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Mi, 8. Dezember 2021, 1:14 Uhr

Siemens

WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101

Siemens: Industriesektor im Fokus - Lieferkettenprobleme als Bremsfaktor - Aktienanalyse


01.10.21 15:00
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Siemens-Aktienanalyse von Aktienanalyst Oliver Drebing von der Nord LB:

Oliver Drebing, Aktienanalyst der Nord LB, rät in einer aktuellen Studie zum Industriesektor die Aktie der Siemens AG (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF) zu kaufen.

Auftragsbücher seien gut gefüllt, doch die Euphorie vom Frühjahr sei verflogen. Die im Einkaufsmanagerindex der Eurozone abgebildete Investitionsneigung habe zuletzt nachgegeben (September-Daten gemäß IHS Markit). Bereits im Sommer habe sich eine Diskrepanz zwischen Auftragsentwicklung auf der einen, der Wachstumsdynamik der Produktion auf der anderen Seite aufgetan, für die Lieferkettenprobleme als maßgeblicher Faktor zu benennen seien. Fehlende Halbleiter würden die Automobilproduktion ausbremsen. An kurzfristig verfügbarem Stahl herrsche Mangel. Witterungsbedingte Ausfälle der Chemieindustrie hätten Kunststoffe zum knappen Gut werden lassen. Transportkapazität sei rar (fehlender Frachtraum in Passagierverbindungen, schleppende Schiffsabfertigungen). Preisaufschläge bei Vorprodukten und Frachtleistungen würden die Profitabilität drücken, ebenso Betriebsunterbrechungen und Ineffizienzen zuvor eingeschwungener Leistungsprozesse.

In Bezug auf Produktionszuwächse der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Gesamtjahr 2021 fasse ihr Zentralverband (ZVEI) Zuversicht in einem im Juni von +5% auf +8% erhöhten Prognosewert zusammen (Wachstumsprognose 2022: +7%). Im Siebenmonatszeitraum bis Juli habe das Plus bei 12,1% gelegen. Über den Zwölfmonatszeitraum 2020 sei die Produktion real um 6,0% geschrumpft (12M/2019: Rückgang um 2,4%, 12M/2018: Produktionsplus 1,9%). Im Juli 2021 hätten die Bestellungen in der vom ZVEI repräsentierten Branche um 21,8% angezogen. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) habe den Produktionszuwachs zwischen Januar und Juli mit 7,1% angegeben. Das Volumen eingegangener Aufträge sei wesentlich stärker geklettert (Monat Juli: +37%, Dreimonatszeitraum Mai bis Juli: +45%). Aus dieser Vorlage leite sich nochmals gesteigerte Zuversicht ab. Die Produktionsprognose für 2021 habe der VDMA im April von zuvor +4% auf +7% hochgezogen, im Juni sei die Anhebung auf +10% gefolgt. Damit würde die Produktion an das Niveau von 2019 heranreichen. Für 2022 werde ein Plus von 5% in Aussicht gestellt. Im Zwölfmonatszeitraum 2020 sei die Produktion preisbereinigt um 12,0% eingebrochen (12M/2019: -2,8%, 12M/2018: +2,1%).

China-Exporten sei 2020 und im Frühjahr 2021 eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung der deutschen Industrieproduktion zugefallen. Seit Sommer 2021 aber lasse sich ein Schwenk der chinesischen Staatsführung nicht ignorieren, demgemäß der unternehmerischen Entfaltung teils enge Fesseln angelegt würden. Eine teilweise intendierte Entschleunigung der chinesischen Industrieaktivität werde durch regulatorische Eingriffe herbeigeführt. Für Juli 2021 seien Investitionsgüterausgaben in städtischen Regionen 3,5% unterhalb jenen des Juli 2020 gemessen worden, für den Monat August habe sich das Minus auf 0,9 belaufen. Diese zuletzt schwachen Daten der Industrieaktivität würden zusätzlich den Basiseffekt einer starken Nachhol-Dynamik des Sommers 2020 abbilden. Isoliert über die 2. Hälfte des Vorjahres betrachtet hätten Investitionsgüterausgaben in China 8,9% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 zugelegt (Gesamtjahr 2020: 2,9%, 2019: 5,4%).

