 25 % auf Basis des geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnisses für die Jahre 2022 und 2023. Die zugrunde liegenden Zahlen würden sich auf Konsensus-Schätzungen beziehen.

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, rät die Siemens-Aktie unverändert zu kaufen. (Analyse vom 27.06.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Siemens-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Siemens-Aktie:
103,74 EUR +0,10% (27.06.2022, 15:34)

XETRA-Aktienkurs Siemens-Aktie:
104,58 EUR +1,91% (27.06.2022, 15:19)

ISIN Siemens-Aktie:
DE0007236101

WKN Siemens-Aktie:
723610

Ticker-Symbol Siemens-Aktie:
SIE

NASDAQ OTC-Symbol Siemens-Aktie:
SMAWF

Kurzprofil Siemens AG:

Die Siemens AG (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF) (Berlin und München) ist ein führender internationaler Technologiekonzern, der seit mehr als 170 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität steht. Das Unternehmen ist weltweit aktiv, und zwar schwerpunktmäßig auf den Gebieten intelligente Infrastruktur bei Gebäuden und dezentralen Energiesystemen sowie Automatisierung und Digitalisierung in der Prozess- und Fertigungsindustrie.

Siemens verbindet die physische und digitale Welt - mit dem Anspruch, daraus einen Nutzen für Kunden und Gesellschaft zu erzielen. Durch Mobility, einem der führenden Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen für den Schienen- und Straßenverkehr, gestaltet Siemens außerdem den Weltmarkt für den Personen- und Güterverkehr mit. Über die Mehrheitsbeteiligung an dem börsennotierten Unternehmen Siemens Healthineers gehört Siemens zudem zu den weltweit führenden Anbietern von Medizintechnik und digitalen Gesundheitsservices. Darüber hinaus hält Siemens eine Minderheitsbeteiligung an der seit dem 28. September 2020 börsengelisteten Siemens Energy, einem der weltweit führenden Unternehmen in der Energieübertragung und -erzeugung.

Im Geschäftsjahr 2021, das am 30. September 2021 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 62,3 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 6,7 Milliarden Euro. Zum 30.09.2021 hatte das Unternehmen weltweit rund 303.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com. (27.06.2022/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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