Das für einen Fünfjahreszeitraum angelegte Infrastrukturprogramm der US-Administration im Volumen von USD 550 Mrd., vom Senat gebilligt, Stand Anfang Oktober von wenigen "liberalen" Abgeordneten des Repräsentantenhauses aufgehalten, setze Schwerpunkte bei Bau und Instandsetzung von Straßen und Brücken (USD 110 Mrd.), Ertüchtigung der Übertragungsnetze im Hinblick auf Ökostrom (USD 73 Mrd.), Attraktivitätssteigerung der Amtrak-Passagierzugverbindungen (USD 66 Mrd.) und bei verbessertem Internet-Zugang (USD 65 Mrd.).

Sobald das Infrastrukturprogramm durch den Kongress gebracht sei, dürfte eine Renaissance der US-Industrie anbrechen. "Buy American" - auch der deutsche Maschinen-/Anlagenbau oder Produktionsstätten europäischer Konzerne in den USA würden direkt partizipieren. Inwieweit europäische Industrien ihre gegenwärtig hohe Bestelldynamik aufrechterhalten würden, indem sie über Irritationen - Inflation der Energie- und Grundstoffpreise, Fragezeichen hinter China-Dynamik und Zuverlässigkeit von Lieferketten - resilient hinwegzusehen vermögen, sei offen. Für die zyklischen Investitionsgütertitel bestätige Drebing das Sektorenurteil "neutral".

Oliver Drebing, Aktienanalyst der Nord LB, bewertet in seiner aktuellen Branchenstudie die Siemens-Aktie mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel laute EUR 170,00. (Analyse vom 01.10.2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Offenlegung möglicher Interessenkonflikte bei der NORD/LB nach § 85 Abs. 1 WpHG i.V.m. Art. 20 der MAR sowie Artikel 5 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958 der Kommission vom 9. März 2016 bei der "Siemens AG": Keine vorhanden.

Börsenplätze Siemens-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Siemens-Aktie:
139,30 EUR -1,82% (01.10.2021, 14:33)

XETRA-Aktienkurs Siemens-Aktie:
139,42 EUR -1,76% (01.10.2021, 14:18)

ISIN Siemens-Aktie:
DE0007236101

WKN Siemens-Aktie:
723610

Ticker-Symbol Siemens-Aktie:
SIE

NASDAQ OTC-Symbol Siemens-Aktie:
SMAWF

Kurzprofil Siemens AG:

Die Siemens AG (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF) (Berlin und München) ist ein führender internationaler Technologiekonzern, der seit mehr als 170 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität steht. Das Unternehmen ist weltweit aktiv, und zwar schwerpunktmäßig auf den Gebieten intelligente Infrastruktur bei Gebäuden und dezentralen Energiesystemen sowie Automatisierung und Digitalisierung in der Prozess- und Fertigungsindustrie.

Siemens verbindet die physische und digitale Welt - mit dem Anspruch, daraus einen Nutzen für Kunden und Gesellschaft zu erzielen. Durch Mobility, einem der führenden Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen für den Schienen- und Straßenverkehr, gestaltet Siemens außerdem den Weltmarkt für den Personen- und Güterverkehr mit. Über die Mehrheitsbeteiligung an dem börsennotierten Unternehmen Siemens Healthineers gehört Siemens zudem zu den weltweit führenden Anbietern von Medizintechnik und digitalen Gesundheitsservices. Darüber hinaus hält Siemens eine Minderheitsbeteiligung an der seit dem 28. September 2020 börsengelisteten Siemens Energy, einem der weltweit führenden Unternehmen in der Energieübertragung und -erzeugung.

Im Geschäftsjahr 2020, das am 30. September 2020 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 57,1 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 4,2 Milliarden Euro. Zum 30.09.2020 hatte das Unternehmen weltweit rund 293.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com. (01.10.2021/ac/a/d)





 
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